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CSU Stammtisch

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„Gemeinschaftsschule geht rechtlich nicht“



Kultusstaatssekretär Sibler wird keine Pilotschule genehmigen – Pädagogischer Rückschritt



Ein heiß diskutiertes Eisen in der Bürgerschaft der vier Gemeinden Buch, Eching, Tiefenbach und Vilsheim ist nach wie vor eine mögliche Einführung einer Gemeinschaftsschule. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler bezog am Dienstag beim Echinger CSU Stammtisch im Gasthaus Wild in Haunwang hierzu Stellung. Er stellte klar: „Eine  Gemeinschaftsschule geht schulrechtlich nicht. Sie ist nicht möglich“. Er ergänzte: „Wir werden auch keine Pilotschule genehmigen. Denn eine Gemeinschaftsschule ist pädagogisch schlechter. Das ist 100000-fach in Studien hinterlegt“.

Die Landshuter Zeitung hakte nach und fragte in der Versammlung Bernd Sibler, wann jetzt sein Kollege und Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich endlich in die Region kommt. Schließlich hatte schon Anfang des Jahres Buchs Vize-Bürgermeister Matthias Wenzl bei einer Veranstaltung der Interessensgemeinschaft Gemeinschaftsschule (IGG) Ast-Buch e.V. verkündet, dass Eisenreich oder seine Mitarbeiter aus dem  Kultusministerium sich ein Bild von der Schule vor Ort machen würden. Sie würden für Fragen in den Schulverbänden Buch-Vilsheim und Eching-Tiefenbach zur Verfügung stehen und gerne auch vor Ort erläutern, wie man die Standorte sichern könnte. Matthias Wenzl sagte erst am 12. Juni vor der Gemeinderatssitzung auf LZ-Nachfrage, dass er nicht wisse, wann Georg Eisenreich in die Region kommen würde. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler antwortete hierauf, dass bereits Gespräche statt gefunden haben. Er ergänzte: „Wenn die Nachfrage da ist, werden wir gerne kommen“.

Bayerische Schüler sind die
Besten

Sibler bezog im Haunwanger Gasthaus Wild aber nicht nur zur Gemeinschaftsschule Stellung. Er stellte dann besonders heraus, wie gut das bayerische Schulsystem sei. „Bayerische Schüler können mehr als diejenigen aus allen anderen Bundesländern. Dazu kann ich gleich einen ganzen Stapel an Studien mitbringen. Die Misch-Masch-Strukturen fallen dahinter groß ab“ so Sibler. Er informierte, dass man vermehrt Lehrer eingestellt und  Berufsintegrationsklassen geschaffen habe. Besonders hob er hervor, dass man die Mittelschule nicht fallen gelassen, sondern aufgewertet hat. Er stellte heraus, dass Bayern bei verschiedenen Vergleichstests immer ganz vorne dabei sei. Sibler machte auch klar, was für ihn entscheidend ist: „Das wichtigste ist, dass die Schüler etwas lernen“.

Sibler hatte im Vortrag auch aufgezeigt, dass es in einigen Feldern noch Handlungsbedarf gäbe. So etwa bei der Konzentrationsfähigkeit der Schüler. Denn jeder Jugendliche verbringe inzwischen viel Zeit mit einem Smartphone. „Wir müssen also wieder Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen vermitteln“so der Staatssekretär. Er hatte im Vortrag eingeräumt, dass es die Lehrer aktuell nicht leicht hätten. Denn die Erwartungshaltung der Eltern und des Staates seien schier unendlich.

In der anschließenden Diskussion brach Kreishandwerksmeister Alfred Kuttenlochner eine Lanze für das Handwerk. Er forderte eine vermehrte Vermittlung von handwerklichen Fähigkeiten an den Schulen, denn „wir brauchen gute Handwerker“. Kuttenlochner warb zudem für diverse MINT-Projekte an Schulen. Kuttenlochner verschwieg in diesem ganzen Zusammenhang nicht, dass im Rahmen der Bildungsregion Landshut zum 31. August eine Stelle (Ansprechpartner) auslaufen soll und bat Sibler um entsprechende Unterstützung.

Echings Bürgermeister Andreas Held bat Sibler ebenfalls um Unterstützung, und zwar für eine bessere finanzielle Unterstützung bei den Ganztagsschulen und eine bessere Ausstattung der mobilen Reserve. Held schilderte entsprechend, wie schwer es Eltern zu vermitteln sei, wenn Lehrerstunden über einen längeren Zeitraum ausfallen würden.

Sibler sprach auch Bürgermeister Held Unterstützung zu. Fundierte Beiträge in die Diskussion hatte auch ein Schulrektor und andere Gäste des Echinger CSU-Stammtisches eingebracht. Eins bleibt am Ende festzuhalten: Die CSU hat „klare Kante“ gezeigt.

Auch in den betroffenen Gemeinden herrscht inzwischen politisch mehr Klarheit zum Thema Gemeinschaftschule: nach Eching haben sich diese Woche auch die Gemeinderäte vonTiefenbach und Vilsheim gegen eine Weiterführung des Projekts gestimmt (siehe Artikel unten).

-rs-

(Quelle Landshuter Zeitung vom 22.06.2017)