Meldung

Zum Überblick

Zum Tod von StM a.D. Dr. Manfred Weiß

Landkreis Roth und Bayern haben ihm viel zu verdanken

 

Roth (dn) Albus ist tot. Nach kurzer schwerer Krankheit nicht überraschend, aber mit 73 Jahren früh, verstarb Dr. Manfred Weiß am Samstagmorgen in Obersteinbach. Der langjährige Landtagsabgeordnete des Kreises Roth und ehemalige Staatsminister der Justiz hinterlässt nicht nur FrauMargit, die Kinder Martin und Marion, sowie Stiefsohn Stefan, Günther undFlorian, sowie sieben Enkel, sondern auch ein immenses politisches Erbe. „Wir verlieren mit Dr. Manfred Weiß, einen großartigen Menschen, dem der Landkreis Roth sehr viel zu verdanken hat. Wir verlieren aber auch einen sehr guten Freund, wichtigen Ratgeber und Wegbegleiter“, so Weiß‘ langjähriger Vertrauter und Nachfolger als CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Volker Bauer betroffen.  

Manfred Ottmar Hans Weiß betätigte sich bereits in jungen Jahren nach seinem Abitur an der Adam-Kraft-Oberrealschule Schwabach politisch. Noch während Jura-Studium und Promotion an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen begründete er 1968 den Kreisverband der Jungen Union und zog 1972 in den Rother Stadtrat und Kreistag ein. 1976 gelang es ihm, gerade 32jährig, den amtierenden Landtagsabgeordneten Hans Popp als CSU-Kreisvorsitzenden abzulösen, um nach dessen Tod 1978 das Landtagsmandat im Kreis Roth zu erringen. Selten erreichte 35 Jahre vertrat Dr. Weiß vehement und verlässlich die Belange der Menschen zwischen Greding (zeitweise auch Pleinfeld) und Rohr. „Manfred hat sich durch seinen bürgernahen Einsatz, bei dem ihm sein oft gelobter juristischer Sachverstand zu Gute kam, bei den Menschen Respekt verdient“, so Bundestagskollegin Marlene Mortler.  

Ihnen geholfen zu haben, „dem Bürger, der Probleme hat beim Umgang mit den Behörden, dem manchmal auch ein Unrecht widerfährt“, bezeichnete Dr. Weiß 2014 rückblickend als größten politischen Erfolg, noch vor der erfolgreichen Begleitung von heute kaum mehr möglichen politischen Großprojekten, wie der Wasserüberleitung über Main-Donau-Kanal und Seenland, der ICE-Strecke Nürnberg-München, dem Ausbau der B2 oder der Ansiedlung der Wirtschaftsschule in Greding und des Gymnasiums in Wendelstein. Seine Geradlinigkeit und Durchsetzungsstärke wurde dabei von politischen Freunden wie Gegnern stets anerkennend betont. „Des is‘ a Hund. Der versteht sein Geschäft“, lobte etwa Willi Bittner und von Landrat Herbert Eckstein stammt das kollegiale Zitat, man könne mit Manfred Weiß „trefflich unterschiedlicher Meinung sein.“   

Der Sportler und Oberst der Reserve Weiß setze sich aber nicht nur über Jahre für den Stimmkreis Roth und bei der Pflege seiner ersten Frau Elfriede ein. Auch in seiner politischen Heimat, der Christsozialen Union, sah Dr. Weiß in seiner Zeit als Kreisvorsitzender von 1976 bis 2009 viele „Hoffnungsträger kommen und gehen“, wie sein langjähriger Freund Heinz Bieberle Dr. Weiß Führungsstärke lobte. Langjährige Freunde und Wegbegleiter wie Karl Freller, wissen auch zu berichten, dass Dr. Weiß in der CSU-Landtagsfraktion des Öftern, halb scherzhalb, halb anerkennend, „Herr General“ genannt wurde. „Auch die Menschen in Schwabach und die Schwabacher CSU verdanken ihm viel“, so Freller, „denn 8 Jahre lang gehörte auch die Stadt Schwabach noch zu „seinem“ Stimmkreis Roth. Für mich war er ein absolut verlässlicher Freund und überaus hilfsbereiter Kollege, der mir den Einstieg in die Landtagsarbeit enorm erleichterte und mit dem ich über dreißig Jahre im Landtag und vier davon auch im Kabinett bestens zusammenarbeitete. Sein Tod schmerzt sehr!“  

Ebenso wie Dr. Weiß den von ihm gegründeten „Arbeitskreis Wehrpolitik der CSU-Landtagsfraktion“ und die geleiteten Untersuchungsausschüsse zu „Wienerwald“, „Schalck-Golodkowski“ und „Plutonium“ gewissenhaft und effektiv führte, so war er auch für seine Parteifreunde, die ihn zwischen 1989 und 2009 zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden wählten, stets eine verlässliche Größe. „Manfreds Wort hatte Gewicht“, erinnert sich der Parlamentarische Staatssekretär a.D. Hansgeorg Hauser. Dr. Weiß selbst erklärte 2014, wohl in Erinnerung an seinen vermeintlichen „Teppich-Skandal“ und mit Blick auf die von ihm, dem ausgebildeten Humanisten und Strauß-Freund, stets kritisch betrachtete „Umfragepolitik“ seiner jungen Kollegen, „jeder Politiker macht irgendwann einmal einen kleinen Fehler. Aber es ist besser man ist verlässig, als dass man jede Woche eine andere Meinung hat.“   

Das Verlässliche und Unkapriziöse behielt Dr. Weiß auch als Staatsminister der Justiz bei. Am Tag seiner Ministerernennung, erinnerte sich Dr. Weiß, „habe ich gleich den dunklen Anzug aus- und Jeans angezogen und bin mit meiner Frau in den Biergarten, um dort mit meinen Kollegen anzustoßen.“ Aufgrund dieser menschlich-korrekten Art, war Manfred Weiß, ungeachtet aller inhaltlichen Auseinandersetzungen, auch im Landtag hoch geschätzt. Ein treffenderer und würdiger Abschiedsgruß, als den, den Anfang der Woche alle 101 Mitglieder der CSU-Fraktion übermittelten, gibt es nicht: „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann steht nicht auf einem Platz, sondern in den Herzen seiner Mitmenschen.“