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70-Jahre CSU Ortsverband Waldmünchen

Sieben Jahrzente gelebte Demokratie

 

Bei der 70-jährigen Geburtstagsfeier am 14. Dezember 2015 des CSU-Ortsverbandes Waldmünchen blicken die derzeitigen Mandatsträger auf Persönlichkeiten und die Geschichte des Verbandes zurück. Festredner MdL Thomas Kreuzer gibt einen Überblick über die Erfolge der CSU auf Landes- und Bundesebene und kritisiert die derzeitigen Entwicklungen in der Asylpolitik. Seine Ansichten finden große Zustimmung bei den Zuhörern.  

Gut gefüllt war der Saal im Hotel Post zur Geburtstagsfeier des CSU Ortsverbandes. Dieser war am 7. Dezember 1945 gegründet worden. Für Ortsvorsitzenden Martin Frank sind das rückblickend sieben Jahrzehnte gelebte Demokratie mit vielen Höhen und Tiefen. „Wir lebten viele Jahre lang am Eisernen Vorhang und haben es noch immer schwer, am wirtschaftlichen Erfolg im Land Teil zu haben.“ Der CSU-Ortsverband, so Frank, habe seinen Schwerpunkt natürlich auf kommunaler Ebene. Er gab aber auch zu bedenken: „Politik muss auch künftig von Unten nach Oben funktionieren.“ Landrat Franz Löffler durfte dieses Mal keine aktuellen Themen ansprechen, ihm oblag ein historischer Rückblick auf die Geschichte des Ortsverbandes. Dieser wurde am 7. Dezember 1945 von 25 bis 30 Personen gegründet. Zu den Gründungsvätern und treibenden Kräften zählten unter anderem Heinrich Eiber und der Geistliche Nagler. Löffler dazu: „Das waren mutige Menschen, die Verantwortung übernommen haben. Im Jahr 1945 kurz nach dem Krieg war die Rolle der Parteien nicht einfach und wurde kritisch gesehen. Die CSU hatte sich vier Zielrichtungen vorgegeben: christlich, sozial, demokratisch und föderalistisch.“ Auf kommunaler Ebene haben für Löffler diverse Persönlichkeiten den Ortsverband geprägt. Er nannte Heinrich Eiber, Johann Bücherl und Franz Xaver Gruber als beispielhafte Mandatsträger. Willi Kaiser habe den Ortsverband in der schwierigen Zeit der Krankenhausreform geführt. Und auch Arnold Lindner und Franz Lüftner hatten schwierige Zeiten zu bewältigen. Man habe aber, so der Landkreischef, viele Entwicklungen in Waldmünchen positiv begleiten können und von politischer Seite die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt. Er nannte hier als Beispiele die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen oder der Akademiker-Quote im Landkreis. Für die Zukunft sah Löffler diesen Auftrag: „Gemeinsam Heimat gestalten. Der ländliche Raum muss noch attraktiver werden.“ Am Ende seines Rückblicks bedankte er sich bei allen Mitgliedern für die Treue zum Ortsverband.  

Hauptredner des Abends war der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag MdL Thomas Kreuzer, der seinem jungen Kollegen MdL Dr. Gerhard Hopp den Wunsch zum Festvortrag nicht abschlagen konnte. „Wir können dieses Jubiläum nur begehen, weil es schon viele Engagierte gegeben hat“, so sein erstes Fazit. Und weiter: „Es sind aber auch junge Menschen notwendig, die Führung im Staat übernehmen.“ Er gab zu bedenken, dass Parteiarbeit zum Großteil auch ehrenamtlich geleistet werde und sich hier viele Menschen einbringen. Für den Fraktionschef hat die CSU einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung Bayerns: „Wir waren anfänglich am letzten Platz und sind mittlerweile an der Spitze der Bundesrepublik.“ Neben dem Fleiß der Menschen in Bayern seien die politischen Rahmenbedingungen gut. Er nannte hier die Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg. Anschließend zählte Thomas Kreuzer jede Menge politische Themen auf: Vom Betreuungsgeld für Familien über den massiven Ausbau des schulischen Angebotes und der beruflichen Bildung bis hin zum zehnten bayerischen Haushalt ohne Neuverschuldung in Folge. „Vor zehn Jahren hatte niemand an schuldenfreie Haushalte geglaubt, heute ziehen viele Länder nach.“ Das bestärke ihn in seiner Ansicht, dass schwierige Dinge mit Mut angegangen werden müssten. Weitere wichtige Schritte für den ländlichen Raum seien mit der Verlagerung von Behörden, dem Ausbau von Fachhochschulen, dem Breitbandausbau und Fördertöpfen für finanzschwache Kommunen bereits erfolgt. Auch der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft ist dem Fraktionschef, der selbst aus dem Allgäu stammt, ein Anliegen. Trotz dieser Erfolge dürfe man sich aber, so Kreuzer, nicht ausruhen: „Wir müssen uns das jeden Tag neu verdienen. Der Staat muss noch bürgerfreundlicher werden und entbürokratisieren. Wir laufen sonst Gefahr, wirtschaftliche Aktivitäten zu ersticken.“ Als weitere Herausforderung nannte er die Digitalisierung und prophezeite beispielhaft, dass es in rund zehn Jahren selbstfahrende Autos geben werde. Zuletzt griff Thomas Kreuzer die Flüchtlingspolitik auf und kritisierte die derzeitigen Maßnahmen: „Wir können nicht ganze Völker auf andere Kontinente verlegen. Wir brauchen Kontingente. Derzeit kontrollieren nicht wir die Zuwanderungszahlen, sondern die Schlepper am Mittelmeer.“ MdL Kreuzer erklärte den Anwesenden die unterschiedlichen Kategorien von Flüchtlingen und gab zu bedenken, dass dir Frage des Familiennachzuges noch nicht geklärt sei. Untragbar ist für ihn der Zustand an den EU-Außengrenzen: „Die Außengrenzen müssen gesichert werden, sonst stirbt Schengen.“ Bei erneut steigenden Zahlen im Frühjahr kündigte er gravierende Maßnahmen an. Am Ende der rund einstündigen Rede ermutigte er die Anwesenden, sich zu trauen, die eigene Meinung zu sagen: „Nicht alles Gesagte ist gleich rechtsradikal.“ Für seinen Festvortrag wurde Kreuzer mit einem Präsentkorb mit heimischen Produkten bedacht.  

Martin Frank würdigte schließlich alle Mitglieder mit einer Mitgliedschaft von mehr als 40 Jahren und hob besonders verdiente Persönlichkeiten wie Heinrich Reitmeier, Wilhelm Kaiser, Walter Ruhland und Ludwig Schiedermeier hervor. Diese erhielten eine Dankurkunde sowie eine Bayern Raute. In den abschließenden Grußworten äußerten sich MdL Dr. Gerhard Hopp und Bürgermeister Markus Ackermann. Hopp bedankte sich für die beste Unterstützung durch den Ortsverband. Für ihn haben Ortsverbände mehr Zukunft denn je. „Politisches Interesse beginnt in der Kommunalpolitik. Wir müssen die Chance nutzen, Themen von Unten nach Oben zu tragen.“ Bürgermeister Markus Ackermann gratulierte dem Geburtstagskind: „Es ist nicht nur rüstig, sondern sehr vital.“ Der CSU-Ortsverband habe in den vergangenen Jahren bei allen Wahlen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Auch habe der Kreisverband einflussreiche und markante Persönlichkeiten hervorgebracht. Für das Stadtoberhaupt ist die aktuelle Stärke die harmonische Teamarbeit: „Ich genieße die offenen und tabulosen Diskussionen.“ Er appellierte an die Anwesenden: „Setzen wir die erfolgreiche Arbeit fort!“    

Es wurden geehrt für langjährige Mitgliedschaft:

Franz Graßl (61 Jahre), Hans Graßl (57 Jahre), Josef Klein, Rolf Schneider, Ludwig Bumes, Heinrich Reitmeier (alle 55 Jahre), Wilhelm Kaiser (53 Jahre), Heribert Ruhland, Hermann Urban (beide 49 Jahre), Georg Biebl (45 Jahre), Otto Bittner, Rudolf Fellerer, Rudolf Kraus, Heribert Richter, Ludwig Schiedermeier, Walter Ruhland (alle 43 Jahre), Hans Bücherl, Klaus Bialek (beide 40 Jahre).