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Stammtisch mit (Politik-)Theater auf hohem Niveau

Hochkarätige Gäste beim Sonntagsstammtisch der Altstadt-CSU

 
Zeigten, wie man auch über Politik diskutieren kann, ruhig und sachlich mit Herzblut (v.l.): Dr. Gerald Schneider, Ressortleiter Politik/Wirtschaft des Straubinger Tagblatts, Karl Weber, Vorsitzender des Agnes-Bernauer-Festspielvereins, Moderator Wolfgang Engel und Oberbürgermeister Markus Pannermayr.

"Grodaus. G´scheckert. Niederboarisch" hieß es wieder bei der siebten Ausgabe des Sonntagsstammtischs der Altstadt-CSU, zu dem Ortsvorsitzender Holger Frischhut am Sonntag in der Tafernwirtschaft begrüßte. Die Mischung bei Themen und Gästen war gut getroffen: Zwischen Straubinger Seitenstraßen und Hochwasser, und aktuellen politischen Querelen wie die "Causa Maaßen". Nachdenkliche und heitere Aussagen gab es von Stammgast Oberbürgermeister Markus Pannermayr sowie von Karl Weber, Vorsitzender des Agnes-Bernauer-Festspielvereins, und Dr. Gerald Schneider, Ressortleiter Politik/Wirtschaft der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Und Moderator Wolfgang Engel nutzte die Runde, um selbst ein bisschen in der Stadtpolitik mitzumischen.   

Der Samstagabend-Auftritt des OBs beim "Kleinen Prinzen" des Theaters Impuls - "Sie haben mich in einem schwachen Moment zum Auftritt überredet" - führte über das Regietalent von Andreas Wiedermann zur neuen Agnes-Bernauer-Aufführung. Da könnte sich Engel den OB in der Badeszene vorstellen. Pannermayr meinte aber, er vertrage nicht zu viel Wasser . Daher bot Weber "eine Liebes- oder Kampfszene" an. Engel wünscht sich "mehr bayerische Sprache" im Stück.
Die Überleitung zu Bayern war geschaffen. "Kein Bundesland ist schöner", schwärmte Weber, aber das was in Berlin passiert, übertrage sich derzeit bei Wahlumfragen auf den Freitag. Man war "beim Politik-Theater", mit dem derzeitigen Zusatz "großes" angelangt. Mit Wehmut für die SPD, die als demokratische Partei viel für Deutschland geleistet habe, und Unverständnis für die FDP, die sich der Regierungsverantwortung nicht gestellt hat.

Analyse und Kritik mit (Un)verständnis
Seehofer/Söder und Erdoganbesuch waren wie Kauder/Brinkhaus Themen. Ebenso, dass Kanzlerin Angela Merkel ihre Entscheidungen besser erläutern muss. Die meisten Politikfragen gingen zuerst an den Politikredakteur. Dr. Schneider hielt geschickt die Waage zwischen Analyse und untermauerter Kritik. Dabei verteidigte er durchaus Absicht und Wissen von Politikern. Aber wie Entscheidungen derzeit oft nach Erregungszuständen oder populistischen Forderungen getroffen werden, dafür hatte er kein Verständnis. Dafür hatte er eines, wie das Bei mbürger mit roßer Verunsicherung zwichen Warnehmung und Ist-Zustand angkommt: "Die Krise der Volkspreteien ist auch teils selbst gemacht." 
"Die GroKo wird bleiben, die haben anders keine Chance", erklärte Schneider. Pannermayr betonte nicht nur im Hinblick auf Chinas weltweit aufstrebendes Agieren und dem großen Bevölkerungswachstum in Afrika: "Wir brauchen in einer globalisierten Welt die EU", alleine hätte Deutschland nur ein Prozent der Weltbevölkerung, und damit schlechte Karten.   

Politik kann nicht alles regeln
Im Bezug zu vielen Fragen des Vormittags betonte Pannermayr, dass keine Regierung der Welt alles in ihrem Land steuern oder regeln könne. Zum Beispiel beim Stichwort Daten. Den Zuckerberg mit Facebook kontrolliere niemand, weil der weltweit unterwegs ist, aber jedem Sportverein in Deutschland zwinge man strenge Richtlinien auf. Wie in seiner Volksfestrede rief er zu mehr Eigenverantwortung auf. Auch er kann nicht alle Entscheidungen nachvollziehen, beziehungsweise wie diese kommuniziert werden. Oft behindere die Bürokratie die Handlungsfähigkeit von Ämtern. Wolfgang Engel wünschte sich attraktivere Seitenstraßen, eine Wendeplattform für den Pendelbus bei der Polizei und dass beim Bürgerfest die Musik in der Lautstärke von Bluval gespeilt werde. Auf Party mit den "Topsis" könne man verzichten. Man wolle sich auch noch unterhalten können, "wenn man beim Seethaler sitzt". Die Vielfalt von verschiedenen Veranstaltungen wolle man aber beibehalten, erklärte der OB und erteilte aus Schutz für die Grünanlage und aus Interesse der Einzelhändler am Stadtplatz Engels Wendeplattform für nicht so geeignet.

"Topsis" und Co. zu laut für das Bürgerfest? 
Und Dr. Schneider brach eine Lanze für die "Topsis" und für Bluval. Alles was eine Bürgerschaft selber stemmt, bringe wie die Universität Schwung in die Stadt. Einig war man sich mit Weber, dass bei Veranstaltungen, bei denen das Herzogschloss involviert ist, dieses besser angebunden gehöre.
Bewusst kokettierte Engel bei Fragen mit "aus meiner einfachen Sicht."
Nicht auf alles gebe es aber die einzig schnelle Antwort oder die einfache Lösung, erklärten der Politikredakteur und der CSU-Kreisvorsitzende Pannermayr. Ein roter Faden der Antworten war, dass man hinter 2griffige3 kurze Slogans", die vor allem auch im Internet beliebt sind, blicken müsse. Persönliche Befindlichkeiten oder Erregbarkeiten bei Politikern und auch bei Bürgern müssten wieder zurückgefahren werden.
Und, der Stil in der Politik müsse sich wieder ändern, damit man gemeinsam Herausforderungen m Land und weltweit wieder angehen kann. Wie das geht, das bewies die Stammtisch-Talk-Runde selber. Die CSU-Gäste bekamen zwar teils auch was zum Nachdenken, aber halt auch nichts verbal "um die Ohren gehauen". Es war also ein Sonntagsstammtisch der Altstadt-CSU auf hohem Niveau.
Wahlempfehlungen gab es natürlich auch ,von Holger Frischhut für "die Sunnyboys für den Bezirkstag": Franz Schreyer und Andreas Aichinger, sowie für die des Landtags, MdL Hans Ritt und Staatssekretär Josef Zellmeier, MdL.

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