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Schreiben und Gesprächsangebot der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns an MdL Norbert Dünkel

KVB schätzt ambulante ärztliche Versorgung als "insgesamt gut" ein

 
MdL Norbert Dünkel verweist darauf, dass durch das Förderprogramm des Freistaats Bayern in den vergangenen fünf Jahren 460 Mediziner für den ländlichen Raum begeistert werden konnten
Foto: M. Keilholz

Förderprogramm bringt Ärzte aufs Land

Ambulante medizinische Versorgungssituation im Nürnberger Land - MdL Norbert Dünkel freut sich über KVB-Gesprächsangebot  

Nürnberger Land (csu) – Die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung steht immer mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die vom Gesetzgeber den Sicherstellungsauftrag für eine flächendeckende Versorgung mit Haus- und Fachärzten und Psychotherapeuten übertragen bekommen hat, wird die derzeitige Versorgungssituation in Bayern als „insgesamt gut“ eingeschätzt. Gleichwohl, so die KVB in einem Schreiben an MdL Norbert Dünkel, „zeigen sich bereits die Herausforderungen, die insbesondere durch den Generationenwechsel bei den niedergelassenen Ärzten auf uns zukommen“.

Die aktuellen Zahlen ergeben, was die hausärztliche Versorgung betrifft, für das Nürnberger Land eine auf den ersten Blick beruhigende Versorgungssituation. Im Bereich Lauf liegt der aktuelle statistische Versorgungsgrad bei 104,9 Prozent, in Altdorf bei 102,7 und in Hersbruck sogar bei 111,8 Prozent.

Im Bereich Hersbruck, der den Altlandkreis einschließlich Neuhaus, jedoch außer Reichenschwand, umfasst, ist nach KVB-Statistik eine 100-prozentige Versorgungssicherheit mit 25 Ärzten erfüllt. Nach aktuellen Arztregisterdaten (Stand: 31. Januar 2017) praktizieren tatsächlich 28 Ärzte, was den statistischen Versorgungsgrad von 111,8 Prozent ergibt.

Den Zahlen liegen 36.745 Einwohner zugrunde (Stand: 31. Dezember 2015).  Im Bereich Hersbruck ist damit ein Hausarzt rechnerisch für 1312 Personen zuständig, während das statistische Einwohnersoll nach KVB-Bedarfsplanung bei 1470 liegen würde.

Die Zahlen für den Bereich Lauf (ohne Röthenbach, Rückersdorf und Schwaig) basieren auf 46.874 Einwohnern. Hier praktizieren laut KVB-Zahlen 31 Hausärzte (Soll laut Bedarfsplanung ist 29,5); ein Hausarzt hat im Mittel 1512 Patienten.

In der regionalen Gliederung der KVB sind Röthenbach, Schwaig und Rückersdorf dem südlichen Landkreis (Altdorf) zugeordnet. Dazu kommen aus dem Landkreis Roth die Gemeinden Wendelstein und Schwanstetten.

Entsprechend hoch im Vergleich zu Hersbruck und Lauf liegen der Statistik hier 107.000 Einwohner zugrunde. Mit 70 Hausärzten (102,7 Prozent) liegt aber auch diese Region über dem statistischen Wert von 100 Prozent.

Gleiches gilt für den fachärztlichen Bereich. Hier beträgt laut aktuellen Zahlen der KVB vom 4. August 2017 der Versorgungsgrad bei Urologen, Nerven- und Augenärzten rund 115 Prozent, bis zu 226 Prozent bei Chirurgen.

 

Hausärztliche Versorgung schon 2013 erörtert

Zum Thema der hausärztlichen Versorgung hatte Norbert Dünkel bereits im Jahr 2013 in Hersbruck eine Informations- und Gesprächsrunde mit Ärztevertretern aus dem Nürnberger Land initiiert. Schon damals war es ihm darum gegangen, rechtzeitig Wege aufzuzeigen, um einer drohenden ärztlichen Unterversorgung im ländlichen Raum entgegen zu wirken.

Trotz der aktuell als gut einzuschätzenden Lage, was sowohl für das Nürnberger Land als auch für die meisten Regionen Bayerns gilt, hat die Zukunft einige Fragezeichen parat. Dies gilt vor allem hinsichtlich der Altersstruktur. So liegt das Durchschnittsalter der Hausärzte in den drei das Nürnberger Land betreffenden Bereichen bei 54 bis 56 Jahre (Durchschnitt Bayern: 54,9 Jahre).

Im Bereich Hersbruck (von Alfeld bis Neuhaus) sind zehn der 28 praktizierenden Hausärzte 60 Jahre und älter. Das ist mehr als ein Drittel (35,7 Prozent). Ähnlich stellt sich die Situation im Bereich Altdorf/Feucht dar (34,2 Prozent).

Sogar noch größer wird der Bedarf, der sich in den nächsten Jahren wegen aus Altersgründen ausscheidenden Ärzten ergibt, im Bereich von Lauf sein. Hier haben 41,9 Prozent der Hausärzte (13 von 31) das 60. Lebensjahr überschritten.

 

Förderprogramm bringt Ärzte aufs Land

Im Kampf gegen den Ärztemangel auf dem Land greift Norbert Dünkel eine Pressemitteilung von Gesundheitsministerin Melanie Huml vom August dieses Jahres auf. Dünkel: „Durch das Förderprogramm des Freistaats Bayern konnten wir in den vergangenen fünf Jahren 460 Mediziner für den ländlichen Raum begeistern. Der heimische Landtagsabgeordnete verweist darüber hinaus auf die Unterstützung von 351 Arzt-Niederlassungen und 117 Medizinstudierende, die sich verpflichtet haben, später im ländlichen Raum tätig zu werden. „Damit kann rechnerisch rund jede vierte Kommune in Bayern mit einem Nachwuchsmediziner versorgt werden“.