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Leserbrief im Donaukurier

Bomben schaffen keinen Frieden

 
ASP-Kreisvorsitzender IngolstadtChristian Wilhelm

Leserbrief zum Artikel „Bomben schaffen keinen Frieden“

Donaukurier vom 2. September 2013, S. 17

Manchmal würde es schon reichen, wenn man nur ein einziges Buch gelesen hätte. Im Artikel 87a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland heißt es: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“. Bildung, d.h. auch Schulbildung, beinhaltet für mich Wissensvermittlung, zu der auch das Wissen über die politischen, wirtschaftlichen, religiösen und sozialen Organisationen und Strukturen unseres Staates gehört. Die Forderung „Bundeswehr raus aus den Schulen“, die von den wenigen Teilnehmern des marxistisch-leninistischen Flurumgangs zum Antikriegstag erhoben wurde, kann sich dagegen nicht auf einen Verfassungsauftrag an die parlamentarische und außerparlamentarische Opposition, das Gelingen dieses Auftrags nach Kräften zu behindern, abstützen.
Wenn Frau Bulling-Schröter, als Bundestagsabgeordnete immerhin Mitglied eines Verfassungsorgans, dabei zudem behauptet, kein Einsatz der USA habe eine Region bisher sicherer gemacht, stellt sich für mich die Frage, ob sie überhaupt mit der Existenzgrundlage unseres Staates vertraut ist: Nämlich der Bereitschaft der USA und unserer jetzigen NATO-Partner, mit dem Einsatz aller Ressourcen und auch mit dem Tod eigener Staatsbürger im zweiten Weltkrieg Frieden in Europa zu erzwingen und danach über Jahrzehnte zu bewahren. Dass die Linken als Nachfolger der SED-Parteidiktatur, die den zweiten vollständig durchmilitarisierten Staat auf deutschem Boden zu verantworten hat, nun „Frieden ohne Waffen“ schaffen wollen, könnte man als Treppenwitz der Geschichte bezeichnen.
Witzig ist es leider nicht, wenn man dann mit einigen dieser erkennbar nicht an Erkenntnisgewinn interessierten Personen bei der DGB-Abendveranstaltung „Religion und Gewalt“ zusammen trifft. Statt dem kompetenten evangelischen Theologen, dessen Vortrag durchaus Ansatzpunkte zu kontroverser Diskussion bot, Fragen zu stellen, wurde nach pubertären und sachfernen Kommentaren das mir noch aus Studienzeiten vom Spartakus-Bund bekannte Mittel der Diskussionsverlagerung gewählt. Gott sei Dank gelang es dem zweiten Bevollmächtigten des DGB, Bernhard Stiedl, das Ruder herum zu reißen, so dass die diesjährige Veranstaltung nicht zum glaubensverstärkenden Wortgottesdienst der säkularen Religion „Anti-Faschismus“ umfunktioniert werden konnte.
Eine These des Referenten, dass extremistische Gewalt und Fanatismus ihre Wurzel oft in Ohnmachts- und Frustrationserfahrungen (siehe islamische Welt) haben, kann ich angesichts der politischen Bedeutung der politischen Linken und der von ihnen vor wenigen Wochen verständnisvoll bewerteten Anschläge auf staatliches Bundeswehreigentum in Deutschland gut nachvollziehen. Das ist für mich aber noch lange keine Entschuldigung oder gar ein Grund, dieses Verhalten zu unterstützen oder auch nur zu tolerieren. DGB und SPD sind gut beraten, hier eine Firewall einzuziehen und den Feinden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung keinen zusätzlichen Raum zu geben.

Ingolstadt, den 02.09.2013 Christian Wilhelm

Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) der CSU
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