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CSU-Kreisausschuss befasst sich mit Landwirtschaft

Landwirte dürfen nicht unter Räder des Populismus geraten

 
Junglandwirt Tobias Volkert steht seit 2016 der AGL der CSU im Kreis Roth vor und ist stv. BBV-Kreisobmann

Roth (dn) In seiner Begrüßung gratulierte der CSU-Kreisvorsitzende Volker Bauer, MdL dem alten und neuen Bürgermeister der Stadt Roth Ralph Edelhäußer und bezeichnete ihn als „wichtiges Fundament der Stadt Roth“. Erfolge wie dieser, oder die durch Hartnäckigkeit errungene Sonderförderung für zwei Transporter des Werkhofs Regenbogen gäben Rückenwind für die anstehenden Wahljahre.

Voll und ganz auf die anstehende Bundestagswahl eingestimmt zeigte sich dagegen die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler. Sie war im November mit 99,3 Prozent der Delegiertenstimmen erneut zur CSU-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Roth/Nürnberger Land gewählt worden.

Der SPD und ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz warf Mortler Scheinheiligkeit vor: Es sei mehr als unglaubwürdig soziale Gerechtigkeit zu predigen, wenn der SPD-Kanzlerkandidat als EU-Parlamentspräsident Genossen geholfen habe sich auf Steuerzahlerkosten zu bereichern und SPD-Aufsichtsräte bei VW millionenschwere Managerabfindungen durchwinkten. Kritik übte Mortler auch an Bundesumweltministerin Hendricks wegen ihrer Anti-Bauern-Kampagne und dem Fisch- und Fleischverbot für Gäste ihres Ministeriums: „Während die Mehrheit der Menschen froh ist satt zu werden, wälzt die Ministerin Luxusprobleme. Sie diskreditiert nicht nur pauschal einen Berufsstand, sondern stellt aus ideologischen Gründen eine abwechslungsreiche Ernährung infrage. Das ist anmaßend und weltfremd. Wir wollen und wir werden unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber nicht auf Druck selbsternannter Experten sondern unter wissenschaftlicher Begleitung und auf Basis seriöser Forschung.“

In die gleiche Kerbe schlug auch Tobias Volkert. Der junge Milchviehhalter aus Rittersbach, Kreisvorsitzende der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und stellvertretende Obmann des Bayerischen Bayernverbands im Kreis Roth referierte prägnant über die aktuelle Situation der Landwirtschaft im Landkreis Roth. Volkert habe den Eindruck, die Bundesumweltministerin wolle, wie viele grüne Umwelt- und Landwirtschaftsminister auf Landesebene gar nicht mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten. „Man hat fast den Eindruck, als hätten sie den Zielkonflikt, in dem moderne Landwirtschaft steht, nicht verstanden“, so Volkert. Sich gleichzeitig am freien Markt auszurichten, also nach Gewinn zu streben, um den Betrieb zu erhalten und ebenso Ökologie und Soziales im Blick zu haben sei herausfordernd. Den Betrieben der verhältnismäßig kleinteiligen, bayerischen Landwirtschaft gelinge dies durch mehrere Standbeine, oft in Kombination mit Tierhaltung, vorbildlich. Dennoch würden jedes Jahr rund 2 Prozent der Betriebe aufgegeben. „Bei 400.000 Euro Investitionskosten je Arbeitsplatz und Amortisierungszeiträumen von 20 Jahren bei Stallbauten erscheint es vielen einfacher als Angestellter oder in der Industrie zu arbeiten, denn als vollhaftender Einzelunternehmer in der Landwirtschaft“, so Volkert. Er fordert deshalb mehr Planungssicherheit und weniger unsachlich, ideologisch motivierte Politik. „Wir dürfen nicht zulassen, dass wir Landwirte und unsere gut funktionierende Zusammenarbeit beim Naturschutz unter die Räder des Populismus geraten“, mahnte der Junglandwirt. Es verärgere ihn beispielsweise, wenn bewusst von Massentierhaltung gesprochen werde, obwohl die Anzahl der Tiere an die zur Verfügung stehende Fläche gebunden ist.

Auch die „große Nitratlüge“ prangerte Volkert an. Es werde, unter anderem mit der fälschlichen Verwendung des Begriffs der Monokultur statt Reinkultur in Fruchtfolge , skandalisiert, während in Deutschland Trinkwasser in annähernd 100 Prozent der Fälle unter dem EU-Grenzwert von 50mg/l bleibt. „Dass viele Landwirte gleichzeitig auch Forstwirte sind, deren Wälder 10 von 25 Kilogramm Stickstoff, der pro Hektar und Jahr durch Regen niedergeht, binden, werde von denen, die die Landwirtschaft anklagen, gleichzeitig aber hochwertige, regionale, nicht durch halb Europa gefahrene Lebensmittel haben wollen, gerne vergessen“, schloss Volkert und bedankte sich bei Bauer und Mortler für die Unterstützung der Anliegen der heimischen Landwirtschaft im Landtag und Bundestag.