Über uns

Liebe Estenfelder, liebe Mühlhäuser, liebe Freunde der  CSU

Wir freuen uns sehr über ihr Interesse an unserer Internetseite. Der CSU Ortsverband Estenfeld/Mühlhausen heißt sie herzlich willkommen.

Auf unserer Homepage veröffentlichen wir Informationen über unsere aktuelle politische Arbeit. Darüber hinaus erhalten sie die Termine über unsere öffentlichen Veranstaltungen zu denen wir sie gerne einladen daran teilzunehmen.

Ihr
Michael Weber
Ortsvorsitzender

  Unser Vorstand

Herzlich Willkommen bei der CSU

Wir sind die große Volkspartei in Bayern, die in fast 3.000 Städten und Gemeinden im Freistaat fest verwurzelt ist. Überall in ganz Bayern engagieren sich politisch interessierte Menschen in der CSU und tragen zum einzigartigen Erfolg Bayerns bei. Auch unser Verband schreibt an dieser Geschichte mit.
Wir informieren sie über unsere politische Arbeit vor Ort. Hier finden sie wichtige Termine und Informationen über das politische Geschehen in Estenfeld und Mühlhausen.
Überzeugen sie sich von unserer Estenfelder Politik ganz nah am Menschen. Wir freuen uns auf sie.
Unser Ortverband hat zur Zeit 73 Mitglieder.(Stand Mai 2017)

Vorstand

Michael Weber

Ortsvorsitzender

bis Mai 2014 erster  Bürgermeister

Rosalinde Schraud

stellvertretende Vorsitzende  

Seit Mai 2014 erste Bürgermeisterin und Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft

 

 

Dieter Ruchser

stellvertretender Vorsitzender

 

 

 

Johannes Streit

stellvertretender Vorsitzender

Gemeinderat

Schriftführer

Andreas Gutmann

Schriftführer

Schatzmeister

Stephan Schenkel

Schatzmeister

Vorsitzender der JU

Beisitzer

Ulrike Roth

Beisitzerin

Gemeinderätin

Denis Warstat

Beisitzer

 

 

Manfred Kothe

Beisitzer

Uli Weisensel

Beisitzer

  Die Honoratioren

Christian Will MdL a.D.

Ehrenvorsitzender und Ehrenmitglied

Landtagsabgeordneter von 1970 bis 1994

Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und des Bayerischen Verdienstordens

Erwin Belohlavek

Ehrenvorsitzender

CSU Vorsitzender von 1997 bis 2009

Gemeinderat von 2002 - 2012

Heinz Bär

CSU Vorsitzender von 1995 bis 1997
CSU Gemeinderat von 1978 bis 1990
2. Bürgermeister von 1990 bis 1996
1. Bürgermeister von 1996 bis 2002

 

 

Heinrich Schmalz

Kreisrat a.D. im Landkreis Kitzingen,  Bezirksrat a.D., ehemals Leiter der Erwachsenenbildungsstätte "Klaus von der Flue"

seit über 65 Jahren CSU Mitglied Berater der Vorstandschaft

Kuni Bayer

Ehrenmitglied

über 40 Jahre Mitglied des Ortsverbandes

Heinz Möginger

Ehrenmitglied

Richard Gräf

Ehrenmitglied

  Arbeitsgemeinschaft

  Arbeitsgruppen

CSU Arbeitsgruppen

Unsere Arbeitsgruppen dienen dem CSU Ortsverband als Impulsgeber und Berater.

 

Machen Sie mit.

  Geschichte

CSU Ortsverband Estenfeld/Mühlhausen ()  

 

Chronik (1946 – 1972)

 

Zeitspiegel der CSU-Geschichte

 

13. Oktober 1945

Gründung des CSU-Kreisverbandes Würzburg-Stadt und -Land im Turnsaal des Elisabethenheims in Würzburg.

 

3. November 1945

offizielle Zulassung der CSU durch die Militärregierung lt. Wurfzettel Nr. 153.

 

8. Januar 1946

Gründungsversammlung der CSU in München.

 

13. Januar 1946

offizielle Gründungsversammlung des CSU-Ortsverbandes Estenfeld mit Kandidatenaufstellung zur Gemeinderatswahl.

 

 

Das Ende des Krieges - Der Anfang unserer Parteigeschichte

Wer von der jungen Generation kann sich auch nur annähernd vorstellen, dass im Frühjahr 1945 unsere Gemeinde Frontgebiet gewesen ist. Und doch war es so. Im „Namen des deutschen Volkes“ wurde der totale, alles vernichtende Krieg geführt. Und die Siegermächte wollten die totale Niederlage.

Die örtliche Militärverwaltung hatte es nicht leicht, Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu garantieren, sahen doch viele Dienstverpflichtete aus den ehemals von Deutschen besetzten Gebieten die Stunde der Rache für gekommen. Ungewollt wuchs neues Unrecht, das in unvorstellbarer Not seine Nahrung fand.

 

Am 6. April 1945, früh um 6.30 Uhr, rollten die amerikanischen Panzer von Würzburg und Rimpar kommend in unser Dorf. Tags zuvor hatte amerikanische Artillerie die Ortschaft unter Feuer genommen, da im Hohlweg nach Mühlhausen deutsche Abwehr spürbar geworden war. Drei Stunden lag Estenfeld unter Beschuss. Auch die Pfarrkirche musste einen Volltreffer hinnehmen. Doch als die US-Truppen die einzelnen Straßen „durchkämmten“, gab es keinen Widerstand. Unterarzt Dr. Bause aus Münster übergab schließlich das Dorf den Amerikanern. Durch Evakuierte und Flüchtlinge hatte sich die Einwohnerzahl nahezu verdreifacht. Not und Elend beherrschten den trostlosen Alltag, während die politisch Verantwortlichen längst geflohen waren.

 

Vom 26. August 1945 finden wir den ersten Eintrag im Protokollbuch des Gemeinderates. Es war von den durch die Besatzungstruppen berufenen Räten unterschrieben. Erster Bürgermeister war Michael Hornung, Zweiter Bürgermeister Adam Burkard. Gemeinderäte waren: Georg Walz, Emil Pfeuffer, Josef Förster I, Alois Wolz, Valentin Pröstler, Michael Stumpf, Josef Page und Christian Schmitt.

 

Probleme dieser Tage waren: „tagsüber darf nicht gebügelt werden, andernfalls wird der Strom entzogen ... zur Sicherung des Dorfes werden Wachen aufgestellt an jeder Haustüre muss ein Zettel angebracht werden, auf dem sämtliche Einwohner des Hauses aufgeschrieben sind … bei Einbruch der Dunkelheit patrouillieren amerikanische Soldaten im Dorf … im Schulsaal und im Anwesen Theodor Keller bleiben die Durchgangslager bestehen … wegen Mangel an Brennstoffen muss der Unterricht so eingeteilt werden, dass vier Klassen in zwei Schulräumen untergebracht werden können … für Ostflüchtlinge müssen Wohnungen freigemacht werden … Liste mit Namen derjenigen Personen, die Schuhe bekommen sollen, wird drei Tage zum evtl. Einspruch ausgehängt …“

 

Das sind nur wenige Ausschnitte aus den Sitzungsprotokollen des Gemeinderates bis August 1946, die m. E. jedoch verständlich machen können, mit welchen Problemen sich der Gemeinderat zu befassen hatte.

 

Im Mai 1945 wurde Adam Stegerwald aus Greußenheim von den Amerikanern als erster Regierungspräsident von Unterfranken eingesetzt. Er war es, der mit Dr. Josef Müller aus München eine ganz neue Partei gründen wollte, die von den Christen beider Konfessionen getragen sein müsste. Die Idee der Christlich-Sozialen Union war geboren.

 

Am 21. August 1945 hielt Dr. Adam Stegerwald seine wegweisende Rede mit dem Thema Wo stehen wir?, der alsbald die Zweite Rede mit dem Titel Wohin gehen wir? und schließlich die dritte zum Thema Von deutscher Zukunft folgten.

 

Am 7. August 1945 richtete General Eisenhower seine ermutigende Botschaft an das deutsche Volk: „ Drei Monate sind seit der Niederlage Deutschlands verstrichen. Wir haben Recht und Ordnung wiederhergestellt und zahlreiche Maßnahmen getroffen, die eine Grundlage bieten, auf die Ihr jetzt Eure äußersten Kräfte zur Milderung der herrschenden Schwierigkeiten anspannen könnt… die Militärregierung hat auf vielen Gebieten deutsche Zivilbehörden eingesetzt, damit Ihr Euch selbst helfen könnt. Bis die Zeit reif ist, Eure eigene Regierung auszuwählen, falls Ihr das Eure tut, können wir Euch anderweitig helfen… verschafft Deutschland wieder Achtung in der Welt. Trotz aller Not braucht Ihr nicht ohne Hoffnung der Zukunft entgegenzusehen.“

Und so geschah es.

 

Am 13. Oktober 1945 fand im Elisabethenheim zu Würzburg die konstituierende Versammlung der Christlich-Sozialen Union für Würzburg-Stadt und -Land statt, die an diesem Tag ein vierzehn Punkte umfassendes Grundsatzprogramm annahm und Dr. Kaspar Dürr aus Würzburg zum ersten Kreisvorsitzenden wählte. Mit dabei waren u. a. der spätere Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Rimpar, Engelbert Kraus, der Diözesanjugendführer Oskar Neisinger und nicht zuletzt der aus der katholischen Jugend des Widerstandes in der NS-Zeit bekannte Diözesanjugendseelsorger Dr. Max Rößler, der für viele von uns Orientierung und geistlicher Führer gewesen ist.

 

Das am 13. Oktober 1945 beschlossene Programm beginnt mit der Präambel: „In Würzburg-Stadt und -Land hat sich eine politische Partei, die Christlich-Soziale Union, gebildet. Ihr Ziel ist die Rettung und Sicherung der christlichen Kultur des Abendlandes. Aus dem Chaos, das der Nationalsozialismus hinterlassen hat, ruft sie die christlichen, demokratischen und sozialen Kräfte des deutschen Volkes zur Sammlung und Mitarbeit auf, um auf der sittlichen und geistigen Grundlage des Christentums eine neue demokratische Staats- und Gesellschaftsordnung aufzubauen. Anstelle des engen Nationalismus ist auf eine europäische Ordnung großen Stils hinzusteuern.“

 

• Der Geist der Gewalt muss der Achtung vor dem Rechte der Persönlichkeit, ihrer Ehre, Freiheit und Menschenwürde weichen.

• Das Recht muss wieder die Grundlage des gesamten Volkslebens bilden. Die Justiz darf nicht wieder zur Dirne der Politik werden.

• Die aus freier Wahl hervorgegangene Volksvertretung, die dem Parlament verantwortliche Regierung, Rede-, Versammlungs-, Vereins- und Gewissensfreiheit sollen die Grundlage bilden für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller die Demokratie bejahenden Parteien und Staatsbürger.

• Die Jugend muss in Ehrfurcht vor Gott, den Eltern und deren Erfahrung, frei von Rassenhass, im Geiste der Völkerversöhnung und der Wahrheit erzogen Werden.

• Die Familie ist die Grundlage der sozialen Lebensordnung. Ihr Lebensraum ist heilig und muss unter dem besonderen Schutz des Staates stehen.

• Wir bejahen das Privateigentum, das die Entfaltung der Persönlichkeit verbürgt und den Eigentümer zum verantwortlichen Gebrauch gegenüber der Allgemeinheit verpflichtet. Um in dieser Notzeit Arbeit und Nahrung, Kleidung und Wohnung zu sichern, ist das Wirtschaftsleben planmäßig zu lenken.

• Dem Handwerk sind alle Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Privatinitiative und Eigenverantwortlichkeit werden in unserem zusammengebrochenen Land als leistungssteigender Motor erhalten.

• Ein kräftiger Bauernstand ist das Fundament eines gesunden Volkslebens. Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung, gerechte Regelung der Ablieferung und Verteilung, Schutz für den Bauern und seinen Hof, auskömmliches Entgelt für seine Leistungen sind das Gebot der Stunde.

• Der Wiederaufbau der zerstörten Städte und Dörfer und ein umfassendes Wohnungsbauprogramm müssen mit aller Kraft betrieben werden.

• Die Behebung der sozialen Not und der Kriegsschäden ist eine gemeinsame Last des ganzen Volkes, an der der einzelne nach Maßgabe seines Vermögens und Einkommens mittragen muss. Unterschrieben ist dieses auszugweise dargestellte Programm von Dr. Adam Stegerwald, der leider viel zu früh, am 3. Dezember 1945, verstarb. Sein Programm wurde von mutigen Männern in die Dörfer des Landkreises Würzburg getragen.

 

Am 22. November 1945 erschien das erste Flugblatt als Handzettel Nr. l, in welchem sich die Christlich-Soziale Union der Bevölkerung vorstellte. Es ist noch gut in Erinnerung, wie dieses Flugblatt in der notdürftig eingerichteten Fränkischen Gesellschaftsdruckerei in Würzburg hergestellt und dann von vielen jungen Leuten als erste schriftliche Information in Würzburg und Umgebung unters Volk gebracht wurde.

 

Nun begann die Versammlungstätigkeit. Es war schwer, die Bürger anzusprechen und für Parteiarbeit zu begeistern. Dankbar ist deshalb zu vermerken, dass die ehemaligen Mitglieder der Bayerischen Volkspartei und der Christlichen Arbeiterbewegung wenigstens zu den angekündigten Versammlungen kamen und sich anhörten, was diese neue Partei eigentlich will.

 

Wie es bei uns angefangen hat, daran erinnert sich das Gründungsmitglied Fridolin Keller noch recht gut. Pfarrer Philipp Schugmann kam zu ihm und erklärte, dass Dr. Kaspar Dürr einen Brief an die Geistlichen der beiden Konfessionen geschrieben habe, in welchem um Unterstützung seitens der Geistlichkeit gebeten wird. Es war ein Aufruf zur Geschlossenheit, zur Sammlung des christlichen Lagers. Heute kann man sich diese Werbeaktion über die Pfarrhäuser kaum vorstellen. Mir, der ich den Anfang unserer Parteigeschichte in meiner Heimat miterlebt habe, schien dieser Weg der einzig gangbare. Wenn zur Zeit der NS-Herrschaft der Dorfpfarrer nicht selten die ausgleichende und schützende Funktion gegenüber den braunen Machthabern wahrgenommen hatte oder gar Führer des geistigen Widerstandes gewesen ist, dann konnte es gar nicht anders sein, dass er es war, der nun seine Männer in die politische Verantwortung schicken musste.

 

So folgte denn im November l945 eine beachtlich starke Gruppe dem Aufruf von Dr. Kaspar Dürr zur Versammlung im Gasthaus Theodor Keller (heute Franz Saile). Referent war Engelbert Kraus aus Rimpar, der es verstand, die etwa 30 Männer von der Idee der CSU zu begeistern, doch fehlte der Mut zur spontanen Mitgliedschaft. Es stellte sich auch die Frage, warum man nicht die von den Nazis verbotene Bayerische Volkspartei neu gründen wolle. Josef Stecher sah um sich die alten Parteifreunde aus den dreißiger Jahren, die durchaus diesen Überlegungen offen waren. Unter den Anwesenden waren nur einige Arbeiter, die Mehrheit waren Bauern. Verständlich, dass Parteiarbeit mehr berufsständisch gesehen wurde, was sich in den folgenden Jahren bei den Kommunalwahlen eindeutig zugunsten der wieder ins Leben gerufenen SPD auswirken sollte. Von dieser Versammlung wurde weder ein Protokoll noch eine Anwesenheitsliste erstellt. Nur eines wissen wir, dass Fridolin Keller sich bereit erklärte, als Vertrauensmann der CSU in Estenfeld tätig zu werden. Und das war schon sehr viel. Ein mutiger Schritt in schwerer Zeit, der Anfang der CSU hier in Estenfeld.

 

Zum Jahreswechsel 1945/46 gab der CSU-Kreisverband Würzburg-Stadt und -Land in der Main-Post, die im November 1945 als einzige Würzburger Tageszeitung von den Amerikanern zugelassen war, eine erste Bilanz: „Die Christlich-Soziale Union grüßt alle Freunde zur Jahreswende, fordert sie auf zur freudigen und mutigen Mitarbeit am Wiederaufbau unseres politischen Lebens und am Wiederaufbau unseres schwergeprüften Vaterlandes. Helft alle mit und lasst euch durch nichts entmutigen, wenn es nicht immer so vorangeht, wie wir alle es wünschen. Wir haben den schweren Anfang gemacht, haben in etwa 25 Versammlungen in Würzburg-Stadt und-Land mit unserer Aufbauarbeit begonnen und hoffen, noch vor den Gemeindewahlen zu allen Gemeinden mit unseren Rednern zu kommen.“

 

In der gleichen Ausgabe der Main-Post vom 28. Dezember 1945 stand der Aufruf des damaligen Landrats Michael Meisner zur bevorstehenden ersten Kommunalwahl nach Kriegsende, die am 27. Januar 1946 stattfinden sollte: „Wir wollen beweisen, dass wir bereit und in der Lage sind, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt viele, die müde der Politik sind und erklären, sie seien verführt worden und wollten von den Dingen des öffentlichen Lebens nichts mehr wissen. Sie gleichen dem Fuhrmann, der die Zügel aus der Hand lässt. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn die Fahrt bergab geht. Es ist heute das Schicksal der Gemeinden, morgen das des Landes und übermorgen das Deutschlands. Immer aber ist es unser Geschick, um das es geht Jeder vergewissere sich, ob er nach den Bestimmungen wählen darf, und wenn ihm das Recht eingeräumt wurde, dann mache er unter allen Umständen Gebrauch davon Wir wollen zeigen, dass wir an die Zukunft, an die Heimat und an ein demokratisches Deutschland glauben.“

 

Am 13. Januar 1946 fand die zweite Versammlung der CSU in Estenfeld statt. Tags zuvor, am 12. Januar 1946, beschloss der Estenfelder Gemeinderat einstimmig, neun Gemeinderäte in das neue Gemeindeparlament wählen zu lassen. Dementsprechend stellten die Parteien ihre Listen auf.

 

Einen Tag vor der Kommunalwahl berichtete die Main-Post: „Lagerhausverwalter Engelbert Kraus aus Rimpar sprach in Kürnach zum Thema Die Christlich-Soziale Union und ihre Ziele. Derselbe Redner behandelte das gleiche Thema auch bei einer Versammlung in Estenfeld am Sonntagabend. Wie in Kürnach, so war auch in Estenfeld die Versammlung gut besucht. Es gelang dem Redner, Ortsgruppen der CSU zu gründen.“

 

Am 23. Januar 1946 berichtet die Main-Post u. a. „Kraus-Rimpar sprach vor vielen Hörern in Mühlhausen bei Würzburg. Die Versammlung fand ihren Abschluss mit der Gründung einer CSU-Ortsgruppe.“ Vertrauensmann in Mühlhausen war der langjährige Bürgermeister Josef Schneider, der bis 1964 das Amt des Bürgermeisters inne hatte. Sein Nachfolger wurde Richard Schneider, der immer der CSU nahegestanden und seit 1981 Mitglied ist.

 

Nach den Presseberichten zu schließen, wurden die CSU-Ortsverbände in Estenfeld und Mühlhausen nahezu zum gleichen Zeitpunkt gegründet. Für Estenfeld kann gesagt werden, dass die Versammlung am 13. Januar 1946 den konkreten Auftrag erfüllt hat, eine Liste für die Gemeinderatswahl aufzustellen. Damit ist diese Versammlung, die ebenfalls bei Theodor Keller (Gasthaus „Zum Hirschen“) stattgefunden hat, die eigentliche Gründungsversammlung, zu der ebenfalls Fridolin Keller eingeladen hatte.

 

Über die Kommunalwahl am 27. Januar 1946 hat uns Pfarrer Philipp Schugmann einen Bericht hinterlassen. In diesem heißt es u. a.: „... die SPD erhielt 383 Stimmen und fünf Sitze im Gemeinderat, die CSU 301 Stimmen und vier Sitze. Als Erster Bürgermeister wurde gemeinsam gewählt Adam Burkard, SPD. Nach demokratischen Gepflogenheiten hätte der Posten des Zweiten Bürgermeisters der CSU zufallen müssen. Aber da kamen die vier Mann schlecht an. ,Was wollt denn ihr... wer seid denn ihr... zu was für einem Verein gehört denn ihr?“ Mit solchen Redensarten wurden die CSU-Räte verhöhnt, sie verließen die Sitzung. Die SPD wählte Nikolaus Hasch als Zweiten Bürgermeister, der wohl der CSU nahestand, aber nicht als Kandidat aufgestellt war.“

 

Der Bericht des damaligen Ortspfarrers führte zu einem Kuriosum, das eine gewisse Schlitzohrigkeit der Mehrheitspartei im Gemeinderat erkennen ließ, die von den CSU-Räten nicht erkannt wurde. Nach Art. 20 der Gemeindeordnung vom 18. Dezember 1945 war der Stellvertreter des Bürgermeisters mit einfacher Stimmenmehrheit aus der Mitte des Gemeinderates zu wählen. Nicht so in Estenfeld. Wie Altbürgermeister Emil Messelberger bestätigte, holte die SPD nach alter Gewohnheit einen Bürger in den Rat, der nicht für den Gemeinderat kandidiert hatte. Gemeint war damit die Möglichkeit nach der Gemeindeordnung aus dem Jahre 1928, die eine Zuwahl erlaubte. Allerdings hatte der Dazu-Gewählte kein Stimmrecht bei der allgemeinen Abstimmung. Lediglich wenn er den Ersten Bürgermeister vertreten musste, durfte er neben seinem Rat auch seine Stimme zur Abstimmung abgeben.

 

Nun das offizielle Ergebnis der Kommunalwahl vom 27. Januar 1946 in Estenfeld: Einwohner 1907, davon 824 Wahlberechtigte. Gewählt wurde Adam Burkard, SPD, mit 625 Stimmen ohne Gegenkandidat zum Ersten Bürgermeister. Die CSU erhielt 301 Stimmen (44%), die SPD 383 Stimmen (56 %). Zu den CSU-Räten gehörten Albin Frankenberger, Alois Wolz, Georg Walz und Emil Pfeuffer. Die SPD-Räte waren Valentin Pröstler, Michael Stumpf, Josef Page, Emil Messelberger und Hermann Seitz.

 

Nach dem Protokoll des Gemeinderates vom 31. Januar 1946 wurde Nikolaus Hasch für die Wahl des Zweiten Bürgermeisters vorgeschlagen und mit 7:3 Stimmen in dieses Amt berufen.

 

Wie Emil Messelberger erklärte, kam der Vorschlag von Valentin Pröstler aus der SPD-Fraktion. Die CSU hatte Alois Wolz für das Amt des Zweiten Bürgermeisters vorgeschlagen. Nach geltender Gemeindeordnung hätte der Landrat diese Wahl aufheben müssen. Aber wer schaute schon um diese Zeit nach den Formalien eines Gemeinderates, man hatte tatsächlich andere Sorgen. Im Nachhinein darf allerdings gesagt werden, dass die CSU-Räte eine echte politische Chance verschlafen haben. Der Auszug aus dem Gemeinderat half da nicht weiter. Ein Anruf beim Landratsamt hätte genügt, um diese nicht rechtmäßige Wahl aufzuheben, was allerdings nichts an der parteipolitischen Zusammensetzung des Gemeinderates geändert hätte. Statt Nikolaus Hasch wäre dann ein SPD-Mann Zweiter Bürgermeister geworden. Übrigens, dieses Kuriosum war nicht einmalig in Bayern, wie es ein Schreiben des Innenministeriums vom 13. März 1946 an alle Regierungspräsidenten Bayerns bestätigt. Nur bei uns hat es zwei Jahre gehalten. Es ist deshalb heute erlaubt, darüber zu schmunzeln.

 

Nach der ersten Nachkriegs-Gemeinderatswahl hat der damalige Landrat Michael Meisner den Gewählten in einem von der Militärregierung genehmigten Aufruf Mut zur Aufbauarbeit gemacht. In dieser Veröffentlichung heißt es u. a.: „Waren bisher die Gemeindeverwaltungen nur bestimmt, also unabhängig von der Zustimmung der Bevölkerung eingesetzt worden, so sind sie jetzt aus dem Volke hervor gewachsen. Und jeder der Gewählten hat seine Legitimation in dem Vertrauen seiner Mitbürger. Sie haben nun die Autorität, ohne die ein Gemeinwesen nicht in Ordnung gehalten werden kann. In einem guten Gemeinderat sollte der Uneingeweihte gar nicht erkennen, welcher Partei die einzelnen Mitglieder angehören, denn jeder sollte seine Meinung nach Recht und Billigkeit kundtun. Der erste Schritt, der uns von dem System der Willkür und Grausamkeit entfernt, ist getan. Wir müssen Geduld haben, bis wir das Laufen auf dem neuen Boden wieder erlernen. Es wird ein weiter Weg sein, den wir hinter uns zu bringen haben, und oft werden wir an Steine stoßen, die uns Schmerz bereiten und unüberwindlich scheinen. Dennoch dürfen wir uns nicht wieder von dem eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Es gibt für uns keinen anderen Weg als wahre und ehrliche Demokratie.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Um die schwierige Nachkriegszeit in der Erinnerung lebendig zu halten, werden hier einige Auszüge aus Protokollen von Sitzungen des Gemeinderates wiedergegeben:

 

30. 3. 1946 „Zur Instandsetzung der Straßen wird von den Bauern nach dem Kartoffel-Legen nochmals Schotter gefahren...Es muss ein politischer Prüfungsausschuss gebildet werden Das Durchgangslager in der Schule muss weiterhin bleiben.“

 

18. Mai 1946 Baumaterialzuweisung: 10 cbm I-Holzscheite, sowie Kalk- und Backsteine werden zugewiesen. Alles wird nur für durch Feindeinwirkung zerstörte Gebäude, vor allem Scheunen und Ställe verwendet Kartoffelkäfersuchaktion: erstmals am Freitag, 24. 5. Lebensmittelmarkenausgabe von der Teilnahme abhängig machen.

 

30. Juni 1946 Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung: Von 1120 stimmberechtigten Bürgern gingen 791 zur Wahl. Das Stimmergebnis war: CSU 410 - SPD 297 - KPD 31- WAV 26 -FDP 5.

 

1. Dezember 1946 Volksentscheid über die Bayerische Verfassung. In Estenfeld gingen von 1336 Wahlberechtigten 873 zur Wahl. Bei 104 ungültigen Stimmzetteln stimmten 587 mit Ja und 182 mit Nein. Die vom Volk angenommene Verfassung beginnt mit der für unsere Politik richtungweisenden Präambel: „Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkriegs geführt hat, in dem festen Entschluss, den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechts dauernd zu sichern, gibt sich das bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte, nachstehende demokratische Verfassung.“

 

Ebenfalls am 1. Dezember 1946 wurde der erste Bayerische Landtag gewählt. Von den 840 gültigen Stimmen entfielen in Estenfeld 458 auf die CSU, 310 SPD, 45 KPD, 17 WAV und 10 FDP. Erster Landtagsabgeordneter wurde Engelbert Kraus aus Rimpar.

 

30. Dezember 1946 Liste mit Namen derjenigen Personen, die Schuhe bekommen sollen, wird drei Tage zu evtl. Einspruch ausgehängt.

 

23. Mai 1947Das Durchgangslager in der Schule wird geräumt, da die Schulsäle für den Unterricht gebraucht werden. Ein Wirt muss für Flüchtlinge das Essen geben, der andere das Lager übernehmen.

 

14. Juni 1947 Schulspeisung: 130 Kinder der Gemeinde sind vorgeschlagen, durch das Gesundheitsamt werden nur 90 Kinder genehmigt.

 

24. Januar 1948 Es fanden im verflossenen Jahr 18 Gemeinderatssitzungen statt. Der Verteilungsausschuss tagte für Verteilung von Spinnstoffen l2mal, für Schuhe 6mal, Spinnstoffpunkte waren von 2232, Schuhe wurden in sechs Perioden verteilt, es waren 219 Paare.

 

13. Februar 1948 Der Kauf von vier Glocken wurde endgültig beschlossen. Nach Bereinigung verschiedener Unstimmigkeiten wurde beschlossen, dass die Kirchenverwaltung das Metall für die Glocken für 63 000 RM kauft und die Privatgeschäfte zwischen der Firma Klinger und dem Glockengießer außer Acht gelassen werden. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Zusätzlich müssen noch beschafft werden: 20 cbm Buchenholz, 50 kg Werg, 50 kg Talg. Außerdem für 22 Arbeiter, die beim Glockenguss in Hemelingen beschäftigt sind, Trinkgeld in Form von Naturalien. Pro Mann etwa zwei Pfund Fleisch oder Wurst, drei bis fünf Pfund Mehl. Die Beschaffung all dieses wurde ebenfalls besprochen und zugesagt.

 

28. 2. 1948 Durchgangslager bei Theodor Keller – Miete wurde auf monatlich 25,- Mark festgesetzt. wurde beschlossen, dass d der Firma Klinger und dem

 

3. Juli 1948 Währungsreform und Gemeindehaushalt: Äußerste Sparmaßnahmen müssen eingeleitet werden. In erster Linie enormer Abbau der Gehälter und Zusammenlegen der Ressorts. Den einzelnen Fraktionen wird überlassen, Vorschläge zu unterbreiten. Diese wenigen Protokollauszüge sollen zeigen, mit welchen Problemen sich der Gemeinderat in der ersten Nachkriegszeit zu befassen hatte. Es war eine Zeit des Hungers und der Not, der Obdachlosen, der Vertriebenen und Flüchtlinge. Erst nach der Währungsreform 1948 wurde mit der Einführung der sozialen und freien Marktwirtschaft die Grundlage für soziale Sicherheit, für Wohlstand und das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder gelegt.

 

Nach diesem Bericht zur Situation in der Gemeinde Estenfeld nach 1945 nun zurück zur Geschichte des CSU-Ortsverbandes. Wie allenthalben im Landkreis üblich, so war der CSU-Ortsverband auch in Estenfeld zunächst ein lockerer Zusammenschluss politisch Interessierter. Man kam und diskutierte zeigte Interesse an der Parteiarbeit und hat dabei ganz vergessen, die Mitgliedschaft schriftlich zu bekunden. Nur so ist es zu erklären, dass Albin Frankenberger auf seiner Mitgliedskarte als Eintrittsdatum 12.April 1946 und Fridolin Keller 4. August 1946 hat, obwohl beide in der Gründungsversammlung dabei waren und beide entscheidende Aufbauarbeit leisteten. Von Oskar Bayer haben wir gar erst das Eintrittsdatum lt. Mitgliedsausweis 5. Januar 1947. Auch ist bekannt, dass z. B. die beiden Brüder Hans und Karl Bayer, Josef Winzenhörlein, Simon Heller und viele andere dabei waren, schriftlich kann jedoch eine Mitgliedschaft nicht nachgewiesen werden, was aber für unsere kleine örtliche Parteigeschichte nicht entscheidend ist.

 

Eine erste Mitgliedererfassung finden wir im Zusammenhang mit dem Protokoll einer öffentlichen CSU-Versammlung am Sonntag, 10. August 1947, im Gasthaus Theodor Keller, bei welcher der CSU-Landtagsabgeordnete Engelbert Kraus referierte. Demnach gehörten zu diesem Zeitpunkt folgende Bürger aus der Gemeinde der CSU an: Albin Frankenberger, Martin Wolz, Wilhelm Wolz, Josef Wolz, Johann Wolz, Alois Wolz, Philipp Förster, Adam Ackermann, Richard Ackermann, Fridolin Keller, Emil Wolz, August Wolz, Reinhold Mauerth, Simon Heller, Michael Hornung, Josef Stecher, Josef Frankenberger, Adam Wolz, Georg Guttmann, Theodor Keller, Josef Keller, Josef Stecher II und Oskar Bayer.

 

Die Tatsache, dass Albin Frankenberger diese Liste als erster anführt, lässt darauf schließen, dass er um diese Zeit CSU Ortsvorsitzender gewesen ist. Von besonderer Bedeutung für die naheliegende Entwicklung der CSU im kommunalen Bereich scheint die Berufszugehörigkeit der Mitglieder des CSU-Ortsverbandes zu sein. Von den 23 genannten Parteifreunden haben 20 die Berufsbezeichnung Bauer, einer ist Gastwirt, einer ist Lehrer und Oskar Bayer hat die Berufsbezeichnung Kriegsinvalide Arbeiter sind demnach um diese Zeit im Ortsverband der CSU nicht zu finden. Das war eine Schwäche, die sich bei der folgenden Kommunalwahl negativ auswirken musste.

 

Am 25. April 1948 war wieder Kommunalwahl. Zu wählen waren der Bürgermeister, zehn Gemeinderäte und 45 Mitglieder des Kreistages. Das Wahlergebnis brachte wieder einen eindeutigen Erfolg für die SPD. Die CSU musste gegenüber dem Wahlergebnis 1946 empfindliche Verluste hinnehmen. Ein bescheidener Rettungsanker, zumindest für die Wahl des Zweiten Bürgermeisters, war die erstmals aufgetretene Wahlgemeinschaft der Parteilosen. Das Wahlergebnis sah wie folgt aus: Adam Burkard SPD erhielt 996 Stimmen bei der Wahl zum Ersten Bürgermeister. Ohne Wahlvorschlag erhielt Philipp Klinger 158 Stimmen. Für die Gemeinderatswahl erhielt die CSU 7098 Stimmen (34%), die SPD 8522 Stimmen (40,9 %), die KPD 562 Stimmen (2,7 %) und die Wahlgemeinschaft der Parteilosen schaffte 4679 Stimmen (22,4 %). Demnach erhielt die CSU 4 Sitze, die SPD 4 Sitze und die Parteilosen 2 Sitze. Gewählt wurden: CSU Alois Wolz, Albin Frankenberger, Emil Wolz und Josef Wolz II., SPD Valentin Pröstler, Michael Stumpf, Emil Messelberger, Ludwig Stemmer. Wahlgemeinschaft der Parteilosen August Hofmann und Gustav Czenin. Nach der beruflichen Struktur des Gemeinderates hatte die CSU vier Landwirte, die SPD drei Arbeiter und einen Selbständigen, die Parteilosen zwei Beamte. In der Sitzung am 26. Mai 1948 wählte der Gemeinderat aus seiner Mitte Alois Wolz mit 6:4 Stimmen zum Zweiten Bürgermeister. Die vier Gegenstimmen erhielt Albin Frankenberger. Ein Wahlergebnis, das Alois Wolz wohl mehrheitlich zum Zweiten Bürgermeister gemacht hat, das nebenbei aber parteiinterne Spannungen erkennen lässt, die auch berufsständisch zu sehen sind.

 

Bei der Kreistagswahl erreichte die CSU 47,65 % = 22 Sitze, die SPD 31,38 % = 14 Sitze, die KPD 5,42% = 2 Sitze, die FDP 4,33 % = 2 Sitze und die PWG 11,22% = 5 Sitze. Aus Estenfeld waren in diesem Kreistag vertreten: Albin Frankenberger CSU, Emil Messelberger SPD und Franz Kern PWG. Bei der konstituierenden Sitzung des Kreistages wurde Dr. Fritz Wilhelm auf Vorschlag der CSU mit einer Stimme Mehrheit gegen Johann Maag SPD zum neuen Landrat gewählt.

Nun wieder zurück zur örtlichen CSU-Geschichte. Nach dem von Fridolin Keller, als Schatzmeister der CSU Estenfeld, seit 1950 sehr sorgsam geführten Kassenbuch ist zu erkennen, dass endlich auch Arbeiter und Angestellte zur CSU gefunden haben. So erscheinen in der Beitragsleistung 1952 u. a. Josef Förster, Richard Gräf, Hermann Ackermann, Viktor Markert, Johann Fischer, Ludwig Möslein, Peter Fischer, Otto Förster, Josef Winzenhörlein, Gustav Schlotter, Anton Pfeuffer, August Förster, Willi Leichsenring und Leo Weberbauer.

 

Die Mitgliedsbeiträge waren nach Selbsteinschätzung gestaffelt. Der Jahresbeitrag lag zwischen 2,- und 5,- DM. Die Jahreseinnahmen des CSU-Ortsverbandes lagen 1950 bei 27,- DM im Kassenbuch verzeichnet, die voll an den Kreisverband abgeführt wurden. Im Jahre 1952 brachte der Jahresabschluss 134,10 DM. 1961 erhöhte sich der Beitrag auf 12,- DM, den 28 Mitglieder entrichteten.

 

Zum Jahresabschluss 1962 berichtet Fridolin Keller im schriftlichen Kassenbericht: „Auf der Versammlung am 30. 1. 1963 wurde dem Antrag stattgegeben, dass für verstorbene Mitglieder eine heilige Messe gelesen werden soll. Es sind bis jetzt acht Mitglieder verstorben. Adam Ackermann, Martin Wolz, Anton Fischer I, Josef Stecher, Gustav Schlotter, Adam Wolz, Willi Leichsenring und Richard Ackermann.“ Unserem treuen Freund Fridolin Keller gebührt an dieser Stelle ausdrücklich Dank, dass er von 1950 bis 1972 in so vorbildlicher Weise das Kassenbuch der CSU geführt hat. Nur durch diese Aufzeichnungen ist es möglich geworden, dass wir über 37 Jahre hinweg eine namentlich erfasste Mitgliederbewegung des CSU-Ortsverbandes haben.

 

Am 30. März 1952 war wieder Kommunalwahl. Die CSU konnte ihr Wahlergebnis um 7,9 %-Punkte verbessern. Ungeachtet dessen hatte sich an der Sitzverteilung nichts geändert. Adam Burkard wurde als alleiniger Bürgermeisterkandidat mit 996 Stimmen wiedergewählt. In den Gemeinderat wurden gewählt: Alois Wolz, Viktor Markert, Josef Förster II und Josef Keller. SPD Valentin Pröstler, Richard Klinger, Michael Stumpf und Ludwig Stemmer. ÄV Bernhard Pfister und Alfred Lorenz. Die CSU erreichte mit 8520 Stimmen 41,9 %, die SPD mit 7821 Stimmen 38,46 % und die FW mit 3992 Stimmen 19,64 %. Zum Zweiten Bürgermeister wählte der Gemeinderat wieder Alois Wolz mit 10 Stimmen bei einer Enthaltung. Nachdem Alfred Lorenz am 30. 10. 1952 von Estenfeld fortzog, rückte für ihn Karl Mönch nach. Dieser verzog zum 26. 8. 1953, worauf Eduard Neudert für die FW in den Gemeinderat nachrückte. In den Kreistag wurden gewählt Viktor Markert CSU mit 12 701 Stimmen und Emil Messelberger SPD mit 10 997 Stimmen.

 

Am 18. März 1956 war die nächste Kommunalwahl, bei der die CSU erstmals gegen Adam Burkard, dem amtierenden Bürgermeister, in der Person des Zweiten Bürgermeisters Alois Wolz einen Gegenkandidaten stellte. Für den Gemeinderat kandidierten nur zwei Parteien. Die CSU stellte 20 Kandidaten auf, während die SPD mit nur elf angetreten war, wobei sie die ersten fünf Kandidaten häufelte. Adam Burkard gewann die Bürgermeisterwahl mit 865 Stimmen, während Alois Wolz nur 346 Stimmen erringen konnte. Noch schlechter war das Ergebnis der CSU bei der Wahl der Gemeinderäte. Obwohl Alois Wolz die Liste der CSU anführte und deshalb unter normalen Umständen das höchste Stimmergebnis hätte erreichen müssen, kam er gerade noch mit 760 Stimmen als letzter in den Gemeinderat. Erster Ersatzmann war Richard Gräf mit 591 Stimmen. Unter den 20 CSU-Kandidaten waren 14 Landwirte und sechs Arbeiter. Die zu große Zahl an Bauern hat Alois Wolz um den durchaus möglichen Erfolg gebracht. Hier hat sicher der Berufsneid nicht nur Alois Wolz den Erfolg versagt, sondern eindeutig auch die Liste der SPD begünstigt. In den Gemeinderat wurden gewählt: CSU Viktor Markert (905), Josef Förster (864), Josef Keller (788) und Alois Wolz mit 760 Stimmen. SPD Emil Messelberger (1942), Ludwig Stemmer(1812), Georg Streit (1779), Richard Klinger (1693), Karl Schlereth (1183) und Michael Stumpf mit 685 Stimmen. Das Ergebnis in Prozenten ausgedrückt: CSU 43,43 %, SPD 56,57 %. Zum Zweiten Bürgermeister wählte der Gemeinderat mit 7:3 Stimmen Emil Messelberger bei einer Stimmenthaltung.

 

Zum 31. Dezember 1958 stellte Bürgermeister Adam Burkard wegen Krankheit sein Mandat zur Verfügung. Zum 15. Februar 1959 wurde deshalb die Neuwahl eines Bürgermeisters angesetzt. Die CSU nominierte in ihrer Versammlung am 13. Januar 1959 Josef Förster mit 19 von 21 Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten. Die SPD nominierte Emil Messelberger.

 

Seitens der CSU wurde ein sachlicher Wahlkampf geführt. Josef Förster war sehr daran gelegen, Ordnung in die Gemeindefinanzen zu bringen, mehr Transparenz in der Verwaltung und mehr Bürgernähe. Die Wähler entschieden sich mit 686 Stimmen (54,6 %) für Emil Messelberger, Josef Förster erhielt 571 Stimmen (45,4 %). Nach der Bürgermeisterwahl rückte für die SPD als erster Ersatzmann Leo Frankenberger nach, der bei der Kommunalwahl 1956 immerhin 649 Stimmen erringen konnte. Zum Zweiten Bürgermeister bestimmte der Gemeinderat für die auslaufende Legislaturperiode Alois Wolz, der über zwei Perioden bereits Zweiter Bürgermeister gewesen ist.

 

Zur Kommunalwahl am 27. März 1960 stellte die CSU mit 20 Kandidaten eine chancenreiche Liste auf. Kandidaten waren Heinrich Barthel, August Ziegler, Gottfried Streit, Viktor Markert, Richard Gräf, Karl Burkard, Eduard Wolz, Josef Kamm, Ludwig Stockmann, Anton Pfeuffer, Erwin Burkard, Leo Weberbauer, Otto Förster, Richard Ackermann, Helmut Seitz, Vinzenz Walz, Oskar Förster, Clemens Metzler, Otto Förster und August Förster. Erstmals waren zwölf Arbeiter, Handwerker und Angestellte dabei. Nur schade, dass der Spitzenkandidat Heinrich Barthel nicht als Bürgermeisterkandidat angetreten ist.

 

Ohne „gehäufelt“ (3 Stimmen) zu sein, errang Heinrich Barthel 1217 Stimmen, gefolgt von Gottfried Streit mit 1186, August Ziegler mit 1118, Viktor Markert mit 956 und Richard Gräf mit 695 Stimmen. Bei 11711 Stimmen errang die CSU 51,76% der gültigen Stimmen, während die SPD nur 10912 = 48,24% erreichte. SPD wurden gewählt Eustach Mathes (1459), Karl Schlereth (1209), Max Breunig (1192), Franz Klinger (1129) und Fred Zepter (684). Der für die SPD wohl geschickteste Schachzug war die Nominierung von Eustach Mathes, der als Parteiloser größtes Ansehen im Dorf hatte. Zur Bürgermeisterwahl stellte die CSU keinen Kandidaten. Emil Messelberger SPD erhielt 951 Stimmen, den Namen Gottfried Streit hatten 187 Wähler auf den Stimmzettel geschrieben. Eustach Mathes wurde bei einer Stimmenthaltung mit 6:4 Stimmen zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Auf die Kommunalwahl am

 

13. März 1966 bereitete sich die CSU mit einem argumentativen Wahlkampf vor. In der Nominierungsversammlung am 22. Januar 1966 wurde August Ziegler mit 49 von 50 Stimmen zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. In einer programmatischen Aussage entwickelte der CSU-Ortsverband ein Konzept, das zur Weichenstellung für die nächsten zwanzig Jahre werden sollte. „Unser Dorf braucht Persönlichkeiten, die das Handwerk der Kommunalpolitik verstehen und uneigennützig ihre Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinde stellen. Die CSU, erfolgreich in Bund, Landkreis und Gemeinden, baut mit am Dorf, sie stellt ihre fähigsten Männer zur Wahl“, so präsentierte der CSU-Ortsverband seine Kandidaten zur Kommunalwahl.

 

Der CSU-Ortsverband hatte sich viel vorgenommen. Erstaunlich war der Mut und die Geschlossenheit der jungen Mannschaft. Leider stellte eine gute UWG-Liste den greifbar nahen Erfolg in Frage. Während die SPD mit 13 088 Stimmen (48,17 %) ihr vorheriges Ergebnis gut halten konnte, gingen die 2337 (8,56 %) für die UWG von der abgegebenen Stimmen höchstwahrscheinlich auf Kosten der CSU, die mit 11757 Stimmen eben nur 43,27 % schaffte, was letztlich dazu führte, dass auch bei dieser Wahl die beiden großen Parteien mit je fünf Sitzen im Gemeinderat vertreten waren. Zum Bürgermeister wurde Emil Messelberger mit 852 Stimmen gewählt. Der CSU- Kandidat August Ziegler erhielt 571 Stimmen. Zum Zweiten Bürgermeister wählte der Gemeinderat mit 6:5 Stimmen erneut Eustach Mathes. In den Gemeinderat wurden gewählt: CSU August Ziegler (1764), Gottfried Streit (1543), Christian Will (1540), Alfred Förster (141 1) und Anton Pfeuffer (1243). SPD Eustach Mathes (1477), Fred Zepter (1381), Max Breunig (1176), Karl Schlereth (107 3) und Franz Klinger(1056). Für den 1971 verstorbenen Gemeinderat Gottfried Streit rückte Ludwig Röser nach, der bei der Wahl 1072 Stimmen erhalten hatte.

 

Die folgenden sechs Jahre waren erfüllt von harter Kleinarbeit in der Verwaltung, mit gemeindlichen Planungen und durch unmittelbaren Dienst für alle Bürger. Die Bürgerschaft spürte, dass die Gemeinderäte der CSU mit viel Ideenreichtum die Probleme richtig anpackten. Es war äußerst schwierig, als Minderheit etwas zu bewegen. Beispielhaft sei die Aktion zur Rettung der alten Kirche, der Neubau des Kindergartens, der Neubau der Verbandsschule, die Erhaltung der Bildstöcke und die praktische Heimat- und Geschichtspflege mit dem großartigen Dorfjubiläum im Jahre 1969 erwähnt, die Estenfeld weit über die unterfränkischen Grenzen hinaus bekannt machten. Dankbar darf in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass in vielfacher Hinsicht die Gemeinsamkeit über die Parteibuchstrategie obsiegt hat und beide Fraktionen im Gemeinderat das Wohl der Gemeinde als obersten Grundsatz ihres Handelns gesehen haben.

 

Am 11. Juni 1972 war die erste Kommunalwahl nach der Landkreisreform. Landrat Dr. Fritz Wilhelm wurde mit großer Mehrheit zum Landrat des Großlandkreises gewählt. Die zum Altlandkreis Würzburg hinzugekommenen Gemeinden hegten große Hoffnungen, und die landespolitischen Planungen beschäftigten die Gemeinderatsgremien.

 

Der CSU-Ortsverband nominierte einmütig Ignaz Schneider zum Bürgermeisterkandidaten und erörterte mit der Bevölkerung ein zukunftsträchtiges Programm, das übergreifend von der letzten Legislaturperiode fortgeschrieben werden konnte. Estenfeld hatte inzwischen über 3500 Einwohner erreicht. Das Neubaugebiet „Hinter der Schafmauer“ war für viele Bürger zu einer neuen Heimat geworden. Diese Bürger galt es zu integrieren und zur Mitarbeit zu gewinnen. Die Aufstellung der Gemeinderatsliste musste darauf Rücksicht nehmen. Etwa 40 % der Bevölkerung waren Neubürger. Auf der CSU-Liste waren nominiert: Ignaz Schneider, Christian Will, Conrad Ruff, August Ziegler, Heinz Möginger, Dr. Klaus Trautner, Heinz Bär, Anton Pfeuffer, Ludwig Röser, Erwin Stinzing, Helmut Schreier, Edgar Wolz, Manfred Conrad, Otto Pfister, Leo Weberbauer und Helmut Seufert.

 

„Das Wohl des Bürgers - unser Auftrag“, unter diesen Leitgedanken stellte die CSU ihr kommunalpolitisches Sachprogramm, das über Wochen mit der Bürgerschaft beraten und erarbeitet wurde.

 

Und wie war das Wahlergebnis am 11. Juni 1972?