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Eichenauer Runde

Plädoyer für naturbelassene Gärten und Wildbienen

 

Eindringlich appellierte Anke Simon in ihrem Vortrag zum Thema „Alarmierendes Insektensterben – was können wir dagegen tun?“ an die über 40 Besucher der CSU-Veranstaltung in der Aula der Eichenauer Starzelbachschule, in den Gärten „Wildecken“ zu belassen, um Bienen und anderen Insekten einen Lebensraum zu bieten.

„Denken Sie beim Kauf der Gartenblumen im nächsten Frühling auch daran, dass gefüllte Blüten für die Bienen absolut untauglich sind, weil die Tiere nicht an Nektar und Pollen kommen“, erklärte die Forstwirtin und Waldpädagogin. Hauptursachen für die akute Gefährdung der Insekten seien neben hoher Versiegelung der Landschaft und Monokulturen auf Ackerflächen vor allem auch der Einsatz von Spritzmitteln in der Landwirtschaft. „Die Spritzmittel werden mit den Pollen aufgenommen, wodurch die Bienen die Orientierung verlieren und nicht mehr in den Stock zurückfinden“, erläuterte Simon. Besonders prangerte sie in diesem Zusammenhang auch die insektenfeindliche „Modeerscheinung von Lavasteinflächen in den Vorgärten“ an.

Neben der Gefährdung durch die Menschen machten den Bienen zusätzlich Futter- und Raubparasiten wie Goldwespen, Ölkäfer und Taufliegen oder sogenannte Sozialschmarotzer wie Kuckuckshummeln zu schaffen, so die Referentin. Als Ergebnis aller Widrigkeiten seien in Deutschland von 561 bekannten Wildbienenarten viele bereits ausgestorben und rund zwei Drittel in ihrem Bestand gefährdet, was schwerwiegende Folgen vor allem für die Bestäubung der Blüten habe. Simon hob in diesem Zusammenhang die besondere Bestäubungsleistung der Wildbienen hervor, deren Bestand nicht zuletzt auch durch Futterkonkurrenz gefährdet sei, wenn einem Trend folgend vermehrt Honigbienen gehalten würden.

Jedermann könne im Garten oder sogar auf dem Balkon für Insekten Lebensraum schaffen, beispielsweise durch geeignete Nisthilfen. Wirkungsvoll sei vor allem auch die Anlage von Heil- und Gewürzkräuterbeeten, die Ansaat von Wildblumenmischungen im Garten oder im Blumenkasten, das Pflanzen von Frühblühern und einheimischen Bäumen und Sträuchern sowie intensive Dachbegrünungen. „Jeder Carport sollte eine Dachbegrünung haben, um die versiegelte Fläche auszugleichen“, forderte die Referentin und befürwortete auch einen Vorschlag aus dem Publikum, das Straßenbegleitgrün in den Gemeinden bewusster in die Maßnahmen für den Artenschutz einzubeziehen. Michael Wölfl, Vorsitzender der Eichenauer CSU, danke Anke Simon für ihren engagierten Vortrag und versprach, im eigenen Garten einer naturnahen Gestaltung Platz einzuräumen.