Unser Stadtteil

Im 15. Jahrhundert war die Perlacher Heid Schauplatz höfischer Jagden bayerischer Herzöge und berühmt für seinen Wildreichtum. Noch im Jahre 1900 war dort, wo heute ansehnliche Häuser stehen, von Garten- und Baumgruppen gerahmt, nur einsamer Wald unterbrochen von Heideflächen.

Im Jahre 1904 wurde die Eisenbahnlinie vom Ostbahnhof zum Dorf Aying gebaut. Viele naturliebende Münchner interessierten sich nun für das leicht erreichbare Waldgebiet im Osten. Ein unternehmungslustiger Bauunternehmer ließ ein paar Straßen in einfachster Bauweise durch die Wälder ostwärts der Dörfer Unterbiberg und Perlach anlegen. Er parzellierte die Waldgrundstücke und verkaufte sie zu einem Quadratmeterpreis von damals 50 Pfennigen. So konnten die Städter verhältnismäßig weitläufige Grundstücke erwerben, in denen sie einfache Wochenendhäuschen oder auch Wohnhäuser errichteten.

Die Bewohner Waldperlachs waren jedoch lange Zeit von der Infrastruktur der Nachbargemeinde Unterbiberg (später Neubiberg) abhängig. Die katholische Kirche, die Volksschule und auch das Postamt waren in Neubiberg angesiedelt, zudem zahlreiche Fachgeschäfte; die evangelische Kirche war in Perlach.

Erst im Jahre 1952 bekam Waldperlach eine Volksschule, nicht zuletzt wegen der hier zahlreich angesiedelten Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. 1968 wurde für die Waldperlacher Katholiken die St. Bruder Klaus Kirche (www.bruder-klaus.de) gebaut; die evangelischen Christen mussten ihre Gottesdienste behelfsmäßig in der Volksschule abhalten, bis 1986 die Jubilategemeinde (www.jubilatekirche.de) endlich ein eigenes Gotteshaus bekam und der im ersten Weltkrieg von den Siedlern errichtete Wasserturm in einen Glockenturm umgestaltet wurde.

Die Verbindung in die Innenstadt wird heute noch durch Busse gewährleistet, die in kurzen Abständen die Fahrgäste zur U-Bahn in Neuperlach bringen. Ansonsten ist der Stadtteil arm an öffentlichen Einrichtungen. Auch das Polizeirevier und das stark frequentierte Postamt wurden abgezogen. Durch den intensiven Einsatz der CSU konnte vor einigen Jahren eine Postagentur im Gefilde eröffnet werden.

Einige Geschäfte für den dringendsten Bedarf stehen den Bürgern zur Verfügung. Einen anderen Vorzug allerdings hatte Waldperlach schon von Anfang an. 1911 hatte das erste königliche Leibregiment für seine Soldaten und deren Angehörige hier die Waldwirtschaft "Leiberheim" (www.leiberheim.de) errichtet, die nach Ende des ersten Weltkrieges für jedermann zugänglich wurde. In den 20er-Jahren zogen die uniformierten Veteranen mit klingendem Spiel vom Neubiberger Bahnhof durch den Ort und lockten die damals noch gar nicht musikverwöhnten Bürger in Scharen in den weitläufigen Biergarten, der auch heute noch einen beliebten Treffpunkt darstellt.

Der SV Waldperlach (www.svwaldperlach.de) ist zu einem begehrten Treffpunkt für viele Jugendliche in Waldperlach geworden. Spielerisch hat er sich einen guten Ruf erworben. Die freiwillige Feuerwehr Waldperlach (www.ffwp.de) ist immer zur Stelle, wenn man sie braucht! Neben dem Fußball bieten sich in Waldperlach auch andere Freizeit-Möglichkeiten. Spaziergänger, Läufer, Radfahrer finden im angrenzenden Truderinger Wald und der Kies-Grube eine ruhige und entspannende Umgebung vor. Am Eingang des Waldes lädt die kleine Josefskapelle zum Verweilen ein.