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CSU Gemeinderatsfraktion Waldbüttelbrunn

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 26.Oktober 2015

Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung stand die Entscheidung über das weitere Vorgehen bezüglich einer Sanierung oder eines Abrisses und Neubaus des Rathauses.

Wie bereits seit Jahren bekannt ist, genügt das heutige Rathaus aufgrund des Raumangebotes sowie des Raumzuschnittes nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Verwaltung braucht dringend mehr Büroflächen. Die Barrierefreiheit ist nicht überall gegeben. Zudem müsste das Rathaus nicht nur energetisch saniert werden sondern es müssten auch Feuchteschäden im Gebäude beseitigt werden. Auch die Situation im Sitzungssaal ist für die Zuschauer sehr beengt, Präsentationen mit Beamer können vom Publikum kaum mitverfolgt werden.

Zudem stellt sich die städtebauliche Situation derzeit als unbefriedigend dar. Nach dem Abriss des ehemaligen Friseurladens unterhalb des Rathauses klafft zur August-Bebel-Straße hin eine Baulücke. Das Rathaus präsentiert sich quasi aus zweiter Reihe mit der Rückseite zur Hauptstraße.

Weiterhin war bei der Entscheidung zu berücksichtigen, dass in der Bevölkerung ein großes Interesse an der Beibehaltung eines Bürgersaals (derzeit Vortragsraum genannt) besteht.

Weitere Veränderungen ergeben sich durch den geplanten (und bereits beschlossenen) Umzug der Bücherei in das im Bau befindliche Wohn- und Geschäftshaus in der August-Bebel-Straße. Die freiwerdenden Räume eignen sich nur bedingt als Büroflächen des Rathauses.

Inwieweit sich der Raumbedarf der Gemeindeverwaltung in den nächsten Jahrzehnten verändern wird, ist derzeit nur schwer vorauszusehen.

In allen Überlegungen wurde auch die Zukunft des Alten Rathauses an der Ecke Lindenstraße/August- Bebel-Straße (derzeit Nutzung durch Jugendzentrum und Dart-Klub) mit einbezogen. Aus städtebaulicher Sicht sollte dieses dort erhalten bleiben. Je nach zukünftiger Nutzung schwanken dessen Sanierungskosten.

 

Bereits im März 2015 waren interessierte Bürger und der Gemeinderat zu einem Workshop mit einem Städteplaner und einem Architekten zusammengekommen. In mehreren Kleingruppen wurde damals erarbeitet, welche Nutzungen im Rathaus und dem gesamten Rathausareal notwendig und wünschenswert wären. Außerdem wurden verschiedene Planvarianten bewertet.

Vor kurzem war dann der Gemeinderat nochmals in Klausur gegangen, um sich mit Städteplaner und Architekt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Planvarianten erneut erläutern zu lassen und zu diskutieren.

Letztendlich lagen dem Gemeinderat nun in der Sitzung drei vom Städteplaner und vom Architekten erstellte Varianten zur Abstimmung vor. Diese waren:

 

Variante 1: Sanierung des bestehenden Rathauses und des Alten Rathauses (bereits 2013 geschätzte Kosten: 4,8 Millionen Euro )

Wärmebrücken und Feuchteschäden in der Bausubstanz machen Sanierungsmaßnahmen aufwendig und teuer. Aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit wäre ein neuer Aufzug erforderlich. Der Bau an sich war damals individuell auf die Gemeinde zugeschnitten und ermöglicht ein Mitwachsen und Veränderungen nur sehr begrenzt. Das Raumangebot und die innere Organisation des Rathauses lassen sich mit dieser Variante kaum den neuen Gegebenheiten anpassen und verbessern. Insgesamt gibt es einen sehr hohen Anteil an Verkehrsflächen. Die Brachfläche direkt an der August-Bebel- Straße bleibt bestehen.

Diese Variante wurde sowohl aus städteplanerischer als auch aus architektonischer Sicht nicht befürwortet. Ebenso war diese Variante im Workshop sowie in Diskussionen im Gemeinderat als die schlechteste Lösung betrachtet worden. Bei annähernd gleichen Kosten wie ein Neubau erscheint der dann sanierte Bau im Hinblick auf seine unflexible Struktur und die begrenzten Erweiterungs- und Veränderungsmöglichkeiten weniger geeignet, um die Gemeindeverwaltung auch zukünftig weiter entwickeln zu können.

 

Variante 2: Abriss des bestehenden Rathauses und Neubau, Sanierung des Alten Rathauses (geschätzte Kosten: 4,5 Millionen Euro)

In dieser Variante soll ein Rathausneubau mit dem Giebel zur August-Bebel-Straße und mit der Längsseite entlang des Gäßchens errichtet werden. Damit wird die vorhandene Baulücke geschlossen. Der Zugang kann vom Rathausplatz ebenerdig und barrierefrei erfolgen. Der Zugang ins Untergeschoss ist auf dem Niveau August-Bebel-Straße/Ecke Gäßchen ebenfalls ebenerdig. Durch den Abriss des bestehenden Rathauses vergrößert sich die Platzfläche des Rathaushofes um den bisher vorhandenen Querbau (Bücherei, Vortragsraum). Die Fläche vor der Alten Kirche, der Rathausplatz und die Fläche zwischen Altem Rathaus und Rathausneubau können in einem Konzept aufeinander abgestimmt werden.

In einem relativ einfachen und kompakten, rechteckigen Baukörper können die Nutzungen innerhalb des Rathauses jederzeit flexibel den jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Es wird ausreichend Erweiterungsfläche vorgesehen. Der Sitzungssaal ist in das Rathaus integriert.

Zur Abgrenzung des Rathausplatzes wurde im Dreieck zwischen Rathaushof, Gäßchen und Alter Kirche städtebaulich ein weiteres Gebäude empfohlen worden z.B. private Wohnbebauung.

Als preisgünstigste Variante hatte dieser Vorschlag Befürworter. Jedoch herrschte Einigkeit darüber, dass ein Wohnhaus an dieser Stelle unpassend sei.

 

Variante 3: Abriss des bestehenden Rathauses und Neubau, zusätzlicher Neubau für Sitzungssaal und Bürgersaal, Sanierung des Alten Rathauses (geschätzte Kosten: 4,7-5,2 Millionen Euro)

In dieser Variante entsteht ebenfalls ein Rathausneubau in ähnlicher Lage wie bereits unter Variante 2 beschrieben. Dieser Bau würde jedoch etwas kürzer, da der Sitzungssaal hier entfällt. Statt des in Variante 2 vorgeschlagenen Wohnhauses wird an dieser Stelle ein zweiter Bau errichtet, welcher ebenfalls ebenerdig vom Rathaushof zu erreichen ist. In einer eingeschossigen Variante könnte dort ein Sitzungssaal entstehen. In einer zweigeschossigen Variante könnten ebenerdig ein Bürgersaal und darüber ein Sitzungssaal entstehen. Dieser wäre wiederum vom Vorplatz der Alten Kirche ebenerdig zu erreichen.

Die Kosten dieser Variante belaufen sich mit dem eingeschossigen Zusatzbau auf insgesamt ca. 4,7 Millionen Euro, mit zweigeschossigem Zusatzbau auf 5,2 Millionen Euro. Diese Variante wurde sowohl im Workshop als auch in den Diskussionen des Gemeinderates mehrheitlich klar favorisiert, da sie bei annähernd gleichen oder etwas höheren Kosten die meisten Vorteile bietet (flexibles Verwaltungsgebäude, Bürgersaal, separater Sitzungsraum, keine andere bauliche Nutzung im Rathausquartier)

Letztendlich stimmte der Gemeinderat mit einer klaren Mehrheit von 15 gegen 3 Stimmen (bei drei abwesenden Gemeinderäten) dafür, ein VOF-Verfahren auf Grundlage der Variante 3 durchzuführen. Unsere Fraktion stimmte einstimmig für diese Lösung!

Im vorgeschriebenen VOF-Verfahren muss nun aus rechtlichen Gründen in einer europaweiten Ausschreibung ein geeigneter Architekt gesucht werden. Erst wenn dieser gefunden wurde, beginnen die Detailplanungen zum tatsächlichen Gebäudezuschnitt. Bis diese Planungen dann soweit gediehen sind, dass ein Bauantrag gestellt und anschließend mit dem Bau tatsächlich begonnen werden könnte, wird noch einige Zeit ins Land gehen.

Zur Finanzierung der Baumaßnahme müssen je nach zeitlichem Zusammentreffen dieser und der anderen gemeindlichen Baumaßnahmen sowie der Entwicklung der gemeindlichen Ein- und Ausgaben in den nächsten Jahren vermutlich Kredite aufgenommen werden, was jedoch bei der Finanzkraft der Gemeinde Waldbüttelbrunn kein Problem darstellen sollte.

 

Neben der Grundsatzentscheidung zum Rathausneubau stand die Vereidigung des neuen Gemeinderates Paul-Rudolf Lutz von den Freien Wählern als Nachfolger für Frau Gabriele Brejschka auf der Tagesordnung. Herzlichen Dank an Frau Brejschka für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit und ein herzliches Willkommen an Herrn Lutz, der schon in der letzten Wahlperiode im Ratsgremium mitgearbeitet hat und damit kein „ganz Neuer“ ist!

Außerdem beriet der Rat noch über geeignete Maßnahmen zur Information der Bürger über die neuen Buslinien (471 und 472 statt bisher 47) und über alle Buslinien außerhalb dieser Fahrpläne, die ebenfalls nach Waldbüttelbrunn fahren. Der Gemeinderat entschloss sich zum Abdruck einer Information im Gemeindeboten.