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CSU Kleinostheim

70 Jahre CSU Kleinostheim - Festakt in der Maingauhalle

 
Bild: v.l. Judith Gerlach MdL, Josef Schüßler (25 Jahre), Lydia Dratwa (40 Jahre), Astrid Schenk-Reuter (15 Jahre), Josef Seitz (45 Jahre), Barbara Watzl (35 Jahre), Ruth Immel-Seitz (20 Jahre), Karlheinz Lang (20 Jahre, Johannes Wieland, Josefa Ott-Ranstl (15 Jahre), Waltraut Wienert (20 Jahre), Edwin Lang, Ewald Reuter (15 Jahre), Peter Winter MdL, Karlheinz Herzog (65 Jahre), Andrea Lindholz MdB,

1945 – 2015: CSU Ortsverband prägt Kleinostheim seit 70 Jahren

Kleinostheim. Christliches Gedankengut und Werteverständnis in die Parteiarbeit einbringen - politische Verantwortung übernehmen - den Wiederaufbau von Kleinostheim vorantreiben.

Mit diesen Zielen der ersten Vorstandschaft wurde vor 70 Jahren im November 1945 der CSU-Ortsverband Kleinostheim gegründet.

Der Ortsvorsitzende Johannes Wieland und die Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz würdigten die Gründungsmitglieder (Peter Röth – 1. Vorsitzende / Fritz Rachor – 2. Vorsitzender) und die 25 Ortsbürger, die sich damals spontan dem neuen Ortsverband anschlossen.

Als Antwort auf die Nazidiktatur blickten die Gründerväter mit großem Engagement hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Chronik hält fest, dass es in den ersten Monaten nach der Gründung fünf öffentliche Ortsversammlungen gab, die jeweils von ca. 250 Bürgerinnen und Bürgern besucht wurden.

Wieland reflektiert, dass heute das öffentliche Interesse an kommunaler, politischer Arbeit bei weitem kleiner sei als damals. Er erinnerte in seiner Begrüßung weiter an die Errichtung des Gedenkkreuzes am Ketteler-Gedenkstein 1946. Auch dies galt damals als weithin sichtbares Zeichen, dass die unselige NS-Zeit überwunden war.  Weitere ‚Highlights‘ waren 1995 die Zusage auf einen eigenen Autobahnanschluss durch den parlamen-tarischen Staatsekretär Manfred Carstens am 50. Gründungsjubiläum der Orts-CSU oder die positive Gesamtentwicklung Kleinostheims.

Steigende Einwohnerzahlen (1945: 3000 – 2015: 8.150), eine vorbildliche Infrastruktur, Gewerbeansiedlungen und Arbeitsplätze sind das Ergebnis von vielen guten Entscheidungen der politischen Vorfahren, machte Wieland erfolgreiche CSU Kommunalpolitik der letzten Jahrzehnte greifbar. Aufleben ließ Karl-Heinz Herzog die Gründerjahre der Nachkriegszeit, der für 65 Jahre Mitgliedschaft in der CSU geehrt und mit großer Anerkennung durch die zahlreichen Gäste gewürdigt wurde.

Als Zeitzeuge schilderte er mit Charme, wie Demokratieverständnis und Meinungsfreiheit in der Nazidiktatur durch das verbotene Hören des ‚Londoner Radiosenders‘ umgesetzt wurde. Eine eindrucksvolle ‚Geschichtsstunde‘ für alle, besonders die Zuhörer der Jungen Union oder die jungen Musikerinnen Alicia Hartmann (Harfe), Anina Karch, Zoe Oberesch, Melissa Schloth (Querflöten) der Musikschule Kleinostheim, die der Feier einen würdigen musikalischen Rahmen verliehen.

Andrea Lindholz stellte in ihrer Festrede die Gründung des Kleinostheimer Ortsverbandes in den bayerischen Kontext. Am 12. September 1945 wurde in München die ‚Bayerische Christlich Soziale Union‘ gegründet. Ziel war es eine bürgerlich-christliche Partei zu gründen, die ‚alle Schichten des Volkes umfassen sollte‘. Im Kreis Aschaffenburg/Alzenau gelten Hugo Karpf (Bundestagsabgeordneter 1949 – 1957) und Dr. Karl Rupprecht als wegweisende Gründerväter.

In der Gründungsversammlung in Aschaffenburg waren auch drei Kleinostheimer dabei: August Schüßler, Johann Herzog, Josef Grammig.  All diese Keimzellen der Parteiarbeit waren beseelt davon, ‚starke Werte‘ zu hinterlassen, die heute nichts an Aktualität verloren haben: Wirtschaft und Politik dürfen niemals Selbstzweck sein. Aufgabe von Politik ist es, den Menschen ein selbstbestimmtes Leben in sozialer Verantwortung zu ermöglichen. ‚Soziale Gerechtigkeit, individuelle Freiheit und Eigenverantwortung, haben die CSU-Politiker der ersten Stunde fest in das Selbstverständnis der Partei verankert‘, so Lindholz. Gründe, die heute 147.000 Menschen überzeugen und die CSU damit zur drittgrößten Partei Deutschlands machen.

Auch zur aktuellen Flüchtlingskrise bezog Lindholz klar Stel-lung. Diese Krise werde zeigen, ob Europa als gemeinsame Werteunion Bestand habe. Nur durch Europa können die in Jahrhunderten erkämpften Werte wie Sicherheit, Frieden und Toleranz geschützt werden. Europa könne und dürfe nicht nur eine Handelsgemeinschaft und eine Währungsunion sein.

Ein Bekenntnis aller Staaten zu den Werten sei notwendig, um die Flüchtlingskrise zu meistern. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpfe dafür. Schon Franz-Josef Strauss (er hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert), den Lindholz als Patriot und überzeugten, visionären Europäer würdigte, sagte: ‚Dieses Europa hat ein gemeinsames Schicksal und eine gemeinsame Zukunft. Was liegt näher, als dass es zu einer gemeinsamen Politik kommen muss?‘

Der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Peter Winter lobte den Ortsverband Kleinostheim als ‚dauerhaften Impulsgeber‘ für den Kreisverband. Gleichzeitig ermutigte er im Rahmen der Mitgliederehrung zum ‚Weitermachen - denn 70 Jahre seien nicht genug‘. Dies sieht auch Johannes Wieland so: ‚Stillstand ist Rückschritt‘. Deshalb werde er sich mit dem Ortsverband nicht auf Lorbeeren ausruhen, sondern motiviert zukunftsweisende Entscheidungen treffen.

Folgende Mitglieder wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt:

65 Jahre,    Karl-Heinz Herzog,

50 Jahre,    Winfried Faller,

45 Jahre,    Artur Binder, Josef Seitz,

40 Jahre,    Lydia Dratwa,

35 Jahre,    Barbara Watzl,

30 Jahre,    Thomas Ehmann, Georg Weißenberger,

25 Jahre,    Matthias Reising, Josef Schüßler,

20 Jahre,    Ruth Immel-Seitz, Waltraut Wienert, Günter Löffler, Karlheinz Lang,

15 Jahre,    Astrid Schenk-Reuter, Martina Hofmann, Josefa Ott-Ranstl, Dieter Meister,
                   Ewald Reuter,

Autor: Manfred Fleckenstein - Lw > - 10.11.2015