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Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein im Oldtimerbus auf Besichtigungstour

Hutangerprojekt hilft naturnahe Kulturlandschaft zu erhalten

 
Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (links), Kreisbäuerin Marion Fischer und Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein (beide rechts) folgen zusammen mit Gebietsbetreuer Rainer Wölfel (4. v. re.) interessiert den Ausführungen des 1. Vorsitzenden des Naturschutzzentrums Wengleinpark, Karl Heinlein (Mitte) zum Hutangerprojekt
Foto: M. Keilholz

Interessante Einblicke in Hutangerprojekte gewonnen

Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein mit Bezirkstagskollegen im Oldtimerbus auf Besichtigungstour durch den Landkreis

 

Bei ihrer Stippvisite durch den Landkreis Nürnberger Land ging die CSU-Bezirkstagsfraktion mit Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Fraktionsvorsitzendem Peter Daniel Forster, dem örtlichen Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein, CSU-Kandidatin Marion Fischer und weiteren Mitgliedern des mittelfränkischen Regionalparlaments auf Nostalgietour.

Eines der Ziele war das Hutangerprojekt des Naturschutzzentrums Wengleinpark. Im Oldtimer-Bus der Marke Auwärter-Neoplan, Baujahr 1958, der auf seiner Tour unterwegs von vielen Menschen am Straßenrand bestaunt und mit freudigem Winken begrüßt wurde, ging es von der Albachtalstraße durch Kainsbach hinauf nach Schupf auf die Jura-Hochfläche. Der betagte Oldtimer mit seinen 132 PS wurde am steilen Anstieg des Schupfer Bergs bis an seine Leistungsgrenze gefordert. Der wassergekühlte 6-Zylinder-Diesel röhrte und dröhnte, um die letzten Meter des rund zwei Kilometer langen steilen Anstiegs zu bewältigen.

Der Begriff Hutanger ist historisch belegt und bedeutet „Hüten und Behüten von Tieren auf ungepflügtem, wilden Grasland“. Anger blicken auf eine lange Tradition zurück: früher wurden die Rinder des Dorfes auf solche Weiden getrieben. Heute erkennt man die Hutanger an mächtigen alten Eichen, alten Obstbaumstrukturen oder an vielfältig blühendem Magerrasen.

Das Nürnberger Land ist reich an Hutangern. Insgesamt gibt es im Landkreis 120 Einzelflächen mit einer Fläche von insgesamt etwa 500 Hektar, davon 92 im Altlandkreis Hersbruck. „Dies ist im Bestand als Menge und Qualität einmalig in Deutschland“ erläuterte Gebietsbetreuer Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum. Der Agraringenieur ist seit wenigen Wochen einer von zwei Ansprechpartnern in allen Fragen der praktischen Landschaftspflege im Nürnberger Land.

Bezirksrat Dr. Bernd Eckstein und die Kandidatin für die Bezirkstagsliste, Marion Fischer, konnten sich zusammen mit Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und den CSU-Bezirksräten beim Ortstermin von der ökologischen Bedeutung der Maßnahmen überzeugen. Man war sich einig, dass durch naturnahe Bewirtschaftung der Hutanger das Natur- und Kulturerbe der Hersbrucker Alb zu pflegen und zu erhalten sei.

Wölfel brachte den CSU-Mandatsträgern auf der Trockenweide bei Schupf eingehend das Konzept der Maßnahme nahe: „Durch das Hutangerprojekt werden landwirtschaftliche Nutzflächen, die bei einer konventionellen Bewirtschaftung unrentabel wären, sinnvoll genutzt“, so Wölfel. Damit werde auch einer ansonsten unvermeidlichen Verbuschung und Brache entgegengewirkt, und die natürliche und kulturelle Vielfalt bleibe erhalten. Bezirksrat Bernd Eckstein bezeichnete die Hutanger als „Musterbeispiele nachhaltiger Bewirtschaftung und Landschaftspflege“ und betonte, dass die Fördergelder des Bezirks Mittelfranken in solchen Projekten gut angelegt seien.

Für Karl Heinlein, 1. Vorsitzender des Naturschutzzentrums Wengleinpark, und Gebietsbetreuer Wölfel erschien es außerdem wichtig, die Unterschiede zur konventionellen Landwirtschaft zur Sprache zu bringen. Obwohl auch im Rahmen des Landschaftsschutzprojektes in Eigenvermarktung Fleisch verkauft werde, reiche dies selbstverständlich nicht zur Kostendeckung aus.

Die Rinderrasse, eine Kreuzung aus Schwarzwälder Fleckrind und Oberpfälzer Rotrind, sei klein von Statur und besser für die Hanglagen der Fränkischen Alb geeignet, da sie weniger Futter benötigt. Hinsichtlich der Vermarktung seien diese Rinder jedoch aufgrund ihres geringeren Gewichtes nicht mit einem klassischen Stallrind zu vergleichen.

Wölfel wies darauf hin, dass er sich für eine naturnahe Bewirtschaftung wie bei Bioweidenflächen eine höhere EU-Förderung wünschen würde. Bezirksrat Eckstein und Bezirkstagspräsident Bartsch lobten das Projekt Hutanger; es sei ein Alleinstellungsmerkmal und Charakteristikum der Region und verdiene Unterstützung.

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