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Seehofer beim 68. Sudetendeutschen Tag

Einsatz für Versöhnung und Völkerverständigung

Sudetendeutscher Tag 2017
 

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat anlässlich des traditionellen Pfingsttreffens der Sudetendeutschen in Augsburg Mut zur Zukunft in Europa gefordert. Er hob besonders die Friedensleistung der Sudetendeutschen für Deutschland und Europa hervor:

„Europa ist eine große Chance für uns alle. Aber wir Europäer müssen mehr tun. Europa kann nur gelingen, wenn wir selbstbewusst und geschlossen handeln und uns auf unsere gemeinsamen Werte und unser kulturelles Erbe besinnen. Europa braucht Brückenbauer, die fest in ihrer Kultur wurzeln. Dafür und für den Mut zur Zukunft stehen auch die Sudetendeutschen mit ihrem Einsatz für Versöhnung und Völkerverständigung“, sagte Seehofer.

Der Ministerpräsident lobte die positive Entwicklung des Verhältnisses zwischen Tschechen und Sudetendeutschen: „Wir alle sind Zeitzeugen einer ganz selbstverständlichen Teilnahme von Mitgliedern der Tschechischen Regierung am Sudetendeutschen Tag. Diese Normalität und Entspanntheit im Verhältnis zu unseren tschechischen Nachbarn ist ein großes Geschenk. Viele haben darauf noch vor zehn Jahren nicht zu hoffen gewagt. Andere, gerade aus den Reihen der Sudetendeutschen, haben daran in zahlreichen kleinen und größeren Schritten kontinuierlich gearbeitet. Sie haben den Dialog gesucht und Kontakt gehalten, auch in schwierigen Zeiten. Sie haben Zukunft gestaltet - trotz der nicht immer einfachen eigenen Vergangenheit. Durch ihre Verbundenheit zur alten Heimat und auch durch ihre Versöhnungsbereitschaft haben sie menschliche Brücken gebaut und Vertrauen geschaffen. Heute trennt die Grenze zwischen Bayern und Tschechien nicht mehr, sie verbindet zwei Nachbarn in Europa. Daran haben viele Sudetendeutsche einen großen Anteil. Das ist für mich die Botschaft dieses Sudetendeutschen Tages“, sagte Seehofer.

Der 68. Sudetendeutsche Tag in Augsburg steht unter dem Motto „Verständigung suchen – Europas Mitte gestalten“. Bayern hat die Schirmherrschaft über die Sudetendeutschen 1954 übernommen. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs konnten die grenzüberschreitende Kultur- und Versöhnungsarbeit der Sudetendeutschen weiter ausgebaut werden. Das Sudetendeutsche Büro in Prag wurde 2003 eröffnet. Die Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik eröffnete Ministerpräsident Seehofer in Prag im Beisein des Ministerpräsidenten der Tschechischen Republik Bohuslav Sobotka im Dezember 2014.