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Seehofer im Interview mit der Eßlinger Zeitung

„An Begrenzung führt kein Weg vorbei“

Horst Seehofer im Interview
 

CSU-Chef Horst Seehofer hat im Interview mit der Eßlinger Zeitung die Kontrolle der deutschen Grenzen gefordert, solange die Kontrollen an den EU-Außengrenzen nicht funktionieren: „Wir wollen nur vorübergehend Kontrollen an der deutschen Grenze haben, um wieder Ordnung zu schaffen. Auf Dauer gesehen müssen wir dahin kommen, dass die Außengrenzen der EU wieder kontrolliert und geschützt werden, wie es der rechtlichen Grundlage entspricht“, sagte Seehofer.

Seehofer betonte, dass die Bewältigung des Flüchtlingszustroms gerade in Bayern sehr gut funktioniere: „Bei uns kommen mit Abstand die meisten Flüchtlinge an. Sie werden human behandelt und vernünftig versorgt, das ist die erste Säule unserer Politik. Ich darf sagen, dass unsere Bürger da  eine hervorragende Visitenkarte in den vergangenen Monaten abgegeben haben.“ Dennoch sei eine Begrenzung des Flüchtlingszustroms unumgänglich: „Eine Million Menschen pro Jahr kann kein Land auf der ganzen Welt aufnehmen und integrieren“, so Seehofer. 200.000 Menschen pro Jahr könne Deutschland maximal aufnehmen: „Das eine Größenordnung, die von der Bevölkerung akzeptiert wird und auch verkraftbar ist“, sagte der CSU-Chef.

Seehofer wies darauf hin, dass andere europäische Länder faktisch längst Obergrenzen geschaffen hätten: „Östlich von Deutschland, bis hinunter zum Balkan, handeln alle Länder nach der gleichen Devise: Begrenzung. Österreich ist das jüngste Beispiel, es lässt nur noch 80 Asylanträge am Tag zu. Frankreich nimmt insgesamt nicht mehr als 30.000 Flüchtlinge auf. So viele haben wir in Bayern derzeit in einem halben Monat. Die Skandinavier haben ihre Grenzen fast dicht gemacht. Großbritannien, Spanien, es ist überall das Gleiche“, so der Parteivorsitzende. Angesichts der enormen Herausforderungen durch die Zuwanderung machte Seehofer klar: „Wenn wir das alles schaffen wollen, führt kein Weg an einer Begrenzung der Zuwanderung vorbei."