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ICE-Ausbau

CSU bezieht klar Position gegen ICE-Ostumfahrung

 

Bamberg – Die „Ostumfahrung“ ist die schlechteste Trassenvariante beim ICE-Ausbau. Diese Position vertreten geschlossen die CSU in Stadt und Landkreis Bamberg. Sie plädieren für eine Ablehnung dieser Variante. „Wir stehen vor einer historischen Entscheidung“, sagte CSU-Stadtratschef Dr. Helmut Müller. Die Ostumfahrung habe gravierende Nachteile für die Stadt, so MdB Thomas Silberhorn.

 

Die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans genannte Ostumfahrung sei keine Vorentscheidung, sagte Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn. Hier handle es sich lediglich um einen Verwaltungsvorschlag. „Ich setze mich dafür ein, dass konkret die Ostumfahrung aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wird.“ Allerdings müsse sich die Stadt Bamberg endlich positionieren.

 

ICE-Systemhalt / Güterverkehr / Lärmschutz

 

Mit einer Ostumfahrung sei der für Bamberg so wichtige ICE-Systemhalt in Frage gestellt, sagte CSU-Kreisvorsitzender Bamberg-Stadt Dr. Christian Lange. Wenn die Bahn einmal Fernverkehrszüge um Bamberg herumleite und die Bahn damit Zeit gewinne, könne man davon ausgehen, dass der Systemhalt wackle. „Dieser ICE-Haltepunkt ist nicht nur für das Wirtschafts- und Tourismuszentrum Bamberg, sondern für die gesamte Region von fundamentaler Bedeutung“, sagte Landrat Johann Kalb.

 

Bambergs Bürgermeister Dr. Christian Lange machte klar, dass es bei der Bahn keine “diskriminierungsfreie Strecke“ gibt. Diskriminierungsfrei bedeutet: es gibtkeine Gleise, die entweder nur für Güter- oder nur für Personenverkehrszüge genutzt werden. Bei einer Ostumfahrung könnten also auch Güterzüge durch die Stadt fahren, wenn es von der Streckenführung für die Bahn von Vorteil sei. „Die Anwohner in der Stadt hätten dann zudem weiterhin keinen Lärmschutz!“ Dieser werde nur dann in der Stadt errichtet, wenn im Bestand ausgebaut würde, so Silberhorn.

 

Der Lärm werde nicht vermindert, sondern nur verlagert, betonten Stadtrat Peter Neller und die Vertreter aus dem Landkreis. Mit der neuen Trasse seien viel mehr Menschen mit den Auswirkungen betroffen. So wären neben den Anwohnern in Bamberg-Ost, auch die Gemeinden Gundelsheim und Memmelsdorf/Lichteneiche berührt.

 

Auch bei weiteren Vorhaben mache der Nichtausbau der bisherigen Strecke der Stadt einen Strich durch die Rechnung. „Wir verfolgen immer noch die Idee eines S-Bahn-Halts Bamberg-Süd“, so CSU-Kreisvorsitzender Lange. Diesen wolle man, um die Brose Arena mit ihren vielen Veranstaltungen verkehrstechnisch besser anzuschließen und die Parkplatzsituation entscheidend zu verbessern.

 

 

Wasser /Wald & Flächenverbrauch

Auf negative Folgen einer Ostumfahrung für die Wasserversorgung wies Stadtratsfraktionsvorsitzender Dr. Helmut Müller hin: Bei einer Osttrasse gebe es Eingriffe in die Trinkwasserströme. Es sei nicht absehbar, wie sich diese verändern würden. „Der Hauptsmoorwald ist ein äußerst wichtiges Gebiet für die Trinkwasserversorgung unserer Stadt, hier liegen Anströmbereiche für unsere Brunnen.“ Plakativer sagte Landrat Johann Kalb: Mit der Ostumfahrung grabe sich die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes selbst das Wasser ab.

 

Die Osttrasse sei ein „ökologischer Frevel“ formulierte Müller klar und deutlich: Einen großflächigen Kahlschlag und Flächenfraß brächte die Ostumfahrung mit sich. Damit würde eine grüne Lunge der Stadt plattgemacht. „Jenseits der A73 ist der Hauptsmoorwald so bedeutend, dass er den Status des nationalen Naturerbes hat.“ Auf der anderen Seite dagegen wolle man ihn dagegen ohne mit der Wimper zu zucken zerstören. „Der Hauptsmoorwald hat Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion für Bamberg und die Bewohner“, so Stadtrat Peter Neller. „Diese Lebensqualität geht für Bamberg und die Region verloren.“