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Bürgerdialog

Erste „Eichenauer Runde“

 

Lebhafte Diskussion über Verkehr und vieles mehr Als „Plattform für regelmäßigen politischen Meinungsaustausch“ beschrieb CSU-Vorsitzender Michael Wölfl das Auftakttreffen zur „Eichenauer Runde“.

Auf seine Frage nach aktuellen Anliegen entwickelte sich unter den knapp 20 Teilnehmern spontan eine lebhafte Diskussion, in der die Verkehrsinfrastruktur in und um Eichenau breiten Raum einnahm. Als „dramatisch“ bezeichnete Gottfried Steffan das Verkehrsaufkommen in der Eichenauer Hauptstraße. „Wie sieht das Verkehrskonzept der Gemeinde für 2030 aus?“, fragte der ehemalige Gemeinderat, der nach wie vor eine Umgehungsstraße für notwendig hält. Monika Hösch beschrieb als „strikte Gegnerin einer Umgehung“ ihre Erfahrung, wonach ein Großteil des Eichenauer Verkehrs hausgemacht sei, wenn beispielsweise Kinder mit dem Auto zum Kindergarten gebracht werden. Leidenschaftlich plädierte sie dafür, für Einkäufe und andere Erledigungen im Ort das Fahrrad zu nutzen. Allerdings seien viele Geschäfte in Eichenau unzureichend mit Fahrradständern ausgestattet. „Mit einer großen Einkaufstasche auf dem Gepäckträger nützt der Seitenständer eines Fahrrads nichts“ so Hösch, die es als „Schildbürgerstreich“ ansieht, dass in der Bahnhofstraße der Angebotsstreifen für Radfahrer entfernt wurde.

Für Gemeinderat Hans Hösch ist vor allem das überörtliche Radwegenetz noch unzureichend ausgebaut, insbesondere fehlten Radschnellwege. Zur Historie der Verkehrsplanung im östlichen Landkreis lobte Hubert Jung das wegen fehlender Umfahrung der Stadt Fürstenfeldbruck unvollendete Konzept, das sogenannte „Tangentenviereck“ bestehend aus der A 8 im Norden, der B 417 im Westen, der B 2 im Süden und der A 99 im Osten zu ertüchtigen und verkehrsbeschleunigende Maßnahmen im Inneren zu vermeiden. „Ich halte es für einen schweren Fehler, wenn mit dem Bau der Umfahrung von Olching jetzt in Verbindung mit der Eichenauer Ortsdurchfahrt eine Diagonale durch das Tangentenviereck entsteht“, so der Altbürgermeister von Eichenau. Seine Befürchtung, dass der Durchgangsverkehr in Eichenau dadurch deutlich zunehmen werde, teilten die Diskussionsteilnehmer unisono. „Man könnte glauben, in Eichenau hat man Angst, dass sich etwas tut“, umschrieb ein Gast seine Frage zur gewerblichen Entwicklung des Ortes und zu konzeptionellen Ansätzen, die Kaufkraftverluste aufzufangen. Zu seinem Vergleich mit Nachbarorten verwies Gewerbereferent Peter Zeiler auf die „beispielsweise ganz andere Struktur von Olchings Hauptstraße, in der sich Geschäft an Geschäft reiht“.

Außerdem verfüge Eichenau im Gegensatz zu Olching oder Puchheim kaum über nennenswerte Flächen für die Neuansiedelung von Gewerbe. „Wichtig ist, dass wir im zentralen Ortsbereich einen Frequenzbringer ansiedeln können, der die Zukunft der Geschäftsstruktur sichert und stärkt“, ist Zeiler überzeugt. Um dieses Ziel zu erreichen, habe die Gemeinde bereits in Grundstücksbevorratung investiert. Als positives Beispiel innerörtlicher Belebung sah die Runde das beliebte Lokal „Flori“ auf dem ehemaligen Feuerwehrgrundstück in unmittelbarer Nähe zum Rathaus. Zur Nachfrage nach dem Baubeginn des Edeka-Marktes berichtete 3. Bürgermeister Josef Spiess, die baurechtlichen Voraussetzungen seien geschaffen. Derzeit gehe es noch um technische Fragen zur Wasserhaltung. Mit dem Baubeginn in diesem Jahr sei aber zu rechnen, so Spiess.

Das weitere Themenspektrum an diesem Abend war groß. So forderte beispielsweise Anette Banik „mehr Planungssicherheit für die Eltern bei der Schülerbetreuung“. Für Marille Musolff, ehemalige Eichenauer Kulturreferentin, wäre eine intensivere Pflege der Rosenbeete am Hauptplatz wünschenswert. Die anwesenden Vertreter des Gemeinderats warben mehrfach um Verständnis, dass viele Anregungen überlegenswert aber nicht immer und sofort finanzierbar wären. „Meckern kann man schnell, aber was kann man durch Eigeninitiative verbessern“? Dieser Fragestellung eines Gastes will die „Eichenauer Runde“ demnächst vertiefend nachgehen.

Nächste Gelegenheit dazu ist am Mittwoch, 12. Juli 2017, wieder ab 19 Uhr im Vereinszimmer des Bürgerzentrums.