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Bürgerdialog mit Bürgermeisterkandidatin Elisabeth Pfeffer

„Isolation ist der falsche Weg“

 
Gut besucht war der Frühschoppen von Elisabeth Pfeffer (rechts): „Ich möchte Bürgermeisterin werden, weil ich an Zwiesel glaube und das Beste für Zwiesel erreichen will und nicht, weil ich es werden muss!“

Voll besetzt war das Tennis-Stüberl bei der zweiten Bürgerversammlung von Bürgermeisterkandidatin Elisabeth Pfeffer am vergangen Sonntag, bei der sie ihr Wahlprogramm und den Themenschwerpunkt Tourismus vorstellte. Außerdem nutzte sie die Gelegenheit, um einige persönliche und stadtpolitische Dinge richtig zu stellen.
Gleich zu Beginn ihrer Vorstellung betonte die CSU-Kandidatin, dass sie alles daransetzen werde, das Image Zwiesels wieder zu verbessern. In diesem Zusammenhang nahm sie auf die Bewerbung der Stadt Regen als eigenes Mittelzentrum im Landesentwicklungsplan Bezug (wir berichteten): „Zwiesel driftet langsam in die Isolation ab. Das ist der falsche Weg.“, ist Pfeffer überzeugt. Als alarmierend bezeichnete sie, dass eine gemeinsame Bewerbung um ein ILE-Förderprogramm mit Regen vom Bürgermeister abgelehnt wurde.
Auch Gerüchte im Zusammenhang mit ihrer derzeitigen Beschäftigung im Betrieb ihres Mannes stellte Pfeffer richtig: „Wenn ich Bürgermeisterin werde, dann zu einhundert Prozent!“. Für den Fall ihrer Wahl werde für die Verwaltung in der Brauerei wieder jemand eingestellt, wie es 120 Jahre vorher auch der Fall war.
Darüber hinaus betonte sie ihre Beweggründe für die Kandidatur: „Ich möchte Bürgermeisterin werden, weil ich an Zwiesel glaube und das Beste für Zwiesel erreichen will und nicht, weil ich es werden muss!“
Schwerpunktmäßig ging die 2. Bürgermeisterin auf den Tourismus ein, bei dem sie unter anderem den Tagestourismus besser fördern möchte. Sie fordert im Tourismus ein klares Bekenntnis zu den regionalen Stärken wie es z.B. auch in Südtirol der Fall ist. Auch ein möglicher Kurzzeit-Campingplatz am Grenzlandfestgelände wurde angesprochen.
Der Investor der Bayerwaldsauna habe ihr bereits eine Erweiterung der Sauna und Verhandlungen mit Kooperationspartnern zugesichert, die andernorts Freibäder betreiben. Aufgrund des zerrütteten Verhältnisses mit der derzeitigen Stadtspitze hat er sein Engagement für Zwiesel derzeit eingestellt.
Das oft diskutierte Reizthema FNBW sparte Pfeffer nicht aus. „Unabhängig davon, wie man zur FNBW steht, ist Zwiesel definitiv bis Ende 2017 Mitglied. 140.000 Euro Marketingumlage zu bezahlen, und gleichzeitig die Leistungen dafür zu verweigern und noch dazu deren Arbeit zu blockieren, ist Geldverschwendung.“ Wenn bis Mitte 2017 eine bessere Alternative vorliege und diese eine Mehrheit finde, werde sie die Entscheidung der Mehrheit mittragen und umsetzen. Ergänzend und zum Nachdenken anregend merkte sie an, dass in der  Amtsperiode des Bürgermeisters  alleine in der Tourist-Info sechs Mitarbeiter gekündigt haben – darunter drei Tourist-Leiter.
Die enorme Fluktuation in der Stadtverwaltung führt dazu, dass viel Geld für externe Büros ausgegeben werden muss. Pfeffer verwies außerdem auf ihre Funktion als Kreisrätin für die IG-Frauen, in der sie sich besonders für Kreisthemen, wie den Schulstandort und die Geburtenstation Zwiesel einsetzen werde.
Bei der anschließenden Diskussion wurden von den rund 40 Teilnehmern die Ausschreibung der Gewerke am Feuerwehrhaus kritisiert, da kaum Zwieseler Betriebe berücksichtigt wurden. Pfeffer sieht es als Aufgabe eines Bürgermeistes an, eine Ausschreibung so zu planen, dass kleine, ortsansässige Betriebe Zeit haben, um sich bewerben zu können.
Außerdem wurde von Stadtmarketing-Vorstand Bernd Hollmeier ein ganzheitlicher Ansatz gefordert, der Wirtschaft und Tourismus ins Boot holt. Pfeffer stimmte dem zu, ergänzte jedoch, dass man für Wirtschaft und Einzelhandel das Umland mit einbeziehen müsse. Die Teilnehmer sprachen auch das kürzlich wieder in die Schlagzeilen geratene Thema Fernwärme an (wir berichteten).
Pfeffer stellte ausdrücklich klar, dass entgegen anderslautender Behauptungen der Betrieb der Fernwärme die Bürger finanziell nicht belastet werden.
Durch den vom Bürgermeister gestoppten Bau des Heizkraftwerks, musste die Stadt sogar fast 92.000 Euro Strafzinsen für einen zweckgebundenen Kredit zahlen.
Zum Abschluss der Veranstaltung nahm sich die Bürgermeisterkandidatin noch Zeit für lockere Gespräche mit den anwesenden Bürgern und lud zu ihrem nächsten Bürgerdialog am Donnerstag um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Rabenstein ein.