Pressemitteilung

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Presseerklärung CSUnet zu eSport

Europa braucht eigenen Computerspielpreis – eSport muss olympisch werden

„Computerspiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dies muss endlich auch durch eine formale Anerkennung als Olympiadisziplin sichtbar werden“, erklärt Dorothee Bär, MdB, Vorsitzende des netzpolitischen Arbeitskreises der CSU im Vorfeld der diesjährigen Gamescom. Außerdem fordert der CSUnet einen europäischen Computerspielpreis.

„Im Regierungsprogramm der CDU/CSU zur Bundestagswahl legen wir ein klares Bekenntnis zum eSport ab und wollen ihn stärken. Länder wie Russland, Finnland oder Südkorea haben eSport bereits offiziell als Sportart anerkannt. Das Asiatische Olympische Komitee hat eSport mittlerweile ins Programm für die Asienspiele aufgenommen. Erste Klubs aus der Fußball-Bundesliga haben eSport-Mannschaften gegründet, zum Beispiel Schalke 04 und der VfL Wolfsburg. Die Entwicklung der Spieler- und Zuschauerzahlen sowie der Altersstruktur im eSports-Bereich zeigten deutlich, dass es sich hierbei nicht mehr nur um eine Nische handelt, sondern der eSport zum weltweiten Massenphänomen geworden sei. Auch die wirtschaftliche Komponente sei nicht zu unterschätzen: Bis 2020 soll das eSport-Publikum weltweit auf fast 600 Millionen Zuschauer anwachsen und laut Untersuchungen Einnahmen in Höhe von fast 1,5 Milliarden US-Dollar einspielen.

„Hier müssen wir in Europa dringend aufholen. Die Sportart Schach ist unser bestes Vorbild. Dort treten mittels einer Spielidee, eines Bretts und mittels Figuren mehrere Menschen gegeneinander an und messen ihre geistigen Leistungen. Darüber hinaus kann die Formel 1 ins Feld geführt werden, bei der unter anderem geistige und motorische Fähigkeiten kombiniert mit einem hochtechnischen Gerät gegeneinander antreten. Denn auch bei eSport sind diese Fähigkeiten erforderlich, um im Wettkampf zu bestehen. Messungen haben ergeben, dass eSportlerinnen und eSportler teilweise Herzfrequenzbereiche erreichen, die denen eines Marathonlaufs durchaus ähnlich sind.

„Die gesellschaftliche Akzeptanz und Begeisterung für Wettkämpfe mit Computer- und Videospielen wächst stetig. Da ist die offizielle Anerkennung als Sportart nur noch ein logischer Schritt. Etwaige rechtliche Hürden müssen wir angehen“, so die CSU-Politikerin.

Auf europäischer Ebene solle ein europäischer Computerspielpreis eingeführt werden. „Es erschließt sich mir nicht, warum es einen Europäischen Filmpreis gibt, aber keinen Europäischen Computerspielpreis. So wie wir vor einigen Jahren erfolgreich den Deutschen Computerspielpreis aufsetzen konnten, müssen wir ihn jetzt auch auf europäischer Ebene etablieren. Denn: Computer- und Videospiele sind wichtiges Wirtschafts- und Kulturgut. Sie sind aus dem Alltag vieler Menschen in unserem Land nicht mehr wegzudenken. Sie treiben die technische Innovation in anderen Branchen voran und stoßen einen Technologietransfer an. Die Innovationskraft und wachsenden Bedeutung von Computer- und Videospielen als Leitmedium der digitalen Gesellschaft muss auch auf europäischer Ebene durch einen entsprechenden Preis Rechnung getragen werden.