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Energiewende

Nach dem Energiegipfel in Paris - Schaffen wir die Energiewende?

 
Solarenergie in Bürgerhand

Nach dem Klimagipfel in Paris – schaffen wir die Energiewende?  

Die Diskussion über die Flüchtlingskrise verdrängt Themen wie die Finanzkrise in Griechenland oder die Energiewende, so CSU Ortsvorsitzender Manfred Scholl bei der Einführung zur Informationsveranstaltung in Segringen. Referiert hatte Stimmkreisabgeordneter MdB Josef Göppel vor einer großen Zuhörerschaft aus nahezu alle Bevölkerungskreisen. Göppel ist Fachmann in den Fragen der Energiewende und gilt als versiertester Umweltpolitiker im Deutschen Bundestag.  

Durchbruch in der Klimaschutzvereinbarung

Für Göppel stellen die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens einen wichtigen Durchbruch in der Rettung des Weltklimas dar. Die teilnehmenden Staaten haben sich jetzt völkerrechtlich verbindlich geeinigt, den Temperaturanstieg bis 2050 deutlich unter 2 Grad zu bringen. Für Deutschland ist der Klimaschutzplan, der 2016 beschlossen werden soll, sehr ambitioniert. Die Treibhausgasreduktion soll nach Willen der Parlamentarier bis 2050 um 80 – 90 % reduziert werden, was einem fast kompletten Ausstieg aus fossilen Stoffen gleichkommt. Der Strom aus regenerativen Energien ist für Deutschland ein Wirtschaftsfaktor geworden, da der Anteil am Stromexport mittlerweile über 2 Mrd. Euro beträgt. In der Biomasse sieht Göppel nur noch sehr geringe Ausbaumöglichkeiten, da die hierzu erforderlichen landwirtschaftlichen Flächen in ihrer Verfügbarkeit erschöpft sind. Jedoch wird diese Technologie als Ausgleich für Sonne und Windkraft aufgrund der Speicherfähigkeit benötigt und bietet den Landwirten ein wichtiges Einkommensstandbein.  

Nachholbedarf bei Windenergie

Deutlichen Nachholbedarf sieht Göppel in der Windenergieerzeugung. Hier besetzt Bayern mit 21 kw/m2 einen letzten Platz gegenüber dem Bundesdurchschnitt mit 108 kw/m2. Bei der Solartechnik liege Bayern jedoch vorne. Mit 155 kw/m2 besetze man im Bundesdurchschnitt mit 104 kw/m2 einen Spitzenplatz. Dies sei auf die hohe Investitionsbereitschaft vieler privater Photovoltaikanlagen zurückzuführen. „Die Energieanlagen sind in der Hand von kleinen Leuten“, so Göppel. Deren Anteil beträgt zusammen mit den Landwirten 46% gegenüber den anderen Bereichen. Allerdings holen die großen Energieversorger in diesem Sektor stark auf und gliedern Kohle- und Kernenergie aus ihren Unternehmen aus. Wie brauchen jedoch viele kleine dezentrale Zellen, was Göppel auch mit der menschlichen Zellstruktur verglich, die für sich alleine lebensfähig sei. Jede Zelle reguliert ihren Energiebedarf eigenständig. Einen Vorschub in der Konkurrenzfähigkeit erneuerbarer Energien sieht er in der Preisentwicklung der Anlagen, die im Vergleich zu 2009 um bis zu 80% gesunken, und damit für die ganze Welt erschwinglich sind. Mittlerweile liegen die Produktionskosten neuer Kraftwerke mit 7,2 bis 9 ct/kWh für Wind und Sonne auf demselben Niveau wir für Kohle und Kernenergie. Dies böte die Chance mehr Menschen auf der Welt am Wohlstand teilhaben zu lassen und damit einen Beitrag zum Weltfrieden zu generieren.

Neue Speichertechnologien auf dem Vormarsch

Ein breiten Raum nahm auch die angeregte Diskussion um die Stromspeicherung ein. In diesem Bereich hat sich ein enormer Technologieschub vollzogen, der es bereits heute ermöglicht, einen normalen Haushalt Tag und Nach nahezu autark mit Strom zu versorgen.

Regionale Stromvermarktung

Persönlich setzt sich Göppel für die regionale Stromvermarktung über die „Regionalstrom Franken eG“ ein. Im Netzgebiet der N-ergie gebe es 46.000 Stromerzeuger und 36 Stadtwerke. Organisiert könnten diese insbesondere nach Wegfall der Einspeisevergütung die Region autark mit Strom versorgen. In der Diskussion um neue Stromtrassen müsse man auf Erdverkabelung setzen, um die Akzeptanz der Bürger zu erreichen. Beginnen mit der Energiewende könne jeder bei sich selbst. Wer im eigenen Lebensumfeld 1 kWh Strom weniger verbraucht, spart 4,5 kWh, da diese Relation die aufgewendete Primärenergie aufzeigt.

Nach dem Klimagipfel in Paris - Schaffen wir die Energiewende?