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13.02.2010

Bsirske: doppelbödig und unmoralisch

Verdi-Chef Bsirske hat seine Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen mit einer schweren Glaubwürdigkeits-Hypothek belastet. Bsirske fordert derzeit für den öffentlichen Dienst fünf Prozent mehr Lohn. Im Tarifstreit hat er mit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr und auf den Flughäfen bereits schwere Geschütze aufgefahren. Doch Bsirske treibt dabei ein doppeltes Spiel. Wie nun bekannt wurde, will er seine eigenen Verdi-Mitarbeiter mit nur 1,5 Prozent Lohnerhöhung abspeisen. Sind die Kassen bei Verdi knapp? Angesichts der wirtschaftlichen Lage im Land wäre es nachvollziehbar, dass auch die Gewerkschaften aufs Geld schauen. Bei den öffentlichen Haushalten sieht es nicht anders aus.

Das ignoriert Bsirske in den Tarifverhandlungen allerdings völlig. Viel schwerer wiegt noch, dass der Verdi-Boss seiner Chefetage ein dickes Gehaltsplus von sage und schreibe bis zu 8,6 Prozent genehmigt hat. Deswegen ist es doppelbödig und unmoralisch, was Bsirske derzeit bei den Tarifverhandlungen abzieht. Bsirske untergräbt damit die Glaubwürdigkeit der Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen massiv. Der Nachgeschmack ist schal: Bei Verdi sollen alle gleich sein, aber die Verdi-Chefetage ist gleicher.

Autor: Generalsekretär Alexander Dobrindt
Quelle: Bayernkurier Nr. 6 vom 13. Februar 2010

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