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Statement Markus Ferber, MdEP

Warnung vor einer weiteren Lockerung der Geldpolitik

Straßburg, 09. März 2016 

Mit Blick auf die morgen anstehende Sitzung des EZB-Rates warnt der CSU-Finanzexperte und 1. Stellvertretende Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses, Markus Ferber vor einer weiteren Lockerung der Geldpolitik: 

"Ich warne Mario Draghi davor, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen, denn der Verlierer wäre der kleine Mann. Das Anleihenkaufprogramm der EZB hat seine Wirkung bisher vollkommen verfehlt und lediglich dazu beigetragen, die Bilanz der EZB mit riskanten Papieren zu belasten. Das neu gewonnene Geld kommt in der Realwirtschaft doch überhaupt nicht an. Die Wachstumsschwäche in einigen Mitgliedstaaten ist struktureller Natur und wird sich nur durch Strukturreformen und nicht durch eine lockere Geldpolitik lösen lassen. Wenn EZB-Präsident Draghi angesichts dieses Befunds noch mehr von der falschen Medizin vorschlagen will, wäre das schlichtweg absurd. Das Problem ist nämlich nicht die Dosierung, sondern die Wahl der falschen Medizin. Eine solche Entscheidung würde die Nebenwirkungen verstärken, aber die Krankheit nicht heilen. Gelddrucken hat sich in der Vergangenheit noch nie als Option bewährt, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Wer für langfristigstes Wirtschaftswachstum sorgen will, muss sich auf die Steigerung der Produktivität konzentrieren und das geht nur über Strukturreformen und nicht durch Gelddrucken. In der Pflicht sind die Regierungen der Mitgliedstaaten und nicht die Zentralbank. Der EZB-Rat muss sich daher morgen ganz klar zu einer verantwortungsvollen Geldpolitik bekennen und der Idee einer weiteren Lockerung der Geldpolitik eine Abfuhr erteilen."