Pressemitteilung

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Digitalisierung und ärztliche Betreuung in der Pflege

Ingolstadt – Gemeinsam mit der Arbeitnehmer-Union (CSA), der Frauen-Union (FU) und der Senioren-Union (SEN) hat der Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreis (GPA) der CSU am vergangenen Samstag, den 14. Juli 2018 zum Pflegekongress der CSU nach Ingolstadt ein-geladen. Der Kongress war mit rund 250 Teilnehmern sehr gut besucht.

Der Gesundheits- und Pflegepolitische Arbeitskreises (GPA) hat im Rahmen dieser Veranstaltung ein Forum der Digitalisierung und ärztlichen Betreuung in der Pflege gewidmet. „Die zukünftige große Herausforderung ist der demografische Wandel. Er führt neben einer zunehmend älteren Gesellschaft auch zu mehr chronisch kranken und multimorbiden Menschen“, so der Landesvorsitzende des GPA, Dr. Christian Alex.

„Chance und Herausforderung zugleich ist die Digitalisierung“, so sein Stellvertreter Christian Bredl. „Der GPA hat den klaren Anspruch, diesen Prozess nach Möglichkeit aktiv zu gestalten. Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss stets auf das Patientenwohl und den Patientennutzen ausgerichtet sein. Die Digitalisierung bedeutet im Gesundheitswesen die Erhebung, Speicherung, Vernetzung, Nutzung und Sicherung von Daten über elektronische Sys-teme. Dabei muss die Datensicherheit jederzeit gewährleistet sein.“ Gleichzeitig fordert der GPA die sogenannte Interoperabilität, also gemeinsame Schnittstellen für eine funktionierende Kommunikation, um Informationsverluste zu vermeiden.

Als wichtig erachtet der GPA, den Leistungskatalog der Pflegeversicherung zu erweitern. Die Digitalisierung birgt das Potenzial, die Autonomie im eigenen Heim zu unterstützen. So können beispielsweise smarte Technologien ("Smart Home") für Sicherheit bei Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sorgen. Für Prof. Dr. med. Siegfried Jedamzik ist die sensorgestützte Überwachung des Alltags von elementarer Bedeutung. „Dazu gehören Notrufsysteme und Sturzsensoren ebenso wie die Kontrolle des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Medikamenteneinnahme.“ In Pflastern integrierte Sensoren, die zusätzliche Parameter wie Haut-spannung und Flüssigkeitsbedarf liefern, könnten den Pflegenden oder den Gepflegten Hinweise zur Einnahme von Medikamenten oder zur Flüssigkeitsaufnahme geben. Gerade im Start-up Bereich gibt es zahlreiche Ansätze, wie Sensorik, Sprachassistenz und künstliche Intelligenz die zu smarten Lösungen für Patienten und Angehörige verknüpft werden könnten. „Die Schaffung der Möglichkeit von Videosprechstunden ist ebenfalls ein wichtiges Zukunftsthema“, so Prof. Jedamzik. Der GPA appelliert in diesem Zusammenhang an die Bayerische Landesärztekammer, die Beschlüsse des 121. Deutschen Ärztetages im Mai dieses Jahres bezüglich des Fernbehandlungsverbotes baldmöglichst auch für Bayern umzusetzen. Dadurch würde das Angebot von telemedizinischen Leistungen durch Ärzte deutlich ausgeweitet. Die Vorteile der telemedizinischen Fernbehandlung wären offensichtlich, sie könnte eine Antwort auf die Unterversorgung in strukturschwachen Regionen sein und die Ärztinnen und Ärzte entlasten. Mobil eingeschränkte Personen müssten seltener lange Anfahrtswege zum behandelnden Arzt auf sich nehmen oder einige Erkrankungen ließen sich via Online-Sprechstunde vom Hausarzt behandeln.

 

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