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CSU-OV Straubing-Mitte/Neu: Diskussion "Tiefgarage am Theresienplatz - ja oder nein?"

OB verspricht 200 zentrumsnahe Parkplätze

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"200 zusätzliche Parkplätze in der Innenstadt werden wir in den nächsten Jahren schaffen", sagte Oberbürgermeister Markus Pannermayr bei einer Podiumsdiskussion der CSU-Mitte/Neu am Donnerstagabend im Hotel Gäubodenhof. Unter dem Motto "Tiefgarage am Theresienplatz - ja oder nein?" sorgten rund 200 Zuhörer für einen völlig überfüllten Saal. Im Gegensatz zu den beiden Unternehmern Dr. Thomas Negele vom Citydom-Kino und Hanns-Peter Gröschl von der Stoffel Holding GmbH, die sich eindeutig für die Tiefgarage am Stadtplatz aussprachen, wollte Pannermayr seine Meinung noch nicht auf ein Ja oder Nein festlegen.

Wie sich Straubing in Zukunft weiterentwickeln werde, hänge nicht allein von einer Tiefgarage am Theresienplatz ab, sagte Pannermayr und erntete dafür langen Applaus von den Zuhörern der Podiumsdiskussion. Die Stadt habe sehr gute Voraussetzungen, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Der Rückgang der Inhabergeführten Geschäfte und Lücken im Branchenmix seien solche Probleme, die nur durch gemeinsame Anstrengungen bewältigt werden könnten. Noch wichtiger als die Förderung der Bequemlichkeit der Menschen, am liebsten direkt vor dem Eingang zum Laden parken zu können, sei das Schaffen von Erlebnis-Qualität.
Eine Tiefgarage könne vermutlich von einem Investor so gebaut werden, dass sie sich wirtschaftlich trage, sagte Pannermayr. Aber damit werde der Verkehr regelrecht in die Innenstadt gezogen. Außerdem müsse die Stadt am Ende der Bauzeit die Finanzierung der kompletten Oberfläche der Fußgängerzone auf einen Schlag schultern. Eine sorgfältige Abwägung aller Argumente vor der Entscheidung in einer Sondersitzung des Stadtrats noch in diesem Herbst sei daher äußerst wichtig.

Baukosten betragen 12,8 Millionen Euro
Tiefbauamtsleiterin Cristina Pop hatte zu Beginn der Veranstaltung die aktualisierte Machbarkeitsstudie vorgestellt, die der Stadtrat am 20. Oktober 2014 in Auftrag gegeben hatte. Die von Denkmalschützern kritisierten Rampenabfahrten unmittelbar vor der Jesuitenkirche könnten durch eine Verlegung an den Stadtgraben vermieden werden. Jedoch falle dieser Variante die Grünanlage neben der Polizei zum Opfer und es werde ein großer Kreisverkehr bei der Frauenbrünnlstraße notwendig.
Mit den geplanten 222 Stellplätzen - 167 für Kurzzeitparker, 55 für Dauerparker - könnten jährliche Einnahmen von rund 545 000 Euro erzielt werden. Die Wiederherstellung der Oberflächen in der Fußgängerzone werde rund 3,9 Millionen Euro kosten. Einschließlich dieser Ausgaben würden sich die Baukosten für die Tiefgarage damit auf 12,726 Millionen Euro belaufen. Das jährliche Defizit betrage rund 218 000 Euro. Kosten für unvorhersehbare Ausgaben, mit denen angesichts des geschichtsträchtigen Untergrunds gerechnet werden müsse, seien da noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die Bauzeit betrage zwischen zwei und drei Jahren, wobei archäologische Grabungen die Bauzeit erheblich verlängern könnten.

Kosten für Archäologie völlig unkalkulierbar
Museumsdirektor Prof. Dr. Günther Moosbauer wollte keine Entwarnung geben, womit im Straubinger Untergrund zu rechnen sei: Die Kosten für die Archäologie seien völlig unkalkulierbar. Im Wohnzimmer der Stadt könne bei Grabungen alles mögliche entdeckt werden.
Als Vorsitzender der Werbegemeinschaft sprach sich Johannes Zeindlmeier dafür aus, lieber am Stadtgraben die notwendigen Parkplätze zu schaffen als am Stadtplatz. Diese Parkplätze wären dann auch nur 80 Meter vom Stadtplatz entfernt und würden zusätzlich die Seitenstraßen neu beleben. "Wir brauchen zusätzliche Parkplätze, aber nicht diesen wahnsinnigen Eingriff in den Theresienplatz."

"Immobilien nur noch schwer zu vermieten"
Hanns-Peter Gröschl, Geschäftsführer der Stoffel Holding GmbH, plädierte nachdrücklich für den Bau einer Tiefgarage. Straubing müsse sich weiterentwickeln und dürfe nicht auf der Stelle stehenbleiben. Für Immobilienbesitzer sei es sehr schwer geworden, in Straubing überhaupt noch einen Mieter zu finden - für Verkaufsflächen genauso wie für Wohnungen. Die Jugend brauche keine Parkplätze, weil sie am Laptop einkaufe. Aber der Rest der Bevölkerung neige zu größtmöglicher Bequemlichkeit. Seine Firma habe schon in mehreren Städten Tiefgaragen gebaut und wisse, wie so ein Bau wirtschaftlich rentabel werde.

Auch Dr. Thomas Negele sprach sich für die Tiefgarage aus. Wenn die Innenstadt zwei oder drei große Läden verliere, habe die Stadt ein Problem. In Regensburg gebe es direkt neben dem Kino jede Menge Parkplätze. Sein Unternehmen sei darauf angewiesen, dem Kunden möglichst viel Bequemlichkeit zu bieten. In den nächsten beiden Jahren müsse er zwei Millionen Euro in das Kino investieren, um es für die Zukunft erhalten zu können. Eine Tiefgarage müsse kein Defizitgeschäft sein.
Moderator Marko Pammer von Radio AWN leitete souverän die zweistündige Podiumsdiskussion. Hätte er die Zuhörer am Ende abstimmen lassen, wäre vermutlich ein klares Nein das Ergebnis gewesen, was die Beifallskundgebungen während der einzelnen Statements nahelegten. Er habe den Eindruck, dass sich die meisten Straubinger fragen würden, ob man dem Stadtplatz diese Großbaustelle wirklich antun dürfe, sagte OB Pannermayr. CSU-Ortsverbands-Vorsitzende Lucia Mack bedankte sich zum Schluss bei den Teilnehmern am Podium für die interessante Diskussion und wünschte den zahlreichen Stadträten unter den Zuhörern ein glückliches Händchen und die richtige Entscheidung.     

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