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Leserbrief zur Berichterstattung 9+2

Weiterer Schulstandort im Landkreis

Dr. Thomas Bauer
 

An dieser Stelle möchten wir einen Leserbrief veröffentlichen, der in der teilweise unsachlichen und sehr emotionalen Diskussion helfen kann, die Hintergründe und sachlichen Fakten zu verstehen.

2013 wurde in Wartenberg  ein 9+2 Standort eingerichtet.

Die CSU-Kreisräte diskutierten 11/2015 u.a. mit der Schulamtsleiterin  Marion Bauer die Möglichkeit eines weiteren Standortes, um den südöstlichen Landkreis abzudecken. 12/2015 wurde dann von der CSU der Antrag gestellt einen weiteren Standort  zu untersuchen Zeitgleich wurde Landrat Bayerstorfer von Isens Bürgermeister Siegfried Fischer und dessen Schulleiter Michael Oberhofer gebeten einen weiteren   9+2 Standort in Isen einzurichten. Im Auftrag des Landrats wurde die FHM Erding beauftragt neben Isen auch andere Standorte zu untersuchen um den Geeignetsten zu finden. Von den in Frage kommenden Schulen bewarben sich Finsing, Isen und Wörth. Alle drei Schulen sind von ihrer Struktur  her geeignet einen 9 + 2-Zug umzusetzen und gefährden keinen M-Schul-Standort. Wörth wurde auf Grund der zu erwartenden Schülerzahlentwicklung von den Gutachtern als nicht geeignet angesehen.

Die Erreichbarkeit  im bestehenden ÖPNV-Systems ist bei Isen insgesamt besser gegeben. Bei Finsing können Schüler aus  Dorfen, St.Wolfgang und Lengdorf  im bestehenden ÖPNV-System  in vertretbarer Zeit überhaupt keinen 9 + 2 Standort  erreichen. Isen  ist von Pastetten, Forstern und Wörth meist nicht akzeptabel zu erreichen..

Hier besteht  jedoch die Alternative 9 + 2 in Poing. Die  Beförderungskosten, die der Landkreis als  freiwillige Leistung übernimmt, wurden ebenfalls  in die Beurteilung mitaufgenommen. Hier ist  Isen günstiger, da bestehende MVV-Linien und Schulbuslinien genutzt werden,  während bei Finsing  die teurere Anbindung der Deutschen Bahn (Dorfen-Markt Schwaben) sowie eine neue Buslinie Markt Schwaben -Finsing bezahlt werden müssen. Auch die 9+2-Modelle in Poing und Haag/Obb. wurden als Alternativen untersucht. Poing kann von einer ganzen Reihe Landkreisgemeinden gut erreicht werden, Haag wurde letztendlich nicht eingerichtet. Deshalb wäre  Isen  auch für Schüler aus dem Landkreis Mühldorf eine Alternative. 9+2 war Thema in 3 öffentlichen Ausschusssitzungen des  Kreistags. Die Systematik des Gutachtens wurde erklärt, die Tendenzen erläutert und die Anbindung der Gemeinden an die Standorte dargestellt. Die Schulamtsleiterin Marion Bauer bat den Kreistag  um eine Richtungsempfehlung, dem dieser im Oktober nachkam.

Der Kreistag konnte am 10.Oktober lediglich darüber entscheiden, für welchen Standort er bereit ist, die Schülertransportkosten zu übernehmen. Unter den Aspekten bestmögliche Abdeckung des Landkreises bei gleichzeitig auch noch  geringeren Transportkosten war die Entscheidung für Isen, die die gesamte CSU-Fraktion als einzige einstimmig mittrug, die sachlich Richtige. Ich hoffe, dass diese  Darstellung  zur Versachlichung der ganzen Diskussion beiträgt. Primär geht es darum, annähernd gleiche Bildungsmöglichkeiten im gesamten Landkreis zu schaffen und nicht, ob eine Schule zwei oder drei Klassen mehr hat.

Dr. Thomas Bauer

1. Vorsitzender der Kreistagsfraktion der CSU