Kolumne

18.02.2012
Dobrindt: Griechenland sollte im Notfall austreten
Es ist gut, dass sich in Europa jetzt endlich ein Paradigmenwechsel durchsetzt: Schluss mit der Schuldenmacherei, hin zu einer neuen Stabilitätskultur. Das ist ein großer Erfolg für Bundeskanzlerin Angela Merkel und für uns als CSU. Wir fordern seit langem einen Stabilitätspakt mit Zähnen und automatische Sanktionen für Schuldensünder. Wir sind solidarisch, aber wir kippen nicht unendlich viel Geld in ein Fass ohne Boden.
Griechenland bleibt noch immer weit hinter seinen eigenen Reformzielen zurück. Wir müssen für den nicht auszuschließenden Fall Vorkehrungen treffen, dass die griechische Politik die versprochenen Reformen nur mangelhaft oder überhaupt nicht umsetzt und Griechenland nicht wieder auf die Beine kommt. Dann müsste man die griechische Regierung überzeugen, dass ein geordnetes Ausscheren aus dem Euro für ihr Land besser ist als ein drohender, unkontrollierbarer Kollaps. Dazu braucht es einen Notfallrettungsplan: Erst muss ein Schuldenschnitt erfolgen, der zweite Schritt ist ein "Marshallplan" für den Wiederaufbau der griechischen Wirtschaft. Wenn das gelingt, wird es für Griechenland auch eine Perspektive für die Rückkehr in die Eurozone geben.
Autor: Generalsekretär Alexander Dobrindt
Quelle: Bayernkurier Nr. 6 vom 18. Februar 2012





