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1945 - 1954

1945

8. Mai

Die deutsche Wehrmacht kapituliert bedingungslos. Karl Scharnagel wird in München als Oberbürgermeister eingesetzt.

11. Mai

Als erster Regierungspräsident eines bayerischen Regierungsbezirkes tritt der 70jährige Adam Stegerwald, christlicher Gewerkschaftsführer und Reichsarbeitsminister im Kabinett Brüning, in Mainfranken (seit 1946 Unterfranken) sein Amt an. Schon während ihres Vormarsches hatten die Amerikaner auf der unteren Verwaltungsebene Landräte in den bereits eroberten Gebieten eingesetzt.

28. Mai

Die amerikanische Militärregierung ernennt den früheren BVP-Vorsitzenden Fritz Schäffer auf Empfehlung Kardinal Faulhabers zum Ministerpräsidenten Bayerns (Temporary Ministerpresident). Er steht unter der Kontrolle der Militärregierung (Kabinett Schäffer).

2. Juni

Franz Josef Strauß wird zum stellvertretenden Landrat in Schongau ernannt und am 31. August 1946 zum Landrat gewählt.

Sommer

In verschiedenen bayerischen Orten versammeln sich bürgerliche, konservative Kräfte mit der Absicht, eine als Gegengewicht zu SPD und KPD gedachte Partei zu gründen. Die führenden Köpfe dieser Bewegung sind Karl Scharnagl, Josef Müller, Adam Stegerwald, Fritz Schäffer, Wilhelm Eichhorn, Michael Horlacher, Alois Hundhammer, Heinrich Krehle, Carl Lacherbauer, Walther von Miller, August Schwingenstein, Alois Schlögl, Anton Pfeiffer. Der Parteiname soll Christlich-Soziale Union sein.

Wie in Bayern kam es 1945/46 in ganz Deutschland zur Gründung christlicher Volksparteien. Die Schwerpunkte lagen neben München in Berlin, Köln und Frankfurt.

10. August

Nachdem die amerikanische Militärregierung die Wiederzulassung politischer Parteien angekündigt hatte, verschickt der Münchner Oberbürgermeister Karl Scharnagl ein vierseitiges Einladungsschreiben an etwa 60 Personen außerhalb des "sozialistischen Lagers", um für die Gründung einer Partei auf christlicher Grundlage zu werben. Die Versammlung findet am 14.8.1945 statt.

14. August

Auf Einladung des Münchner Oberbürgermeisters Karl Scharnagl trifft sich ein zwölfköpfiger Personenkreis (Joseph Baumgartner, Max Grasmann, Heinrich Krehle, Emil Muhler, Josef Müller, Anton Pfeiffer, Maria Probst, Max Gerstl, Reuter, Rudolf Schwarzer, Franz Xaver Stadelmayer) und macht sich Gedanken über eine neue politische Sammlungsbewegung auf christlicher Basis. Zur Vorbereitung der Parteigründung wird ein "Redaktionsausschuß" berufen, der sich am 12.9.1945 bereits wieder auflöst. Eine seiner Hauptaufgaben besteht in der Erarbeitung erster programmatischer Richtlinien, die am 5.9.1945 als Entwurf ("Grundsatz-Programm einer Christlich-Demokratischen Volkspartei in Bayern") vorgelegt werden können.

21. August

Der unterfränkische Regierungspräsident Adam Stegerwald versammelt im Einvernehmen mit der Militärregierung einen Kreis führender Personen aus dem Würzburger Raum zu einer Besprechung über eine künftige überkonfessionelle Partei. Er war schon 1920 für die Gründung einer interkonfessionellen, antisozialistischen Volkspartei eingetreten. Als Reichspolitiker faßt er eine gesamtdeutsche Partei ins Auge, die er mit dem ersten "Reichstreffen" im November 1945 auf den Weg zu bringen versucht.

25. August

In Würzburg einigt man sich darauf, der neuzugründenden Partei den Namen Christlich-Soziale Union zu geben. Die offizielle Gründung der Partei erfolgt am 13. Oktober in Würzburg.

27. August

Zulassung der Parteien auf Kreisebene in den Westzonen.

30. August

In einer Resolution wird zum ersten Mal der künftige Parteiname "Union" festgehalten.

12. September

Im Münchner Rathaus treffen sich 20 Personen, die einstimmig den Namen "Bayerische Christliche-Soziale Union" beschließen und einen weiteren Ausschuß zur Vorbereitung der Parteigründung einsetzen. Diese "Redaktionssitzung", bei der "die Union aus der Taufe gehoben" wurde, gilt als eigentliche Gründungssitzung der CSU.

17. September

Der "Ausschuß zur Vorbereitung der Gründung einer Christlich-Sozialen Union" tritt zu seiner ersten Sitzung zusammen.

28. September

Fritz Schäffer wird von der amerikanischen Militärregierung entlassen und Wilhelm Hoegner (SPD) als sein Nachfolger als Ministerpräsident eingesetzt (Kabinett Hoegner I).

11. Oktober

Als erste Parteigliederung wird die CSU in München von etwa 100 Personen im Rathaus formell gegründet. Am 25.11.1945 reicht sie den Antrag auf Lizenzierung bei der Militärregierung ein, den diese am 5.12.1945 genehmigt.

Hanns Seidel wird zum Landrat von Aschaffenburg ernannt (1945-1947).

13. Oktober

Gründung der CSU in Stadt und Landkreis Würzburg.

25. Oktober

In der "Kanzlei Dr. Müller" in der Gedonstraße, wo sich seit Juni 1945 regelmäßig ein Kreis politisch Gleichgesinnter trifft, beschließen führende CSU-Gründer, in München ein Sekretariat für das Land zu errichten. Damit wird der Vorläufer der künftigen CSU-Landesgeschäftsstelle geschaffen. Gegen Ende des Jahres wird August Wilhelm Schmidt als erster in die Funktion eines Landesgeschäftsführers der CSU eingesetzt.

25. November

Der Aufbau einer landesweiten Organisation der CSU wird eingeleitet. Man bildet einen neunköpfigen vorläufigen Ausschuß, der als Vorbereitender Landesausschuß zum ersten Mal am 30.11.1945 tagt.

3. Dezember

Adam Stegerwald stirbt in Würzburg.

14.-16. Dezember

In Bad Godesberg findet ein erstes Treffen der bis dahin organisierten Unions-Gruppen ohne Vertreter der bis dahin noch nicht lizenzierten CSU statt. Ein dort beschlossener Zonenverbindungsausschuß, dem dann auch bayerische Vertreter angehörten, sollte ab Anfang 1946 in Frankfurt die Zusammenarbeit und Vereinigung zonenübergreifend fördern. Er löst sich, nachdem er 26 Tagungen hinter sich gebracht hat, erst 1951 auf.

17. Dezember

Josef Müller wird zum "vorläufigen Vorsitzenden des Vorbereitenden Landesausschusses" (1945-1949) gewählt. Damit erhebt sich der Vorbereitende Ausschuß selbst zum Vorläufigen Landesausschuß und übernimmt faktisch die Funktion eines Landesvorstandes.

31. Dezember

Zehn-Punkte-Erklärung der Christlich-Sozialen Union.

1946

8. Januar

Der Vorbereitende Ausschuß beruft eine Tagung des "Erweiterten Vorläufigen Landesausschusses" der Union als erste landesweite Sitzung der CSU ins Münchner Rathaus ein, die Gründungsversammlung der CSU auf Landesebene. Es nehmen je fünf Delegierte aus jedem bayerischen Regierungsbezirk teil. Die vorläufige Satzung der CSU wird bestätigt und Landesarbeits- und Parteiausschüsse werden eingesetzt. Am gleichen Tag lizenziert die amerikanische Militärregierung die CSU und auch die SPD.

27. Januar

Zum ersten Mal seit 1929 finden in Bayern wieder Kommunalwahlen in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern statt. Die CSU erringt 36,8 Prozent.

9. Februar

Die Militärregierung beauftragt Ministerpräsident Wilhelm Hoegner, eine bayerische Verfassung vorzubereiten. Dieser beruft einen "Vorbereitenden Verfassungsausschuß", dem neben Hoegner als Vorsitzendem die Staatsminister Josef Seifried (SPD), Albrecht Roßhaupter (SPD), Heinrich Schmitt (KPD), die Staatssekretäre und CSU-Vertreter Heinrich Krehle, Hans Ehard und Anton Pfeiffer sowie die Münchner Bürgermeister Karl Scharnagl (CSU) und Thomas Wimmer (SPD) angehören. Als Sachverständiger nimmt Prof. Hans Nawiasky an mehreren Sitzungen teil.

24. Februar

In München wird der Jugendausschuß der CSU gegründet, zum Vorsitzenden Franz Steber gewählt.

30./31. März

In Bamberg tagt der Erweiterte Vorläufige Landesausschuß der CSU, der sich seitdem Landesarbeitsausschuß nennt. Josef Müller wird als alleiniger Landesvorsitzender bestätigt.

3. April

Als Vertreter der CSU lehnen Josef Müller und Friedrich Wilhelm von Prittwitz und Gaffron in Stuttgart den Führungsanspruch der Berliner CDU für die neu zu gründende überzonale Unionspartei ab.

24. April

Die Militärregierung verhängt ein zweijähriges politisches Betätigungsverbot über Fritz Schäffer.

28. April

Bei den Kreistagswahlen erreicht die CSU 67,9 Prozent.

17. Mai

Josef Müller wird auf der ersten Landesversammlung der CSU offiziell als Parteivorsitzender bestätigt. Sein umfangreicher Satzungsentwurf wird angenommen, die "maßgebenden Richtlinien", die sog. "Fünf Punkte der Union", verabschiedet.

26. Mai

Die CSU erreicht bei den Stadtkreiswahlen (Gemeinden über 20.000 Einwohner) 45,1 Prozent.

30. Juni

Bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung erhält die CSU 58,3 Prozent und damit 109 der 180 Sitze.

6.Juli

Franz Liedig löst August Wilhelm Schmidt als Landesgeschäftsführer (1946-1948) ab. Als er erkrankt, übernimmt Otto Schedl seine Aufgaben.

15. Juli

In München konstituiert sich die Verfassunggebende Landesversammlung (CSU 109, SPD 51, KPD 9, WAV 8, LDP/FDP 3 Sitze). Sie wählt Michael Horlacher zum Präsidenten (bis 30.12.1946) und bestimmt aus ihrer Mitte 21 Mitglieder (da-von 12 CSU-Abgeordnete) für den Verfassungsausschuß. Die CSU-Abgeordneten wählen Alois Hundhammer zum Fraktionsvorsitzenden.

28./29. August

Bei einer gemeinsamen Tagung der Landesvorsitzenden der CSU und CDU (ohne französische Zone) in Königstein verständigt man sich auf die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft und die Errichtung einer Geschäftsstelle als ersten Schritt zur Zusammenarbeit nach dem Zonenverbindungsausschuß. Die Arbeitsgemeinschaft konstituiert sich am 5./6. Februar 1947.

4. Oktober

Der CSU-Landesausschuß verabschiedet ein Grundsatzprogramm (14./15.12.1946) und die eigentliche Parteisatzung, die am 29.10.1946 von der Militärregierung genehmigt wird.

Herbst

Die amerikanische Militärregierung, darauf bedacht alle Tendenzen zur Zersplitterung der Parteienlandschaft schon im Keim zu ersticken, fordert im Herbst 1946 alle im Laufe des Jahres entstandenen Gruppierungen auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene - die zwar den Namen einer der fünf lizenzierten Landesparteien tragen, diesen organisatorisch aber nicht angehören - ultimativ auf, sich den Landesverbänden anzuschließen. Sie droht mit dem Entzug der Teilnahmeberechtigung an den Wahlen und fördert damit die Einigung und die Bildung eines geschlossenen Landesverbandes der CSU.

1. Dezember

Landtagswahl und Volksentscheid: Im Volksentscheid stimmen 70,6 Prozent der Wahlberechtigten der neuen Bayerischen Verfassung zu, die am 8. Dezember in Kraft tritt. Nach 14 Jahren findet erstmals wieder eine freie und geheime Wahl zum Bayerischen Landtag statt. Die CSU wird mit 52,3 Prozent die stärkste Partei und erhält 104 der 180 Sitze, die SPD erreicht 28,6 Prozent der Stimmen.

6. Dezember

Wahl des Landesvorstandes der CSU: Vorsitzender Josef Müller, Landesschatzmeister Max Grasmann, Landesgeschäftsführer Wilhelm August Schmidt, dann Franz Liedig; weitere Mitglieder: Emil Muhler, Elisabeth Meyer-Spreckels, Lorenz Sedlmayr, Franz Josef Strauß, August Haußleiter, Michael Horlacher, Richard Pflaum, Alois Hundhammer, Konrad Kübler, Eugen Rucker, Georg Barth, Gerhard Kroll, Hermann Stratmann, Alfred Euerl, Ernst Dürr, Franz Ludwig Sauer, Josef Maria Müller, Eugen Rindt, Wilhelm Eichhorn, Georg Gamperl, Karl Sigmund Mayr, Heinrich Pflügler, Johannes Semler, Hans Ehard, Michael Helmerich, Anton Pfeiffer, Hans Meinzolt, Hans Kraus, Hans Müller, Joseph Baumgartner, Heinrich Krehle, Andreas Lang, Josef Donsberger, Adam Sühler, Maria Probst, Karl Schmid, Elisabeth Hahn, Rudolf Birkl, Franz Heubl, Franz Steber, Hans Schütz, Walter Rinke.

14./15. Dezember

Auf der zweiten Landesversammlung der CSU in Eichstätt werden das Grundsatzprogramm und das Dreißig-Punkte-Programm als "Richtlinien der Christlich-Sozialen Union zur Überwindung der inneren und äußeren Not" verabschiedet, die Satzung der Partei angenommen und Josef Müller wieder zum Landesvorsitzenden gewählt.

16. Dezember

Der erste Bayerische Nachkriegs-Landtag konstituiert sich und wählt Michael Horlacher zum Präsidenten (1946-1950). Ministerpräsident Hoegner tritt zurück, führt jedoch die Amtsgeschäfte bis zur Neubildung einer Regierung weiter.

21. Dezember

Der neue Landtag wählt Hans Ehard (und nicht den CSU-Vorsitzenden Josef Müller) zum Ministerpräsidenten (1946-1954), der eine Koalitionsregierung aus CSU, SPD und WAV bildet (Kabinett Ehard I). CSU-Fraktionsvorsitzender wird Alois Hundhammer (1946-1951).

1947

11./12. Januar

Gründung der Jungen Union (JU), die den am 24.2.1946 gebildeten Jugendausschuß der CSU ablöst. Es wird zunächst ein dreiköpfiger Landesrat, bestehend aus Franz Steber, Otto Schedl und Rudolf Birkl als oberste Spitze eingesetzt, im Juli 1947 dann Fritz Höhenberger zum ersten Vorsitzenden (Landesobmann) gewählt.

5./6. Februar

41 Delegierte aus allen Bundesländern konstituieren in Königstein i. Taunus die "Arbeitsgemeinschaft CDU/CSU Deutschlands". Es wird eine Geschäftsordnung genehmigt, fünf Arbeitsausschüsse werden errichtet und ein Vorstand mit Josef Müller als Vertreter Bayerns gebildet. Die erste Tagung des Vorstands findet vom 13. bis 15.3.1947 in Berlin statt.

1./2. März

Erstmals trifft sich der "Ellwanger Kreis", ein unregelmäßig tagendes Forum aus CDU- und CSU-Vertretern der drei westlichen Zonen, zur Besprechung tagespolitischer Ereignisse. Ziel des Kreises ist es, die Wiedervereinigung Deutschlands auf föderativer Grundlage in die Wege zu leiten. Der Gesprächskreis löst sich erst Ende der 60er Jahre auf.

Mai

Gründung der "Studentischen Landesgruppe der CSU" in München. Bereits seit 1946 entstanden in der amerikanischen Besatzungszone lokale christlich-demokratische Studentengruppen, die sich an der CSU orientierten, untereinander aber kaum Kontakt hatten. Erst im Wintersemester 1950/51 verbinden sich die einzelnen Gruppen zum "Ring christlich-demokratischer Studenten" in Bayern. Erster Landesvorsitzender wird Anton Jaumann (1951-1953). Ein bundesweiter RCDS konstituiert sich am 23.2.1951 in Bonn.

25. Juni

Konstituierung des von den acht Landtagen gewählten Wirtschaftsrates in Frankfurt am Main. Bayern entsendet zwölf der insgesamt 52 Abgeordneten, sechs davon sind Mitglieder der CSU: Hugo Karpf, Fritz Flörl, Alfons Loibl, Kurt Fromm, Otto Seeling, Johannes Semler. Anfang 1948 wird die Zahl der Sitze verdoppelt, so daß auf Bayern 24 Abgeordnete entfallen.

24. Juli

Der Wirtschaftsrat wählt die Direktoren der Hauptverwaltungen der Bi-Zone. Da sich die SPD nicht beteiligt, stellen CDU und CSU allein die Direktoren. Hans Schuberth (CSU) übernimmt das Ressort Post und Fernmeldewesen. Johannes Semler (CSU), Direktor der Verwaltung für Wirtschaft, wird am 24.1.1948 wegen seiner in der "Hühnerfutterrede" geäußerten scharfen Kritik an der Besatzungspolitik entlassen und durch Ludwig Erhard ersetzt.

30./31. August

Auf der außerordentlichen Landesversammlung in Eichstätt verabschiedet die CSU ihr Wirtschafts- und Sozialprogramm.

Die ehemalige BVP-Reichstagsabgeordnete Thusnelda Lang-Brumann gibt den Zusammenschluß der Frauen (FAG) in der CSU zur Landesarbeitsgemeinschaft der Frauen vom 29. August bekannt. Ende August entsteht auch die Union der Ausgewiesenen und Flüchtlinge (UdA), deren Vorsitz Hans Schütz übernimmt. Der UdA ging ein Landesflüchtlingsausschuß, der sich schon früh gebildet hatte, voran.

Die Arbeitnehmer schließen sich zur Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA) zusammen. Heinrich Krehle wird erster Vorsitzender.

20. September

Nach dem Rücktritt der SPD-Minister am 15.9. und dem Ausscheiden der SPD aus der Koalitionsregierung, beruft Ministerpräsident Ehard mit Ausnahme des parteilosen Staatssekretärs Wolfgang Jaenicke eine reine CSU-Regierung (Kabinett Ehard II).

4. Dezember

Der Bayerische Senat konstituiert sich und wählt Dr. Josef Singer zu seinem Präsidenten (1947-1967). Bayern hat als einziges Bundesland eine ständisch zusammengesetzte Zweite Kammer, die jedoch nur beratende Funktion hat.

1948

14. Januar

Die CSU lehnt den Zusammenschluß mit den anderen Unionsparteien ab.

9. Februar

Der Frankfurter Wirtschaftsrat wird reformiert, die Zahl der Sitze von 52 auf 104 verdoppelt. Der Landtag wählt am 18.2.1948 weitere zwölf Mitglieder für den Wirtschaftsrat, darunter auch Max Zwicknagl, Hans Schütz, Thusnelda Lang-Brumann und den 32jährigen Franz Josef Strauß, Landrat von Schongau und als Oberregierungsrat Leiter des Jugendamtes im Innenministerium.

28./29. Februar

Der CSU-Landesausschuß beschließt eine Satzungsänderung, die dem Landesvorsitzenden mit August Haußleiter (1948-1949) und Michael Horlacher (1948-1951) zwei Stellvertreter zur Seite stellt.

2. März

Ludwig Erhard wird Direktor im Frankfurter Wirtschaftsrat. Er setzt zusammen mit Franz Josef Strauß die Idee der Sozialen Marktwirtschaft durch. 1945-1946 war er auch bayerischer Wirtschaftsminister.

25. April

Bei den Kreistagswahlen kommt die CSU auf 44,2 Prozent, bei den am gleichen Tag stattfindenden Gemeindewahlen erreicht sie 22,5 Prozent.

30. Mai

Die CSU erreicht bei den Stadtkreiswahlen 20,4 Prozent.

14. Juni

Mit der Gründung des Wirtschaftsbeirats der Union e.V. bildet der Unternehmerflügel der CSU eine eigene Organisation unter dem Vorsitz des Augsburger Papierfabrikanten Georg Haindl. 

25. August

Der Landtag wählt 13 bayerische Vertreter (8 CSU, 4 SPD, 1 FDP) für den Bonner Parlamentarischen Rat, der am

1. September

zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt. Die CSU-Vertreter des insgesamt 65 Mitglieder umfassenden Rates zur Ausarbeitung des Grundgesetzes sind Anton Pfeiffer, Josef Schwalber, Gerhard Kroll, Wilhelm Laforet, Ferdinand Kleindinst, Karl Sigmund Mayr, Kaspar Gottfried Schlör und Kaspar Seibold. Die bayerische SPD wurde durch Hans-Heinz Bauer, Josef Seifried, dann Albert Roßhaupter, Willibald Mücke und Jean Stock, und die FDP durch Thomas Dehler vertreten.
 14. Oktober

Die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) wird in Garmisch-Partenkirchen gegründet. Den Vorsitz übernimmt der Münchner Oberbürgermeister Karl Scharnagl.

18. Dezember

Franz Josef Strauß wird als Landesgeschäftsführer bestellt.

1949

28. Mai

Hans Ehard wird in Straubing als Nachfolger von Josef Müller zum neuen Vorsitzenden der CSU (1949-1955) gewählt.

8. August

Der am 12.9.1946 geschaffene Wirtschaftsrat hält seine letzte Sitzung ab.

14. August

Bei der Bundestagswahl erreicht die CSU 29,2 Prozent der Stimmen (bundesweit 5,8 Prozent). Die CSU-Landesgruppe, die 24 Abgeordnete umfaßt, konstituiert sich als selbständige Fraktion zur Vertretung bayerischer Interessen und wählt Fritz Schäffer zum Obmann. Sein Stellvertreter ist Franz Josef Strauß, der bis zum Ende der Legislaturperiode den Vorsitz der Landesgruppe geschäftsführend übernimmt (1949-1953).

7. September

Der Landesgeschäftsführer der CSU, Franz Josef Strauß, wird Generalsekretär (1949-1953), die Aufgaben des Landesgeschäftsführers übernimmt Hans Heggenreiner (1949-1952).

15. September

Konrad Adenauer wird zum ersten Bundeskanzler (1949-1963) gewählt. Seiner Regierung gehören die CSU-Mitglieder Fritz Schäffer (Finanzen), Wilhelm Niklas (Landwirtschaft und Ernährung) und Hans Schuberth (Post- und Fernmeldewesen) an.

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Bildergalerie (14 Bilder)

1950

8. Februar

Landtagspräsident Michael Horlacher tritt von seinem Amt zurück, sein Nachfolger wird der am 26.2.1946 zum Präsidenten des Bayerischen Beratenden Landesausschusses ernannte und als letzter Landtagspräsident vor 1933 fungierende Georg Stang (stirbt am 10.5.1951).

3. Juni

Die erste Ausgabe des BAYERNKURIER erscheint. Schon vorher hatte Josef Müller von Dezember 1948 bis April 1949 eine Wochenzeitung der CSU herausgegeben. In bewußter Anlehnung an die von Fritz Gerlich und Pater Ingbert Naab vor 1933 herausgegebene Zeitung nannte er sie "Der gerade Weg".

20. Oktober

In Goslar findet der erste Bundesparteitag der Union statt. Bis auf die CSU, die selbständig bleibt, schließen sich alle Landesvorsitzenden der christlich-demokratischen Unionsparteien West-Deutschlands, West-Berlins und der Exil-CDU zu einer gemeinsamen Parteiorganisation zusammen.

26. November

Landtagswahl: Vor allem die innerparteilichen Flügelkämpfe in der CSU und die erstmals kandidierende Bayernpartei (17,9 Prozent) schwächen die CSU. Sie erhält noch 27,4 Prozent, 64 der 204 Sitze.

18. Dezember

Ministerpräsident Hans Ehard bildet eine Koalitionsregierung aus CSU, SPD (28 Prozent) und BHE/DG (12,3 Prozent) (Kabinett Ehard III).

1951

5. Februar

Josef Brunner übt als stellvertretender Generalsekretär (1951-1953) die Aufgaben eines Landesgeschäftsführers aus.

19. Juni

Alois Hundhammer (1951-1954) wird zum Nachfolger des am 10.5.1951 verstorbenen Landtagspräsidenten Georg Stang gewählt. Sein Amt als CSU-Fraktionsvorsitzender übernimmt der Bamberger Prälat Georg Meixner (1951-1958).

1952

30. März

Die CSU erreicht bei den Kommunalwahlen 26,9 Prozent.

5./6. Juli

Die Landesversammlung der CSU beschließt in Regensburg eine neue Satzung und wählt Franz Josef Strauß zum stellvertretenden Landesvorsitzenden.

1953

19. Februar

Erster Auftritt von Franz Josef Strauß beim Politischen Aschermittwoch im Wolferstetter Keller in Vilshofen.

2./3. Mai

Neuanfang für die Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft - Arbeitnehmergruppe der CSU in Bayern (CSA).

6./7. Juni

Die Frauenarbeitsgemeinschaft (FAG) erhält die erste Geschäftsordnung. Der ersten Vorsitzenden Thusnelda Lang-Brumann folgt die Landtagsabgeordnete Zita Zehner.

4./5. Juli

Die Union der Ausgewiesenen und Flüchtlinge (UdA) benennt sich in Union der Vertriebenen (UdV) um.

10. August

Der bisherige stellvertretende Generalsekretär Josef Brunner wird Generalsekretär (1953-1954).

6. September

Bei der Bundestagswahl erreicht die CSU 47,9 Prozent (im Bundesdurchschnitt 8,8 Prozent), die Landesgruppe umfaßt 52 Abgeordnete (20,8 Prozent von 250 CDU/CSU-Abgeordneten). Franz Josef Strauß wird zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe gewählt. Nach seinem Einzug ins Kabinett übernimmt Richard Stücklen geschäftsführend den Landesgruppenvorsitz (1953-1957) und wird auch stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Der Bundestag wählt Richard Jaeger zu seinem Vizepräsidenten (1953-1965, 1967-1976).

20. Oktober

Bundeskanzler Konrad Adenauer beruft Franz Josef Strauß als einen der vier Bundesminister für besondere Aufgaben (1953-1955). Die anderen von der CSU gestellten Minister sind: Fritz Schäffer (Finanzen), Hans Schuberth (Post- und Fernmeldewesen, seit 10.12.1953 Siegfried Balke).

November

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) wird gegründet, mit Pfarrer Alfons Kreußel als erstem Vorsitzenden.

1954

28. November

Bei der Landtagswahl erhält die CSU 38,4 Prozent der Stimmen und bildet mit 83 Abgeordneten die größte Fraktion. Nach vielen Verhandlungen bildet aber Wilhelm Hoegner am 9.12.1954 mit SPD, BP, BHE und FDP die Viererkoalition. Sie besteht bis 1957 (Kabinett Hoegner II).

13. Dezember

Der bisherige Ministerpräsident Hans Ehard wird zum Landtagspräsidenten (1954-1960), Hanns Seidel zum Sprecher der Fraktion gewählt. Prälat Georg Meixner bleibt Vorsitzender der Fraktion.

18. Dezember

Heinz Lechmann wird mit der Führung der Geschäfte des Generalsekretärs beauftragt (1954-1955)

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