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10.08.2011
Wir müssen den Dialog führen
Vöhringen Herbert Walk vom CSU-Ortsverband hatte mit seiner Einladung rund 30 Bürger, wohl zumeist Parteigänger, zu einem Vortrag von Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung, ins Cardijn-Haus gelockt. Am Ende ging es dann doch wieder um die Kuppel einer Moschee und um Minarette. Und dafür gab es dann von einigen der Anwesenden Beifall, die deutliche Zeichen des Islams in ihrer Stadt nicht wollen.
Dabei hatte Neumeyer in seinem 45-minütigen Vortrag klar gemacht, dass etwa 27 Prozent der Bevölkerung in Bayern einen Migrationshintergrund haben. Im Freistaat, so Neumeyer, gebe es 540000 Muslime, von denen die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft hätten. Und es gebe 440 Moscheen, von denen er etliche besucht habe.
Der Appell von Neumeyer an alle, die Skepsis gegenüber dem Islam haben: "Wir müssen den Dialog führen, auch wenn er nicht vergnügungssteuerpflichtig ist." Leider werde der Islam von der Bevölkerung mit Intoleranz verbunden. Dagegen lehnten viele Türken und Araber den Fundamentalismus ab und seien deshalb "zu uns" gekommen. "Ich wünsche mir einen aufgeklärten Islam. Und die Religionsfreiheit erlaubt es, ein Gebetshaus zu bauen." Speziell an die Vöhringer gewandt meinte Neumeyer: "Das muss man doch in Vöhringen schaffen, wie es gebaut wird und wie es aussieht."
Basis für das Zusammenleben von Gläubigen ist für Neumeyer die Toleranz. "Und die Basis dafür ist die Bildung. Die ist entscheidend." Fordern und fördern, aber auch umgekehrt, das ist für Neumeyer im Zusammenleben wichtig. Am Ende stehe eine Gewinnsituation für alle, wenn eine Willkommenssituation eingeführt werde. Es gelte von beiden Seiten zu zeigen: "Du bist mir was wert." (boz)
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