Bezirksverband Mittelfranken

Christian Schmidt zum Mauerbau im August 1961

Historisch Recht behalten

Foto (pmw):An der St. Kilianskirche in Bad Windsheim beim „Roland“: Hans Herold, Renate Ixmeier, CSU-Bezirksgeschäftsführer Werner Stieglitz, Christian Schmidt, Ulrike Streng und Tobias Winkler (von links).

„Der Bau der Mauer war die größte deutsche Tragödie nach dem 2. Weltkrieg“, sagte der Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag, Christian Schmidt, anlässlich eines Gedenkens an den 13. August 1961. An diesem Tag begann auf Anordnung von Walter Ulbricht, damals Vorsitzender der SED und des Staatsrates der DDR, mit dem Mauerbau die jahrzehntelange Teilung Deutschlands. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ hatte der Kommunist nur wenige Monate zuvor verkündet. Nach dem 13. August waren 17 Millionen Deutsche eingesperrt, „ja eingemauert“ worden, so Schmidt.

29 Jahre später, im Dezember 1990, konnte Schmidt an der konstituierenden Sitzung des ersten gesamtdeutsch gewählten Bundestages als frisch gewählter Abgeordneter teilnehmen, was für ihn „bewegende Stunden“ gewesen seien. Die CSU im Bundeswahlkreis Fürth wollte in Bad Windsheim 60 Jahre nach dem Beginn des Mauerbaus an den Tag erinnern, „als Familien plötzlich getrennt wurden und niemand mehr ohne Lebensgefahr in den freien Teil Deutschlands konnte“. Schmidt: „Es grenzt an ein Wunder, dass mehr als 28 Jahre später, am 9. November 1989, die Abriegelung Berlins ohne Blutvergießen ein Ende hatte“.

Der frühere Bundesminister und jetzige Hohe Repräsentant der Staatengemeinschaft in Bosnien und Herzegowina berichtete von der Flucht von Dr. Dietrich Malcher in den Westen, nur einen Tag vor dem Mauerbau. Malcher war lange Zeit ärztlicher Direktor des Krankenhauses in Bad Windsheim gewesen und auch als Kommunalpolitiker über die Kurstadt hinaus bekannt und geschätzt.

In einer kurzen Ansprache würdigte CSU-Bundestagskandidat Tobias Winkler den Fall der Mauer, „ohne dass auch nur ein Schuss fiel“. Aber noch heute würden „weltweit die weitaus meisten Menschen ohne Freiheit, ohne Rechte und ohne freie Presse leben müssen“. Winkler und die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Renate Ixmeier erinnerten zudem an die Aufgeschlossenheit der Amerikaner und an Michail Gorbatschow, „einem Wegbereiter der Wiedervereinigung“, und an den damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, der die Chance hierzu mutig ergriffen habe.

Während die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Ulrike Streng davon berichtete, dass in ihrer Studienzeit kaum jemand mit dem Fall der Mauer gerechnet habe, betonte Christian Schmidt, dass die CSU als einzige Partei an der Wiedervereinigung festgehalten „und damit historisch Recht behalten“ habe. Heftig umstritten sei damals der von Franz Josef Strauß initiierte so genannte „Milliardenkredit“ an die DDR gewesen. In Vergessenheit gerate aber, dass damit die Forderung nach Abbau von Selbstschussanlagen an der Grenze und der Freikauf politischer Häftlinge verbunden gewesen sei.

Hans Herold, Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag, erinnerte an Aktivitäten der CSU und der Jungen Union (JU), um gegen die Teilung Deutschlands zu protestieren. Auch er habe als JU-Kreisvorsitzender gemeinsam mit Christian Schmidt und anderen an Demonstrationen auf bayerischem Gebiet und an Sternfahrten nach Berlin teilgenommen. Die Erinnerung an das Unrechtssystem DDR mit den vielen Toten, Verletzten und Verhafteten, mit Unfreiheit und Bespitzelung müsse wach gehalten werden, darin waren sich die CSU-Repräsentanten einig.