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Eichenauer Runde

Kommt in Eichenau ein Carsharing-Pilotprojekt?

 

Dem CSU-Ortsverband sind Umweltthemen ein wichtiges Anliegen. Deshalb bot er am Mittwoch, den 18. Juli 2018 um 19.00 Uhr in der Aula der Starzelbach-Schule im Rahmen der "Eichenauer Runde" Informationen zu "Erneuerbaren Energien" an. Das Thema der Runde:

"E-Mobilität in Eichenau - die Zukunft beginnt jetzt!

Ladeinfrastruktur und Carsharing von E-Autos. Inwieweit ist E-Mobilität schon Gegenwart?"

Darüber hinaus war ein BMW i3 zur Besichtigung und Probefahrt zur Verfügung gestanden.

Als Referenten konnten wir gewinnen:

  • Simon Herzog, Dozent bei der TU München, zum Thema Elektromobilität - Zukunft oder bereits Alltag?
  • Matthias Morche, Geschäftsführer der KommEnergie, zum Thema Ladeinfrastruktur in Eichenau.
  • Dr. Stefan Perras, Vorstandsmitglied CSU Ortsverband und Energieexperte im AKE der CSU, zum Thema Carsharing mit E-Autos in Eichenau.

Nach den einführenden Referaten nahmen die Experten zu Ihren Fragen Stellung.

 

Unser Bericht zur Eichenauer Runde:

Bei insgesamt seit 1990 kontinuierlich gesunkenen Emissionswerten in Deutschland seien die durch den Verkehr verursachten konstant geblieben, leitete Simon Herzog seine grundsätzlichen Anmerkungen zur Elektromobilität ein. Dieser Tatsache mit Elektroautos entgegenzuwirken, könne sich durchaus rechnen, ist der Wissenschaftler für Energie und Mobilität überzeugt: Auf 1,20 € pro 100 Kilometer komme beispielsweise die Fahrt mit einem E-Mobil der Oberklasse bei „optimiertem Eigenstromverbrauch“. Will heißen, Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage mit vorhandener Batterie zur Stromspeicherung und Ausnutzung der Fördermöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und Ladestationen. „Wären alle Pkw im Landkreis Fürstenfeldbruck E-Mobile, könnte der dafür notwendige Strom durch Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von 500 mal 500 Metern erzeugt werden“, rechnete Herzog vor.

„Nachholbedarf“ in Sachen E-Mobilität machte Dr. Stefan Perras aus, nachdem in Deutschland derzeit lediglich 55.000 E-Autos zugelassen seien. „Dabei sind Ängste gegen E-Mobilität unbegründet“, zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Energie (AKE) im CSU-Bezirksverband München überzeugt. Zum einen werde das Thema Reichweite offensichtlich überbewertet, legten doch 95 % aller Pendler in Deutschland pro Tag weniger als 100 Kilometer mit dem Auto zurück. 80 % des Jahres läge die Fahrstrecke der Autofahrer im Bundesschnitt gar unter 40 Kilometern. Zum Ausbau des Ladenetzes verwies Perras auf IONITY, ein Joint Venture von Automobilherstellern mit der Zielsetzung, bis 2020 entlang Europas Autobahnen mindestens alle 120 Kilometer Schelllademöglichkeiten für Elektroautos zu errichten. Die immer noch hohen Kaufpreise für Elektrofahrzeuge lägen vor allem am Preis der Batterien, der etwa 50 % ausmache, aber in den nächsten Jahren rapide fallen wird. Bereits heute seien in der Gesamtschau E-Mobile mit Benzinern durchaus vergleichbar, rechnete Perras vor, wobei E-Mobile zwar im Anschaffungspreis teurer sind, aber über die Laufzeit mit besonders niedrigen Betriebs- und Wartungskosten punkten können.

Als Vorstandsmitglied der Eichenauer CSU appellierte Perras an die Gemeinderatsfraktion, sich für Carsharing mit einem E-Mobil stark zu machen. Dies würde sich rechnen, wenn ein Gemeindefahrzeug außerhalb des öffentlichen Gebrauchs für private Nutzung zur Verfügung gestellt werde. Konkret hatte Perras einen Anbieter ausfindig gemacht, über den der Ersatz eines in die Jahre gekommenen Dienstfahrzeugs durch ein Elektroauto „zu sehr günstigen Konditionen, ohne Kaution oder Anmeldegebühren“ möglich wäre, warb der Umweltpolitiker für ein Pilotprojekt in Eichenau.

Der kommunale Stromversorger KommEnergie, mit einem BMW i3 als Anschauungsobjekt vor Ort, werde sich um die Errichtung von zwei vom Gemeinderat beschlossenen Schnellladestationen in Eichenau (am Hauptplatz und in der Budrioallee) bewerben, teilte Geschäftsführer Matthias Morche mit. Grundsätzlich aber seien Ladestationen mit 35 Ampere für den privaten Bereich ausreichend, alternativ sei eine Aufrüstung auf 50 Ampere möglich, so Morche. Auf Frage aus dem Publikum erklärte er, die Stromnetze seien jedenfalls für den absehbaren Zuwachs an E-Mobilen ausreichend. Mehrfach angesprochen wurde die Problematik von Ladestationen in Tiefgaragen. Hier scheitere die Realisierung bisweilen an den Anforderungen des WEG-Rechts, gaben Betroffene den Experten mit auf den Weg.

Die Gastgeberrolle übernahm bei der Eichenauer Runde Dr. Gregor Banik in Vertretung des CSU-Ortsvorsitzenden Michael Wölfl. Unter den 35 Besuchern in der Aula der Starzelbachschule konnte er Martin Ehrenhuber, Landesvorsitzender des CSU AKE Bayern und Benjamin Miskowitsch, CSU-Landtagskandidat, begrüßen. Banik freute sich über die angeregte Diskussion mit vielen fachkundigen Beiträgen aus dem Publikum.

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