Meldung

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Klaus Hunneshagen, Vorsitzender Wirtschaftsbeirat

zur Pressemeldung der Grünen zum Thema Wochenmarkt

 
Grey59/Pixelio

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates und Mitglied des Projektbeirates Wochenmarkt sehe ich mich zu einigen Klarstellungen genötigt.

Zunächst ist festzuhalten, dass seit meiner Ernennung zum Stellvertretenden, später Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates im Jahr 2007 das Thema Wochenmarkt, insbesondere vor dem Hintergrund des Überlebens der Händler, nachhaltig über alle Parteien hinweg diskutiert wurde.

Intensiviert hat sich die Ideenfindung mit dem Vorschlag zur Errichtung eines Pavillons als Markthalle nach mediterranem Vorbild über dem Fontänenhof in der Adenaueranlage. Parallel dazu hat sich der Fürther Bürger Jochen Schreier Gedanken über einen Wochenmarkt in der Adenaueranlage gemacht und diese Pläne in der Stadt zur Diskussion gestellt.

Gleichzeitig investierte er eine hohe Summe für die Planungen, insbesondere auch zum Schutz der Bäume in der Anlage. Bislang kostete die Entwicklung weitestgehend nur Herrn Schreier Geld. Er hat selbst keine geschäftlichen Interessen und hat den „Schnabuliermarkt“ entwickelt, da ihn Märkte faszinieren und er die Endlosdiskussion mit einem guten Konzept bereichern wollte.

Den Schnabuliermarkt nun als „fixe Idee“ zu bezeichnen ist eine Herabwürdigung bürgerlichen Engagements.

Hervorzuheben dabei ist, dass die Grünen das Grundkonzept eines Wochenmarktes, der durch Gastronomie und alternative Stände ergänzt ist, ebenso unterstützten wie der Verein „wir sind Fürth“. Hierzu wurde 2015 auch ein Plan für den Standort Bahnhofsplatz entwickelt.

Es ist hervorzuheben, dass –so ich den Plan richtig lese- Eingriffe in die Grünflächen vorgenommen worden wären. Nur an dem Standort der nicht gefällt, –die Adenaueranlage- ist der Gras- und der Baumschutz ein Tabu-thema. Auch die Barrierefreiheit war am Bahnhofsplatz im Gegensatz zur Adenaueranlage gegeben (?).

Übrigens: Die Versorgung und Entsorgung mit Energie, Wasser und Abfall wäre auch dort angefallen, allerdings ohne Zusatznutzen bei anderen Veranstaltungen wie: Kärwa, Weihnachtsmarkt, Festivals etc. Interessant in der Pressenotiz ist ferner das Thema Schutz der Adenaueranlage: War am Anfang der Fokus auf dem Baumschutz, wurde er auf den Grasschutz ausgedehnt und nun legt man Wert auf Sicht- und Wegeachsen.

Dazu ist eigentlich nichts zu sagen. Ebenso verwundert das Thema Radwege: Auch hier haben die Grünen eine merkwürdige Auffassung. Es wird voll umfänglich auf die Radfahrer durch Schaffung einer nun endlich ordentlichen Umfahrung vor Staudt, Schnatzki und Wöhrl eingegangen und jetzt beschwert man sich, dass diese behindert werden durch Lieferverkehr, Fußgänger und Autofahrer erleiden das tagtäglich tausendfach in deutschen Städten. Oder es missfällt die „Containerfressmeile“. Wenn man keine festen Buden in der Anlage will, muss man diese in Containerbauweise errichten um sie zur Kirchweih abtransportieren zu können. Das war Konsens im Projektbeirat. Aus meiner Sicht –über Geschmack lässt sich aber streiten- sind die Buden sehr ansprechend konzipiert.

Natürlich ist ein Markt auf der Straße nicht so schön wie in einer Anlage – dafür sind aber die Grünen hauptsächlich mitverantwortlich. Sie kritisieren also etwas was sie selbst verschuldet haben. Ebenso verwundert der Vorwurf an den Oberbürgermeister eines mangelnden Demokratieverständnisses.

Alle relevanten Gruppen –insbesondere auch Kritiker- wurden eingeladen, nicht nur der Wirtschaftsbeirat, die IHK und Kreishandwerkerschaft sowie Vertreter der Parteien SPD, CSU und Grünen, sowie zwei Vertreter des Wochenmarktes sondern auch der BUND, der Behinderten- und der Seniorenbeirat. Dies ist für die Verwirklichung eines derartigen Projektes aus unserer Sicht eine angemessene Beteiligung, da wir Gott sei Dank noch immer in einer parlamentarischen Demokratie leben, in der diejenigen, die dafür gewählt sind und bezahlt werden sich um das Wohl Aller kümmern.

Andere Beispiele einer missglückten Bürgerbeteiligung sehen wir am Beispiel BREXIT oder in der Türkei. Als Schlusswort, möchte ich anfügen, dass der Wirtschaftsbeirat von seiner Maximalforderung (ein Markt voll umfänglich in der Anlage) am meisten eingebüßt hat und eigentlich nicht glücklich ist.

Dennoch ist das vorhandene Konzept besser als alles andere, vor allem verbindet es die drei neuen Kernbereiche der Innenstadt -HornschuchCenter, Carré Freiheit und Neue Mitte. Außerdem wird die Besucherfrequenz gefördert.

Diese ist zum Gelingen einer lebendigen Einkaufstadt notwendig, weshalb wir dem Vorschlag im Wirtschafts- und Grundstücksausschuss unterstützt haben. Der eigentliche Gewinner tritt nach – da kann ich mich nur wundern! Gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz sind Attribute, die unsere Stadt auszeichnen. Es bedarf keiner Partei die ihre Meinung der Allgemeinheit nach einem demokratischen Meinungs-findungsprozess aufzwängen will.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Hunneshagen

Vorsitzender Wirtschaftsbeirat