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ASP Kreisverband München Land - Kreisvorsitzender Ulrich P. Staudt

KONSUL-tationen des ASP zu Europa „Die Idee den Realitäten anpassen“

 
v.l.: Florian Hahn, MdB, Peter Vermeij, Jean-Claude Brunet, Dr. Erich Vad, Ulrich-Peter Staudt, Ernst Weidenbusch, MdL (Foto: Michael Stiller)

Aschheim / Landkreis – 
Einmal im Jahr lädt der Außen- und Sicherheitspolitische Arbeitskreis (ASP) der CSU München Land hochrangige Politikexperten und Vertreter aus anderen Ländern zum Dialog. In der Veranstaltungsreihe  KONSUL-tationen“ beleuchteten Diplomaten und Fachleute die außen- und sicherheitspolitische Lage.
Im Gasthof „Zur Post“ in Aschheim trafen sich diesmal der Generalkonsul aus den Niederlanden, Peter Vermeij, der Generalkonsul Frankreichs, Jean-Claude Brunet, und der Historiker und Brigadegeneral a.D. Dr. Erich Vad unter dem Titel „Wohin rückt Europa?“ zum Meinungsaustausch.

Erich Vad beleuchtete die militärische Rolle Europas in der Welt. Er sprach sich gegen eine eigene europäische Armee aus. Die europäischen Streitkräfte sollten dafür eine ergänzende Rolle zur NATO einnehmen. In der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten sieht Erich Vad die Chance für ein besseres Verhältnis zu Russland. „Dieses würde sich unter einer Präsidentin Clinton anders entwickeln als unter Trump“, ist er überzeugt. „Wir sollten Donald Trump eine Chance geben“, forderte Vad weiter.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass der europäische Gedanke von den Bürgern in Europa als richtig angesehen wird, doch die Ausgestaltung Europas eher kritisch gesehen wird. Jean-Claude Brunet blickte in seinem Vortrag auf das Referendum zur Europäischen Verfassung im Jahr 2005. Damals lehnten die Franzosen die Verfassung ab. Dabei stimmten viele gegen die Verfassung, da sie zu viel Einfluss durch Europa befürchteten. Für Andere enthielt die Verfassung dagegen zu wenig Europa und begründeten damit ihr Nein. Brunet ist überzeugt, dass die Franzosen nicht vergessen haben, dass ein vereintes Europa den Frieden sichert. „Die Franzosen denken noch heute an die deutsch-französische Aussöhnung und sind dankbar dafür“, versicherte der Diplomat. Peter Vermeij erklärte den rund 60 Besuchern wie seine Landsleute „ticken“, wie er es selbst formulierte. Viele Niederländer sind mit ihrer derzeitigen persönlichen Situation zufrieden, doch plagen sie Zukunftsängste. Dies hat zur Folge, dass sich auch in Holland in der Parteienlandschaft einiges ändert, sich Mehrheiten verschieben. Die Analyse aus Holland deckt sich mit der von Florian Hahn in Deutschland. „Deutschland geht es gut, doch machen sich die Menschen Sorgen“, stellte der Bundestagsabgeordnete und ASP-Landesvorsitzende in seinem Grußwort fest. Der Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch, der zusammen mit dem ASP-Kreisvorsitzenden Ulrich Staudt die Veranstaltungsreihe KONSULT-tationen 2013 ins Leben rief, brachte die Zukunft Europas mit den Worten auf den Punkt: „Es geht darum, die Idee Europa den Realitäten anzupassen“.

(Bericht: Michael Stiller)