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Themenabend der CSU-Maxvorstadt

Wie sieht die Münchner Mobilität der Zukunft aus?

 
Möglicher Einzugsbereich eines S-Bahn Rings in München. Quelle: Simon Herzog

Zahlreiche Geduldsfäden sind angesichts der aktuellen Verkehrssituation in München bereits gerissen. Zudem stehen der Stadt Klagen ins Haus aufgrund regelmäßiger Grenzwertüberschreitungen in puncto Schadstoffe. Was bringt die Zukunft und welche Technologien könnten helfen, die Situation zu verbessern? Unter dem Motto „München vor dem Verkehrsinfarkt: Welche Auswege gibt es?“ diskutierte die CSU-Maxvorstadt-Königsplatz am 1. Dezember mit ausgewiesenen Experten.

In seiner Einführung gab Dr. Günther Westner, Vorsitzender des Ortsverbands Maxvorstadt-Königsplatz, schon zahlreiche Stichworte für die anschließende Diskussion vor: die Bauarbeiten auf dem Isarring, die den Verkehr quasi zum Erliegen brachten, die anstehende zweite Stammstrecke oder die mittlerweile als sicher geltende Autobahnmaut.

Mit diesen Impulsen gab er ab an seinen Mitorganisator Laurenz Kiefer, Vorsitzender der JU München-Mitte und Moderator der anschließenden Podiumsdiskussion. Daran Teil nahmen Robert Brannekämper (Mitglied des Landtags), Thiemo Schalk vom Kompetenzzentrum Urbane Mobilität der BMW AG, Dr. Michael Haberland (Präsident von Mobil in Deutschland e.V.) und Simon Herzog (Autor der Studie zum Münchner S-Bahnring und stellvertretender Ortsvorsitzender der CSU München-Maxvorstadt).

Schalk betonte der Verkehr in München sei nicht mehr skalierbar, dazu sei der Raum zu teuer und zu begrenzt. Gleichzeitig werde weniger gefahren – die Kilometer pro Auto gingen signifikant runter. Hier kämen neue Konzepte in Betracht wie etwa die bereits etablierten CarSharing-Modelle und die Themen Elektromobilität und autonomes Fahren. Für das CarSharing in München  sei die aufgehobene Deckelung auf 500 Fahrzeuge pro Anbieter ein gutes Signal durch die Stadt.

Simon Herzog stellte im Anschluss das von ihm und Dennis Atabay erarbeitete Konzept vor für einen S-Bahn Ring in München vor. Der Ringschluss böte eine signifikante Entlastungen für den auf das Münchner Zentrum ausgerichteten öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und würde zahlreiche Tangentialverbindungen erheblich beschleunigen.  Der Münchner Norden bekäme mit dem Bahnhof Olympiakreuz in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Standorten von BMW, SWM und Knorr-Bremse einen neuen Regional- und Fernbahnhof, von dem aus der Flughafen in weniger als 15 Minuten und Augsburg in gut 30 Minuten erreichbar wäre.  Das Konzepte würde nicht nur Straßen und ÖPNV in München entlasten, sondern könnte auch zur Entspannung des Münchner Wohnungsmarktes beitragen, da Augsburg und Landshut wesentlich schneller erreichbar wären.

Robert Brannekämper begrüßte das vorgestellte Konzept. Aus seiner Sicht sei es eine gute Ergänzung zur zweiten Stammstrecke und beim aktuellen Wachstum der Stadt eine sinnvolle Option für den ÖPNV. Zudem kritisierte der Landtagsabgeordnete die langen Entscheidungs- und Bauzeiten. Wenn man sich an die Olympiade von 1972 zurück erinnere werde deutlich, wie viel an Infrastruktur in kurzer Zeit aufgebaut werden könne.

Hier schloss sich Dr. Haberland an und betonte es wäre wichtig, dass jetzt Bewegung in die Verkehrsplanungen der Zukunft käme. Dazu gehören seiner Meinung nach auch Konzepte für eine Beschleunigung des Verkehrs, da stehende Autos die Luftverschmutzung erhöhten. Zudem müsse versucht werden, künftig so viel Verkehr wie möglich unter die Erde zu bekommen.

In der teilweise emotional geführten offenen Diskussion wurden anschließend auch die Themen Luftverschmutzung am Altstadtring, E-Mobilität für Lastwagen und Busse sowie autonomes Fahren aufgegriffen. Dabei wurde klar: das Thema Verkehr polarisiert die Münchner, bietet aber auch großen Chancen für Verbesserungen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.