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CSU Naila & Evangelische Bildungswerk Hof-Naila

Ohne Werte ist kein Staat zu machen

 
Zollten den Gästen viel Lob und ein großes Dankeschön für die rege Beteiligung an der Wertediskussion (v.l.): CSU-Ortsvorsitzender Marco Hader, Dekan Andreas Maar, Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB und Gemeindereferent Herbert Grob.

Unter dem Motto „Ohne Werte ist kein Staat zu machen“ hatte das Evangelische Bildungswerk Hof-Naila zusammen mit der Nailaer CSU zu einer Diskussionsrunde mit Bundestagsabgeordnetem Dr. Hans-Peter Friedrich ins Nailaer Bonhoefferhaus geladen. Zahlreiche Besucher sorgten mit ihren Fragen und Gesprächsbeiträgen für einen regen Meinungsaustausch. Dekan Maar stellte in seinem Eingangswort die Menschenwürde in den Mittelpunkt der Wertediskussion, die im Grundgesetz in Artikel 1 für unantastbar erklärt wird und erläuterte deren Verwurzelung im christlichen Glauben. In der Schöpfungsgeschichte sei erklärt, dass Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat und somit jeder Person Würde zukomme. Er selbst sei dankbar, in einem Land wie Deutschland leben zu dürfen, wo Werte wie die Achtung der Menschenwürde, Freiheit und Toleranz zu den Grundlagen des alltäglichen Miteinanders gehören. Zur Toleranz gehöre selbstverständlich auch die Religionsfreiheit, wobei auch die Frage nach deren Grenzen erlaubt sein müsse. Darauf ging auch Hans-Peter Friedrich in seinem Vortrag ein, der unterstrich, dass diese Grenze überall da überschritten sei, wo Religion dafür herhalte müsse, die Grundlagen unseres Zusammenlebens in Frage zu stellen, zum Beispiel wenn es um die Rolle der Frau gehe, die Rechtfertigung von Gewalt oder auch um die grundsätzliche Akzeptanz des Rechtsstaats. „Es gibt keinen Grund, vor lauter Toleranz der Intoleranz Raum zu gewähren“ hob er hervor. Vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage komme der Wertediskussion eine wichtige Bedeutung zu. Weltweit hätten derzeit rund 65 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen und seien auf der Flucht. Es sei für jeden Christen ein Gebot der Nächstenliebe und eine Selbstverständlichkeit, jedem einzelnen zu helfen, der um Hilfe bitte. Die entscheidende Frage sei aber wie. So könne man mit den gleichen Mitteln zwanzig Menschen vor Ort in Afrika helfen wie einem Flüchtling in Europa. Der Hilfsbereitschaft seien nicht nur finanzielle Grenzen gesetzt, sondern auch organisatorische und soziale. Werden die Grenzen der Integrationsfähigkeit überschritten, berge das auch Gefahren für den Zusammenhalt der Gesellschaft. „Integration heißt, sich auf ein gemeinsames Wertegerüst zu verständigen.“ Dieses Wertgerüst als zentrales Element der Leitkultur basiere auf einer gemeinsamen christlich-jüdisch-abendländischen Geschichte in Mitteleuropa und sei die Basis für unsere freiheitliche und humanistische Gesellschaft, betonte Friedrich.