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Gedenken an NS-Opfer

Wider das Vergessen

 

CSU-Politiker haben beim bayerischen Trauerakt zum Internationalen Holocaust Gedenktag dazu aufgerufen, die Erinnerung an den Nationalsozialismus wach zu halten. Die Gedenkveranstaltung erinnerte an die Gräuel des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten und fand im schwäbischen Ursberg statt. Aus der Behinderteneinrichtung in Ursberg wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 519 Menschen deportiert, 379 von ihnen wurden ermordet. Der Holocaust Gedenktag erinnert jedes Jahr an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete die Erinnerung an die mehr als 5,6 Millionen Opfer des Holocaust und die mehr als 300.000 Opfer der Euthanasie-Morde als eine bleibende Aufgabe. „Wir dürfen das dunkelste Kapitel unserer Geschichte niemals vergessen. Das unvorstellbare Unheil des Holocausts und der Euthanasie-Morde dürfen sich in Deutschland niemals wiederholen.“

Gleichzeitig betonte Herrmann: „Hass und Gewalt haben in unserem Land nichts zu suchen. Wer jüdische Mitbürger bedroht, stellt sich gegen Demokratie und Freiheit, er bedroht uns letztlich alle.“ Rechtsradikales Gedankengut sowie linksextremer Antisemitismus dürften daher keinerlei Platz in Deutschland finden. Außerdem dürfe man nicht zulassen, dass muslimische Migranten Hass gegen Juden ungehindert mit nach Deutschland bringen. Bayerns Innenminister mahnte: „Das Credo aller demokratischen Kräfte in unserem Land muss jetzt und weiterhin lauten: Nie wieder! Deutschland ist eine wehrhafte Demokratie – wachsam und entschlossen.“

Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat die Erinnerung an die Opfer als eine Verpflichtung bezeichnet. „Nichts von dem, was passiert ist, können wir rückgängig machen. Aber wir sind und bleiben allen Opfern des Nationalsozialismus verpflichtet.“ Die systematische Ermordung von behinderten Menschen sei damals auch „ein Schritt hin zu weiteren Gräueltaten“ gewesen. Das Euthanasie-Programm habe in großen Teilen „als Muster für den späteren Massenmord in den Vernichtungslagern, den Holocaust“ gedient.