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EEG-Umlage muss eingebremst werden

„Es muss dringend eine sinnvolle Lösung her“

 
Foto: (v.l.) Inhaber Ferdinand Erbersdobler, Franz Krenn, CSU Ortsvorsitzender Markus Mildenberger, Geschäftsführer Florian Erbersdobler, Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, Bürgermeisterkandidat Frank Reisinger, MdL Walter Taubeneder

Passau/Fürstenzell: „Ziegel ist ein interessanter, moderner Baustoff, der oft unter Wert verkauft wird", leitete Florian Erbersdobler, der Geschäftsführer der Firma den Besuch der Politiker ein. MdL Walter Taubeneder und CSU-Bürgermeister-Kandidat Frank Reisinger haben dem für die Gemeinde bedeutenden Unternehmen gerne einen Besuch abgestattet. „Erbersdobler ist ein Traditionsbetrieb. Die Produkte sind international bekannt und nicht zuletzt deswegen muss die Firma auch für uns von enormer Bedeutung sein", erklärt Walter Taubeneder.

Auf der Agenda des Besuchs stand jedoch keine typische Betriebsbesichtigung, sondern die Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, sowie dessen Ausnahmeregelungen für die Industrie und Wirtschaft. So stelle beispielsweise der außergewöhnliche Standort im Dreiländereck die Firma vor große Herausforderungen: „Für unseren Betrieb ist die EEG-Teilbefreiung im Wettbewerb sehr wichtig, denn trotz EEG-Befreiung hat die Firma höhere Stromkosten als unsere direkten Mitbewerber aus Österreich und Tschechien", so Florian Erbersdobler. Im Jahr 2013 wurden 27,5 Prozent der normalen EEG-Umlage bezahlt. Sollte der Betrieb für das 2014 die Befreiung verlieren, müsse man mit Mehrkosten in Höhe von 240.000 Euro rechnen, was für die Firma wiederum zu extremen Nachteilen im internationalen Wettbewerb führen würde. In diesen Zusammenhang formulierte der Geschäftsführer seine Bitte an die Politik ganz deutlich: „Für nachgewiesene energieintensive Betriebe muss die EEG-Befreiung unbedingt beibehalten werden, oder zumindest eine gestufte Teillösung gefunden werden." Laut Erbersdobler müssen große Verbraucher so lediglich ein Prozent der Umlage zahlen.

Auch die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, ziehe für die Branche erhebliche Probleme nach sich. „Mit der politischen Regelung wurden die bereits hohen Anforderungen an den Wohnbau nochmals verschärft, was zu Verteuerung des Bauens führt", beschreibt Florian Erbersdobler die Problematik. Viele Menschen können sich so den „Traum von Eigenheim" nicht mehr leisten, womit bestimmte gesellschaftliche Schichten in Zukunft ausgegrenzt würden, so der Geschäftsführer weiter.

Bürgermeisterkandidat Reisinger würde hier die Wiedereinführung der Eigenheimzulage begrüßen.

Der Landtagsabgeordnete Walter Taubeneder, ebenso wie der Bürgermeister-Kandidat Frank Reisinger haben wichtige Einschätzungen aus dem Gespräch mit der Firma Erbersdobler mitgenommen. „Man muss schauen, inwiefern zum Beispiel Ausnahmen bezüglich der EEG-Umlage auch tatsächlich flächendeckend umsetzbar sind", so Taubeneder. „Wichtig ist, dass wir die Probleme der Unternehmen kennen und künftig nicht reagieren, sondern direkt richtig agieren können." Innerhalb kurzer Zeit wurden zuletzt viele Änderungen vorgenommen, was einzelne Unternehmen teilweise überfordert hatte. „Eine vernünftige, länderübergreifende Gleichstellung von Betrieben wäre sinnvoll", schloss Taubeneder die Runde. Nur so könne man auch in Zukunft die Unternehmer in der Region halten.