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Dr. Ludwig Spaenle in Wartenberg

Aktuelle Themen zur bayerischen Bildungspolitik

 
Dr. Ludwig Spaenle und der Wartenberger CSU-Ortsvorsitzende Markus Straßberger

Die CSU Wartenberg hatte ihre Einladung mit einem Fragenkatalog versehen. Kultusminister Ludwig Spaenle kam tatsächlich mit Antworten.

VON KLAUS KUHN Erdinger Anzeiger
Zum 1. August bekommt die Marie-Pettenbeck-Schule Wartenberg einen neuen Rektor. Diese Nachricht kam vom Chef selbst. Kultusminister LudwigSpaenle sprach am Mittwochabend vor etwa 50 Zuhörern im Reiter-Saal und musste sich 3. Bürgermeister Christian Pröbst sagen lassen:
"Jetzt sind es zwei Wochen vor den Ferien, und wir haben immer noch keine Schulleitung. Das ist mit 500 Schülern eine riesige Schule. Die neue Kraft muss sich doch einarbeiten können."

Der Minister bat um Verständnis: "Es waren mehrere Ausschreibungsrunden erforderlich, und das dauert seine Zeit." Stand Mittwochnachmittag sei es aber so, dass wahrscheinlich dic Stellenbesetzung zum 1. August funktioniere. Wer der neue Rektorist, konnte Spaenle noch nicht sagen.

Der CSU-Ortsverband hatte den Minister nicht nur eingeladen, sondern ihm zur Vorbereitung einen Fragenkatalog geschickt. Diesen arbeitete Spaenle tatsächlich auch ab. Pröbst sprach die Themen der Liste an, etwa die Schülerbeförderung: Die Busse nach Erding seien "proppenvoll", sagte Pröbst unter dem Beifall der Gäste im Saal.
"Wenn der Skiclub einen Ausflug macht, muss jeder einen Sitzplatz haben und angeschnallt sein. Bei der Schülerbeförderung gilt das nicht.
Dabei fahre der Bus genau so schnell. "
Der Minister musste mit der Schulter zucken und sagte nur:
"Da bin ich ausnahmsweise nicht zuständig."

Die örtlichen Parteifreunde wollten auch wissen, wie es um die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund stehe. Hierzu verwies der Minister auf große finanzielle Anstrengungen des Freistaats auf diesem Gebiet.Schulen, die sich hier engagieren, könnten weitere Lehrerstunden erhalten.

Die Ganztagesschule war das nächste Thema, das die Wartenberger interessierte. In der Grundschule der Marie-Pettenbeck-Schule wird ja zum kommenden Schuljahr die gebundene Form eingeführt. "Wir investieren hier ganz massiv", erklärte der CSU-Politiker. Ob ein offener oder gebundener Ganztageszug etabliert wird, entscheide die Schule in Abhängigkeitvom örtlichen Bedarf.
"Wir setzen auf eine Vielfalt der Betreuungsformen."

Die Fragen der Gäste betrafen unter anderem die Bezahlung der Grundschullehrer und die Art, wie gelernt wird.In diesem Zusammenhang machte der Minister ein Eingeständnis:
"Wir haben ein Manko. Die soziale Herkunftist immer noch zu wichtig für den Schulerfolg."

Die Frage nach der Zukunft des Gymnasiums blieb auch nicht aus. "Ich würde gern wissen, wie es damit weiter geht", sagte ein Besucher.Die Antwort des Ministers:"Ich auch!" Er deutete an, dass es bei der Länge, ob acht oder neun Jahre, in Richtung Flexibilisierung gehen werde.Es gebe eben Schüler, die mehr Zeit bräuchten.

Wolfgang Billmayer verlangte eine weitere Durchlässigkeit im Bildungssystem, nämlich Richtung Wirtschaft .
"Auch ein Abiturient kann ein guter Handwerker sein."
Da wurde der Minister eifrig: Er betonte die Gleichwertigkeit der Bildungsabschlüsse, wandte sich gegen ein "Unten" und ein "Oben", das sich in noch viel zu vielen Köpfen festgesetzt habe.

Am Schluss gab es viel Beifall und einen Eintrag ins Goldene Buch des Marktes für den Minister. Das Zielvon Pröbst und des CSU-Ortvorsitzenden Markus Strassberger, Menschen für Politik zu interessieren, hatte Spaenle ein Stück weit erreicht.

 

AfD auf dem Marktplatz

Ein Dutzend AfD-Mitglieder wollte den Kultusminister mit einer Mahnwache auf dem Marktplatzempfangen. Nach einer Pressemitteilung der Partei war die Aktion ,,gegen die zunehmende Gender-ldeologie und für den Schutz von Kindern vor Frühsexualisierung ". Die Kundgebung war allerdings nur bis 19 Uhr genehmigt. Also mussten die AfD-Mitglieder ihre Transparente einrollen, bevor Ludwig Spaenle mit einer knappen halben Stunde Verspätung eintraf. Damit konnten auch die drei Streifenwagen abrücken. Die Polizei spricht von einem ruhigen Verlauf .