Umwelt

Neue Bäume braucht die Stadt

 

Manche Exoten können das Nahrungsangebot für Insekten verbessern.

Wenn Nahrungsflächen in der Landschaft fehlen, können Bäume einen wertvollen Ausgleich schaffen, und dies auf kleinem Raum. Welche Gehölze für welche Standorte geeignet sind, erforschen DL Ingrid Illies und Klaus Körber, Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

 

und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch einen Baum pflanzen — aber welchen?

 

Bäume bieten für Honigbienen und andere Blütenbesucher Nektar, Pollen und Honigtau. Zudem stellen sie für viele weitere Tiere - beispielsweise Vögel — einen wichtigen Lebensraum dar.

Der Standort bestimmt die Auswahl

Der natürliche Standort von Bäumen ist zunächst der Wald. Aber auch als Streuobstwiesen, Feldgehölze und Hecken sind Gehölze Teil unserer Kulturlandschaft. Bäume säumen Straßen und prägen als Alleebäume und in Parks das Stadtbild.

Bei der Auswahl für den jeweiligen Standort ist zu beachten, dass in der freien Natur nur einheimische Arten verwendet werden dürfen (Bundesnaturschutzgesetz S40 (4) und S 7 (2)). Deutschland wurde dazu in sechs Herkunftsregionen aufgeteilt und jeweils die dort erlaubten „gebietseigenen" Arten aufgelistet. Nur diese dürfen dort in der freien Natur angepflanzt werden. Bis März 2020 gelten allerdings Übergangsregelungen. Wenn kein geeignetes Baumschulmaterial zur Verfügung steht, dürfen auch Arten aus benachbarten Regionen verwendet werden.

 

In die Zukunft denken

Zur freien Natur gehören alle Flächen, die weder zum Siedlungsbereich noch zur Land- und Forstwirtschaft zählen. Beispielsweise Naturschutzgebiete, aber auch Seitenstreifen von Straßen. Im Siedlungsbereich bestehen keine Einschränkungen in Bezug auf das Herkunftsgebiet. Natürlich ist es auch hier sinnvoll, regional angepasste Arten zu nutzen. Allerdings gibt es insbesondere für Innenstädte nicht heimische Arten, die wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Versiegelung, Hitze, Streusalz etc. sind als die heimischen Arten. Besonders im städtischen Bereich muss bei der Auswahl in die Zukunft gedacht werden, denn es ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Baumhöhe und Entwicklung der Kronen sind für die Pflege und Verkehrssicherheit entscheidend. Aber auch Faktoren wie hohe Temperaturen im Sommer, verbunden mit Trockenheit und Versiegelung, spielen eine Rolle. Die Kosten für Anschaffung, Pflanzung und Pflege eines Baumes können über die Jahre leicht Tausend Euro und mehr erreichen, umso wichtiger ist die gezielte Auswahl.

 

Bienenweide

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Am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG Veitshöchheim erforschen Klaus Körber und sein Team, welche Gehölze mit dem Klimawandel klarkommen und gleichzeitig Bienen Nahrung bieten. Ergebnisse der bisherigen Arbeiten sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

 

 

Acer opalus - Italienischer Ahorn

blüht im März/April, sehr gut beflogen, sehr hitzeverträglich

 

Cornus mas - Kornelkirsche

kleinkroniger Baum, sehr frühe Blüte im Februar/März, guter Pollen- und Nektarlieferant

 

Cory/us colurna — Baumhasel

liefert ähnlich der Haselnuss mäßig bis gut Pollen ab Februar bis März, bildet keinen Nektar

 

Frühtracht

Mitte April — Mitte Mai

 

Acer platanoides — Spitzahorn

sehr gute Bienenweide ab Ende März/April in der freien Landschaft und in der Stadt, bei guten Standortbedingungen noch empfehlenswert

 

Acer monspessulanum — Burgen-/ Schlösser-Ahorn:

sehr gut bisher bei Hitze und Trockenheit, gute und frühe Bienenweide im April, kleinkroniger Baum

 

Acer campestre — Feldahorn

auch 2018 in der Hitze robuster Kleinbaum, Blütezeit etwas vor Bergahorn, sehr empfehlenswert

 

Acer pseudoplatanus — Bergahorn

nur noch an guten Standorten pflanzbar, aber sehr gute Bienenweide im Mai

 

Prunus avium — Vogelkirsche

sehr guter Nektar- und Pollenlieferant ab Mitte Mai

 

Prunus cerasifera Nigra — Kirschpflaume

häufig in Vorgärten gepflanzt oder ausgewildert, gelten als ziemlich anspruchslos

 

Malus — Zieräpfel allgemein

bevorzugt Sorte Evereste, wird als Befruchter für Obstbäume eingesetzt. Jeder Zierapfel, der Früchte ansetzt, ist eine gute Bienenweide.

 

Frühsommertracht

Mitte Mai bis Ende Juni

 

Sorbus aria — Echte Mehlbeere

kalkverträgliche Bäume auf kargen und heißen Standorten

 

Sorbus intermedia — Schwedische Mehlbeere

kalkverträgliche Bäume auf kargen und heißen Standorten

 

Crataegus lavallei Carrierei — Apfeldorn

innerhalb der Weißdorngruppe der beste im Klimawandel, gute Bienenweide

 

Robinia pseudoacacia — Scheinakazie (Robinie)

hervorragender Honigbaum, Blüte bei Starkregen oder Spätfrost gefährdet, optimal auf sandigen, trockenen Böden in Sonne und Hitze

 

Gleditsia triacanthos — Lederhülsenbaum,englisch: Honey Locust,

wie die Robinie eine Leguminose, relativ unscheinbare, aber stark duftende Blüten im Juni, von Honig- und Wildbienen stark beflogen, liefern in USA einen würzigen Honig

 

 

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