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23.11.2011
Dezentrale Energie-Zufuhr mindert Leitungsverlust
Dezentrale Energie-Zufuhr mindert Leitungsverlust
Aktuelle Stromerzeugung: Zwei Drittel bleibt "auf der Strecke" – CSU-AK Umwelt: "Verbrauchernahe Energieversorgung bietet höchsten Wirkungsgrad"
Pocking. Über zwei Drittel der bundesweit erzeugten Strommenge bleiben derzeit infolge hoher "Leitungs-Verluste" vom Erzeuger bis zum Verbraucher im wahrsten Sinne "auf der Strecke" – nach Überzeugung des CSU-Arbeitskreises "Umwelt" ein unhaltbarer Zustand, der einer grundlegenden Änderung bedürfe. Fernziel der Arbeitskreises: Etwa 85 Prozent der Gesamtmenge dort bereitzustellen, wo sie "wirklich gebraucht wird – nämlich möglichst direkt beim Verbraucher".
Praktischen "Anschauungs-Unterricht" für eine wirkungseffiziente – weil verlust-minierte – Energieversorgung erhielten rund ein Dutzend AK-Mitglieder und Gäste – darunter auch die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Gerlinde Kaupa (Pocking) sowie Kreisvorsitzende Cornelia Wasner-Sommer (CSU-Arbeitskreis "Landwirtschaft") – auf der großzügig dimensionierten Biogas-Anlage am Oberindlinger "Weidinger-Hof" von Jungunternehmer Gerhard Zöls.
Ein "zweites Bild" innovativer Energie-Technik verschafften sich die AK-Mitglieder knapp einen Kilometer weiter beim Biogas-betriebenen neuen Blockheizkraftwerk im Herzen von Grundschule, Gymnasium und Dreifachturnhalle. "Finanziell betrachtet, macht es keinen Unterschied, ob zur Energieversorgung eine einzige Gasrohr- oder eine Wärmeleitung mit Vor- und Rücklauf verlegt wird", wie Betreiber Gerhard Zöls ausdrücklich betonte. Sowohl aus energetischer wie auch ökologischer Sicht räumte AK-Vorsitzender Rudi Freymadl (Tiefenbach) allerdings "einer Gasleitung absoluten Vorrang-Charakter" ein.
Mit der Energieplanung und –Beratung als Elektro-Ingenieur hauptberuflich selbst aufs Engste verbunden, bezeichnete stellvertretender AK-Vorsitzender Martin Veit (Hauzenberg) auf der nachfolgenden "Experten"-Diskussion ein "optimalen Energie-Mix je nach regionalen Voraussetzungen als zielführendste Gesamtlösung".
Die Strompreis-Entwicklung zwischen 1998 und 2007 analysierte Martin Veit dahingehend, dass in diesem Zeitraum der eigentliche Energiepreis, also die Umwandlung (im Volksmund fälschlich "Erzeugung" genannt) etwa fossiler oder atomarer Energieträger in nutzbare Energieformen, um etwa ein Zwanzigstel zurückgegangen seien, allein jedoch fällige Gebühren und Steuern um gut neun Zehntel zugenommen hätten. Der aktuelle Strompreis resultiere aus rund zwei Fünfteln Gebühren, Abgaben und Steuern sowie fast einem Drittel "Durchleitungs-Entgelte" – die Strom-"Erzeugung" selbst schlage letztlich nur mit 28 Prozent zur Kasse.
"Verbraucher und Bevölkerung müssen in Zukunft grundsätzlichen Überlegungen einer Landschafts-Anpassung für effiziente Energie-Versorgungssysteme mit minimalen Leitungsverlusten Raum lassen", hegte der Elektro-Ingenieur "realistische Planungs-Visionen". Exemplarisch dazu präsentierte Martin Veit einen "Ringwall-Speicher", bei dem Energie-Erzeugung und –Speicherung mit vielfältigen Freizeitaktivitäten kombiniert werden könnten.
Mehrere AK-Mitglieder relativierten derartige Überlegungen mit dem konkreten Hinweis, dass im Passauer Land "Ringwall-Speicher" mit einem Durchmesser von etwa elfeinhalb Kilometer bei einer gleichzeitigen Dammhöhe von rund 215 Metern infolge fehlender Freiflächen "wohl kaum realisiert werden" könnten – von einer breiten Bürgerakzeptanz wohl erst gar nicht zu reden.
Energie-Effizienz jedoch auch im privaten Haushalt: "Die optimale Spreizung von Vor- und Rücklauf des Heizwasserkreislaufes sollte etwa 20 Grad betragen", gab Martin Veit einen praxisnahen Verbraucher-Tipp zur Stromeinsparung. Bei gut funktionierenden Kühlschränken ersetzten darüber hinaus schon meist "intakte Türdichtungen" eine Neuanschaffung. Dr. Ing. Hans Kochanowski (Ruhstorf) plädierte zuletzt für die Installation "intelligenter" Stromverbrauchszähler, nahm jedoch gleichzeitig die "Energieversorgern in die Pflicht, dafür auch adäquate Tarife" anzubieten.
B i l d: Minimierte Leitungsverluste durch dezentrale Energie-Versorgung: Der CSU-Arbeitskreis "Umwelt" begutachtete direkt vor Ort die großzügig dimensionierte Biogas-Anlage des Oberindlinger "Weidinger-Bauers" Gerhard Zöls (r.). Von links die beiden AK-Vorsitzenden Rudi Freymadl und Martin Veit mit AGL-Vorsitzender Cornelia Wasner-Sommer und stv. CSU-Kreisvorsitzender Gerlinde Kaupa.
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