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Gastbeitrag in der „WELT“

Seehofer: Politik mit Heimatliebe

Horst Seehofer
 

Heimatliebe als Motor: Bundesheimatminister und CSU-Chef Horst Seehofer hat in einem Gastbeitrag in der „WELT“ erklärt, wie er gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland schaffen will.

Herausforderungen für Stadt und Land

„Deutschland durchläuft eine Phase beschleunigten Wandels“, so Seehofer. „Weltweite Wirtschaftsverflechtungen, Migration und Digitalisierung, aber auch der demografische Wandel erfordern es, umzudenken und neu zu steuern.“ Gewachsene Strukturen lösten sich auf: „Ballungszentren schwellen an, und ländliche Regionen veröden.“ Viele Menschen fühlten sich dadurch verunsichert. Seehofer ist überzeugt, dass Deutschland bei der Bewältigung dieser Herausforderungen die „Heimatliebe“, die enge emotionale Bindung zur Herkunft und zu den regionalen Wurzeln, zugutekomme. Keine andere Sprache oder Kultur kenne etwas Vergleichbares. „Heimat wird nicht als Kulisse, sondern als Element aktiver Auseinandersetzung empfunden.“

Politik und Heimatliebe

Wenn die Politik in Deutschland das Vertrauen der Bürger erhalten wolle, müsse sie „auf das gemeinsame Heimatempfinden bauen und die Wurzeln der Vergangenheit mit dem Gestaltungswillen der Zukunft verbinden.“ Eine erfolgreiche Heimatpolitik muss aus Seehofers Sicht drei Voraussetzungen erfüllen: „Sie muss erstens gesellschaftliche Veränderungen und Probleme offen benennen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Sie muss zweitens tragfähige Antworten auf die Suche nach Identität und Zugehörigkeiten geben und die Bürger auch emotional mitnehmen. Und sie braucht drittens einen Staat als Impulsgeber.“ Heimatpolitik spiele auch bei der Integration der in Deutschland lebenden Ausländer eine Rolle: „Wer Deutschland als seine Heimat betrachtet und sich mit unseren Traditionen, Denk- und Lebensweisen identifiziert, integriert sich meist leicht.“

Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“

Um die Lebensqualität in ganz Deutschland sicherzustellen, habe die Bundesregierung die Gründung der Kommission ‚Gleichwertige Lebensverhältnisse‘ beschlossen, der Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände angehören sollen. „Diese Kommission wird das Herzstück meiner Heimatpolitik sein“, so Seehofer, der auch Vorsitzender der Kommission sein werde. „Die Kommission wird nach Wegen suchen, sowohl die strukturellen Lebensbedingungen als auch das tatsächliche Wohlbefinden der Menschen vor Ort zu verbessern.“ Der CSU-Chef hat dabei insbesondere die Stärkung des ländlichen Raums im Blick. „Es heißt aber auch, die Lebensqualität in den Städten und Metropolregionen zu erhöhen. Dies kann nur gelingen, wenn wir das Land neu vermessen und einen tragfähigen Maßstab für den Begriff der ‚gleichwertigen Lebensverhältnisse‘ definieren.“ 

Eine „echte Chance“ jedes Einzelnen auf Wohlstand, Zugang zu Bildung, Wohnen, Arbeit, Sport und Infrastruktur soll dabei die Richtschnur sein - „egal, ob er in Gelsenkirchen, München, Prenzlau oder Hamburg wohnt“. Ein Bericht der Kommission mit konkreten Vorschlägen soll im Juli 2019 veröffentlicht werden. „Ich bin zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird, unsere Städte, Kreise und Gemeinden attraktiver zu machen, die Lebensqualität zu sichern und die unterschiedlichen Bedürfnisse zu erfüllen“, betonte Seehofer. „Damit unsere Heimat liebens- und lebenswert bleibt.“

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