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CSU-Kreisverband setzt Zeichen

Bezirkstags-Direktkandidat soll aus der Stadt kommen

 
Besondere Kreishauptversammlung im Gasthaus Reisinger in Sossau

Während in Berlin noch über die Ergebnisse der Wahlen im September diskutiert wird, bereiten sich die Parteien vor Ort bereits auf die nächsten Wahlen vor. Bei der CSU-Kreisversammlung am Freitagabend im Landgasthof Reisinger in Sossau stellten sich die Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen 2018 vor. Während für den Landtag die bisherigen Abgeordneten Josef Zellmeier und Hans Ritt fest gesetzt sind, ist das Rennen um die Bezirkstagskandidatur noch offen. Um einen Listenplatz bewirbt sich JU-Vorsitzender Andreas Aichinger aus Sankt Englmar. Für das Direktmandat haben die Delegierten am 9. Dezember die Auswahl zwischen drei Kandidaten aus der Stadt Straubing.

Das Bundestagswahlergebnis sei zwar ein schöner Erfolg, sagte CSU-Kreisvorsitzender Markus Pannermayr, dennoch habe man zweistellig verloren. "Das ist nicht das erhoffte Ergebnis." Derzeit sei es für die Regierung wichtig, klare inhaltliche Debatten zu führen und dann erst über die personelle Konstellation zu entscheiden. Für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2018 jedoch gilt es jetzt schon Personalentscheidungen zu treffen. So wurden am Freitagabend 38 Delegierte und 18 Ersatzdelegierte für die Delegiertenversammlung der CSU-Kreisverbände Stadt und Landkreis am 9. Dezember gewählt. Von dieser wird dann eine Direkt- und ein Listenkandidat für den Landtag und den Bezirkstag bestimmt.
Für den Landtag treten wieder Josef Zellmeier und Han Ritt an. Zellmeier ist bereits seit 2003 Mitglied des Landtags und seit 2013 parlamentarischer Geschäftsführer der CSU. In dieser Funktion habe er den Vorteil, schneller an Informationen ran zu kommen. "Als ich hörte, dass die Erhebung Straubings zur Universitätsstadt in Frage gestellt wurde, konnte ich gleich einen Termin vereinbaren, um das zu klären", so Zellmeier. Zusammen mit seinem Kollegen Hans Ritt habe er alles getan, um den TUM-Campus voran zu treiben.
Seit vier Jahren ist Hans Ritt Mitglied des Landtags. Er ist im Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz und im Petitionsausschuss. "Dieser ist einzigartig. Jeder in Bayern kann hier eine Beschwerde einreichen", so Ritt. Im Umweltausschuss beschäftigt er sich hauptsächlich mit dem Landesentwicklungsplan.

Erfolg nur als Mannschaft
Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer gibt nach 22 Jahren sein Mandat auf. "Wie der Bauer frühzeitig daran denken muss, den Hof zu übergeben, so muss auch ein Politiker daran denken, Jüngere ran zu lassen." 22 Jahre Sozialpolitik und Jugendpolitik: "Politik für die, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen also." Zusammen mit Zellmeier, Pannermayr und Landrat Josef Laumer habe er ein gutes Team gebildet. "Nur als Mannschaft hat man Erfolg. Als Einzelkämpfer hat man keiner Chance." Das gibt Schedlbauer auch seinem Nachfolger mit auf den Weg. Er sprach sich dafür aus, dass die Stadt einen Kandidaten für das Bezirkstagsdirektmandat vorschlagen soll.
Weil der Bundestagsabgeordnete und ein Landtagsabgeordneter aus dem Landkreis kommen, hat der Stadt-Kreisverband den Vorschlag unterbreitet, das Direktmandat an die Stadt abzugeben, sagte Pannermayr. "An dieser Stelle großes Danke und Respekt an Andreas Aichinger, der auf das Direktmandat verzichtet hat." Auch in der Stadt wolle man keine Vorauswahl treffen. Deshalb werden drei Bewerber ins Rennen geschickt. Es handelt sich dabei um Claudia Meier, Holger Frischhut und Franz Schreyer.
Claudia Meier ist staatlich geprüfte Hauswirtschaftsmeisterin und übernahm 2006 den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern. Sie ist stellvertretende Ortsvorsitzende der CSU Kagers.
Der Kaminkehrermeister Holger Frischhut ist Ortsvorsitzender der CSU Altstadt und Stadtrat. "Im Sozialausschuss kümmere ich mich um die Belange sozial Benachteiligter." Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich. Nicht nur bei der Feuerwehr, er rief auch den "Tag der Begegnungen" ins Leben.
Franz Schreyer ist Landwirtschaftsmeister, Stadtrat und Ortsvorsitzender der CSU Straubing-Süd. "Ich möchte mich für Personen einsetzten, die selbst nicht für sich eintreten können." Andreas Aichinger betonte, wie wichtig es ist, in dieser Zeit zum Mannschaftsgeist zurückzukehren. "Es war die richtige Entscheidung, das Direktmandat an die Stadt abzugeben." Er bedankte sich beim Kreisverband für die ehrliche Diskussion.
Für Aichinger, Ritt und Zellmeier wurde ein Empfehlungsbeschluss gefasst. "Besonders Andi und Hans unterstützen wir mit aller Kraft", sagte Pannermayr. Beim Bezirkstagsdirektmandat wurde auf eine Empfehlung verzichtet, da es mehrerer Bewerber auf die Position gibt.

Solidarität mit Seehofer
Der frühere Stadtrat Rudolf Lichtinger äußerte heftige Kritik am Umgang mit Horst Seehofer: "Es geht nicht, dass die JU dem Parteivorsitzenden in den Rücken fällt." Solidarität sei ein Grundsatz der Partei, den man gerade in schweren Zeiten bewahren sollte. Auch Zellmeier hatte sich zu Beginn der Versammlung ähnlich geäußert. "Das hat Seehofer nicht verdient." Dennoch sei ein "Neustart" erforderlich. Zellmeier: "Wir müssen die Reihen schließen und gemeinsam kämpfen. Wir müssen den Helm fester schnallen."  

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