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Leiter der Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann referierte

CSU-Kreishauptversammlung in Sossau

 

Die Kandidaten der CSU wollen die Hoffnung auf eine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl nicht aufgeben. Das haben sie bei der Jahresversammlung des Kreisverbands am Dienstagabend deutlich gemacht. Dr. Florian Herrmann, MdL und Leiter der Staatskanzlei, betonte in seinem Referat: "Jetzt beginnt die heiße Phase."

Die CSU steht in Umfragen seit August bei 35 oder 36 Prozent. Zu möglichen Koalitionen, sollte die Partei bei den Wahlen die absolute Mehrheit verfehlen, sagte der Leiter der Staatskanzlei in seiner Rede nichts - nur zu unmöglichen, das waren ziemlich alle.
Er wolle keine "aus Berlin ferngesteuerte" Koalition mit der SPD, die Partei der Freien Wähler sei die "Partei der Beliebigkeit", die FDP habe im Bund "Parteiräson vor Staatsräson" gestellt, die Grünen wollten Tüten, die man tragen kann, verbieten, und Tüten , die man rauchen kann, erlauben - und die AfD sei der "Abgrund für Deutschland". "Wir wollen kein anderes Bayern", betonte Dr. Herrmann.

"Wer rechts wählt, wird links bekommen"
Auch Landtagsabgeordneter Hans Ritt, Platz drei der Liste, gab sich zuversichtlich. Er möchte den Umfrage nicht glauben: Markus Söder werde als unbeliebtester aller Ministerpräsidenten bezeichnet- trotzdem seien die Bierzelte proppenvoll, wenn Söder spricht. Und 1994 sei die CSU in Umfragen vor der Wahl auch bei 35 Prozent gestanden - beider Wahl waren es 53.
An Protestwähler appellierte Ritt: "Wer rechts wählt, wird links bekommen." Denn jede Stimme, die die CSU schwächt, lasse nur eine Koalition zu: Schwarz-Grün. Dr. Herrmann forderte die etwa 70 Zuhörer auf, mit Kollegen und Freunden zu diskutieren. Dabei sollten die CSU-Anhänger den Blick auf die entscheidenden Punkte fokussieren, nicht auf "jede Sau, die durch Berlin getrieben wird". Die entscheidenden Punkte laut Innenpolitiker Dr. Herrmann: Stabilität und innere Sicherheit.
"Wer war in Italien in den vergangenen 35 Jahren aller Regierungschef? Da müssen Sie sich 21 Namen merken", sagte Dr. Herrmann. In Deutschland stehe man da sehr viel besser da. Bayern tue sich unter den Bundesländern wegen der inneren Sicherheit hervor. "Bei diesem Thema kann niemand mit der CSU mithalten." Linke, Grüne und sogar die FDP würden mit "Spießgesellen" demonstrieren, die "im Hambacher Frost von Bäumen herab Vertreter des Rechtsstaats mit Kot bewerfen" . Bayern dagegen habe wegen der CSU die wenigsten Straftaten pro Einwohner und die höchste Aufklärungsquote. Man solle nur den G20-Gipfel in Hamburg mit dem G7-Gipfel in Elmau vergleichen. "Bei uns gab es nicht eine zerbrochene Fensterscheibe."

"Lesen nur noch Schlagzeilen, keine Artikel"
Er habe jedoch den Eindruck, dass viele Bürger nur noch Schlagzeilen lesen würden, nicht mehr Artikel, und nur noch auf Stimmungen hören, nicht mehr auf Fakten. Wenn man sich dann noch die Filterblase sozialer Netzwerke zurückziehe, gehe vollends der Blick für die Wirklichkeit verloren. "Wie gut es uns geht, sieht man nur, wenn man durchs Land fährt, statt im Internet rumzuklicken." Nach etwas mehr als einer Stunde beendete Dr. Herrmann sein Referat, in dem er von der Digitalisierung über das PAG bis zu Flugtaxis und Landärzten kein Thema ausließ. Etwas lang, meinte mancher Besucher, aber umfassend.
Leise Kritik hörte man an der Aussage Dr. Herrmanns, dass die Bürger der Maßpreis am Oktoberfest mehr interessiere als das Gehalt von Hans Georg Maaßen. "Bei einer Beförderung hätte Maaßen 2300 Euro mehr bekommen", sagte ein Firmeninhaber stirnrunzelnd. "Das muss ein Handwerker erst mal netto verdienen." Dafür erwarte man als Bürger eine Erklärung.
Dr. Florian Herrmann ist Sohn des Straubinger Ehrenbürgers und TU-München-Präsidenten Prof. Wolfgang Herrmann. Er sei gerne in der Stadt , die seinem Vater die Ehrenbürgerwürde verliehen hat, sagte Dr. Herrmann zur Begrüßung, und fühle sich Straubing besonders verbunden.
Oberbürgermeister und Kreisvorsitzender Markus Pannermayr übergab ihm ein hochprozentiges Gastgeschenk aus der Region. Bei der Kreisversammlung wurden zudem ein Delegierter und ein Ersatzdelegierter für die Aufstellung der Europawahl-Liste gewählt.    

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