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JU-Idee nimmt Formen an

Produktives Miteinander für Kanufluss Rednitz

 
Bürgermeister im Boot. Bgm. Spahl und Bgm. Edelhäußer unterstützen die Idee seit Monaten.

Rednitzhembach (dn) Seit einigen Monaten wirbt der Kreisvorsitzende der Jungen Union im Landkreis Roth Daniel Nagl darum, die Rednitz als Kanustrecke bekannter zu machen und mit Umstiegen zu versehen. Kanuwandern auf dem „Fluss ohne Niedrigwasser“ - so der Leiter des Wasserwirtschaftamtes Nürnberg, Ulrich Fitzthum, - soll neben der Vernetzung kultureller Highlights die Region zwischen Roth und Nürnberg für Gäste und Bewohner noch attraktiver machen. Unterstützer dieser Idee fand Nagl vor allem in den Bürgermeistern Ralph Edelhäußer (Roth) und Jürgen Spahl (Rednitzhembach). Zusammen luden sie diese Woche unter dem Titel „REDNITZ – Natur erleben. Kultur genießen.“ zum Kanu-Dialog nach Rednitzhembach. Angeschrieben waren alle relevanten Behörden und Interessensgruppen. Gefolgt waren der Einladung zwölf Vertreter, die sich „zum Praxistest“ (Volker Bauer, MdL) zuerst selbst ins Kanu setzten.

Nach einer fünfzehnminütigen Kanufahrt, legte die Gruppe beim Hembacher Bootsverleiher Doc Knotz an und diskutierte direkt am Wasser Chancen und Bedenken einer Kommunikation, beziehungsweise Bewerbung der Rednitz als Kanustrecke. Dankbar waren die Initiatoren vor allem für die Anregungen, die in den vergangenen Wochen eher kritische Verbände wie der Bayerische Bauernverband oder die Fischereiverbände Roth und Rednitzhembach lieferten.

Nachdem Bürgermeister Jürgen Spahl herausgestellte, dass die Kanufahrt auf der Rednitz eine knapp hundertjährige Tradition auf den allein im Gemeindegebiet Rednitzhembach sieben Kilometer Flusslänge hat und der Landtagsabgeordnete des Stimmkreises Roth Volker Bauer die – auch soziale – Notwendigkeit von Urlaubs- und Freizeitangeboten für „die Daheimgebliebenen der Metropolregion“ unterstrich, milderte Nagl die Bedenken der Landwirtschafts- und Fischereivertreter. Man wolle keine Kanu-Autobahn, so der begeisterte Kanu-Fahrer Nagl. „Im Gegenteil. Der Trend geht zum Tagestourismus. Dafür ist die Rednitz ideal. Und mit einigen freiwilligen Selbstverpflichtungen wie Mindestpegel, Befahrungszeiten, verbindlich ausgewiesenen Anfahrts- /Umtragungswegen und klaren Sperrzeiten etwa bei Königsfischen oder Wiesenflutungen soll der Gemeingebrauch der Rednitz gelenkt werden, damit ein gutes Miteinander am Wasser möglich ist.“ Dass es bei den Kanufahrern, wie bei den Fischern Deppen gäbe merkte Josef Kehrer vom Fischereiverein Schwabach an. Deshalb sei es wichtig, dass wenn es einen Kanuverleih geben sollte, dieser von einer erfahrenen und verantwortungsvollen Person betrieben wird, die auch darauf achte, ob die Leute überhaupt erfahren genug für die Befahrung sind, „denn auch in der Rednitz gibt es unter Wasser liegende Bäume und Strömungen.“ Alle Beteiligten begrüßten daher den Vorschlag von Georg Winkler, etwa als Ferienmaßnahme für Schüler, aber auch Erwachsene, einen „Kanu-Führerschein“ in Zusammenarbeit mit Referenten der Kanu-, Fischerei- und Umweltverbände aufzulegen, um den Kanu-Interessierten den richtigen Umgang mit dem Boot, aber vor allem auch der Umwelt zu vermitteln. Ebenfalls großen Anklang fanden von Ulrich Fitzthum angeregte „geführte Bootswanderungen“ bei denen Schüler- und Gästegruppen von der Wasserperspektive aus die Besonderheiten der Rednitz (u.a. Wasserwehre) und ihrer Umgebung näher gebracht werden könnten.

Bürgermeister Jürgen Spahl zeigte sich nach knapp zwei Stunden produktivem Gedankenaustausch zuversichtlich: „Die Idee verfügt als interkommunales, touristisches Projekt über ideale Voraussetzungen, die sechzigprozentige EU-Förderung LEADER zu erhalten.“ Zusammen mit Bürgermeister Ralph Edelhäußer und Oberbürgermeister Matthias Thürauf und den nachgeordneten Bauämtern will er daher einen Förderantrag abstimmen und den Bau der Ein- und Ausstiege bei den Wehren übernehmen. Zum Abschluss des Dialogs versprachen Anke Freimann (Tourismus Stadt Roth) und Karolin Hofmann (Tourismusverband Fränkisches Seenland) sich in Absprache mit der Tourismusabteilung des Landratsamts Roth um ein konkretisiertes Werbe- oder Kommunikationskonzept für die Rednitz zu bemühen und zu klären, ob die Idee anschlussfähig an das „Flussparadies Franken“ in Oberfranken sei.

Für den JU-Paddler Nagl ein erster Erfolg. „Es freut mich, dass es gelungen ist, die Idee so weiter zu entwickeln, dass sich auch die Landwirte und Fischer darin wieder finden können. Der Ball liegt jetzt bei den Tourismusverbänden und Kommunen. Ich bin mir sicher, dass die Bürgermeister es schaffen, unseren Landkreis noch attraktiver zu machen – vielleicht ja auch mit Hilfe aus dem Landratsamt?“