Ortsverband Grafing

Pressemitteilung

Ökologisch-Nachhaltige Energieversorgung

Die Veranstaltung der CSU Grafing zum Thema "Ökologisch-Nachhaltige Energieversorgung
in Grafing" war ein voller Erfolg! Deutlich mehr als fünfzig Bürgerinnen und Bürger wollten sich
die Gelegenheit zur Besichtigung des Kraftwerkzentrums Rothmoser in der Gartenstraße 2
und die anschließenden Vorträge im Café Glashaus nicht entgehen lassen. Es wurde
interessiert zugehört, viel gefragt und angeregt diskutiert über die Potenziale für den Ausbau
Erneuerbarer Energien in Grafing.

Simon Rothmoser, Ingenieur der Energieverfahrenstechnik und Mitglied der Geschäftsleitung
führte die Teilnehmer durch das Heizwerk und erklärte dabei den Aufbau und die
Funktionsweise der Nahwärmeversorgung in Grafing am Objekt. Das dröhnende Geräusch
der biogasbetriebenen Motoren im Blockheizkraftwerk beeinträchtigte zwar die akustische
Verständigung, dafür wurde aber das Verständnis für die Leistung der Energieversorgung
umso deutlicher. In seinem Vortrag stellte Rothmoser die historische Entwicklung und
Pionierleistungen seines Unternehmens dar, angefangen vom Bau des ersten Kraftwerks im
Jahr 1899, über die Einrichtung der ersten öffentlichen Straßenbeleuchtung im Jahr 1913, bis
zur Inbetriebnahme des ersten Blockheizkraftwerkes im Jahr 1997. Er zeigte auf, wie stark
die 2010 in Betrieb genommene Biogasanalage und das 11 km lange Fernwärmenetz zur
Einsparung von CO2 von Grafing beigetragen hat.

„Der größte Anteil zur CO2 Emission fällt bei der Wärmeerzeugung mit herkömmlichen
Heizsystemen an. Mit dem Anschluss an Fernwärmenetze mit regenerativer
Energieerzeugung, wie Biogas, können wir enorme Einsparpotenziale nutzen“ so Simon
Rothmoser. Abschließend stellte der junge Unternehmer seine Zukunftsvisionen vor, wie die
Wärmeversorgung aus Erneuerbaren Energien in Grafing noch weiter ausgebaut werden
kann.

Maximilian von Seckendorff, Physiker und Theologe, Promotionsstudent im Bereich TechnikEthik, gab in seinem Impulsvortrag einen Überblick über die aktuelle wissenschaftliche
Datenlage zum Klimawandel und zu dessen prognostizierten Folgen. Durch eine Analyse der
Ausbaupotenziale nachhaltiger Energietechnologien zeigte er auf, mit welchen
energiepolitischen Maßnahmen Grafing wirkungsvoll und kosteneffizient
Treibhausgasemissionen reduzieren und somit dazu beitragen kann, die globale Erwärmung
auf ein verträgliches Maß zu begrenzen.

Besonders in der Photovoltaik gibt es in Grafing noch ein enormes Ausbaupotenzial und im
Landkreis bietet die Windkraft gute Chancen. „Siebzehn Prozent der Dachflächen in Grafing
oder acht Windkraftanlagen plus Energiespeicher reichen aus, um Grafing zu hundert Prozent
mit erneuerbarem Strom zu versorgen“, so Maximilian von Seckendorff. Und weiter: „Bei der
Wärme lässt sich etwa fünfzig Prozent des Verbrauchs durch energetische Sanierungen
einsparen. Ein weiterer großer Anteil kann durch den Einsatz von Biomasse, z.B. auch aus
Forstabfällen und Gülle, erzeugt werden.“

Aber nicht nur die Stadt und die großen Energieversorger, sondern vor allem auch die Bürger
seien nun gefragt zu investieren. Potenzialflächen für Dachflächen-PV gebe es mehr als
genug, die sich auch bei vermieteten Gebäuden über die Förderung für „Mieterstrom“
wirtschaftliche lohnen.

CSU Bürgermeisterkandidat Christian Bauer begrüßte die Besucher und Referenten und
moderierte die Diskussion. Er betonte, dass er sich persönlich besonders dafür einsetzen
werde, die Klimabilanz in Grafing zu verbessern. „Nachdem in den vergangenen Jahren viel
versäumt wurde, ist es nun sehr wichtig, den Ausbau von Klimaschutzmaßnahmen zügig
voran zu bringen“ so Bauer. Der Ortsverband Grafing der CSU habe unter seiner Mitwirkung
dazu bereits mehrere Anträge zur Verbesserung der Klimabilanz eingereicht. Dazu gehöre
die nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude, PV-Anlagen zur
Eigenstromversorgung für das Freibad, sowie für das geplanten Kinderhaus an der
Forellenstraße und für den Kindergarten St. Margareth in Straußdorf. Und die Etablierung
eines Leihradsystems, die Anschaffung von Lastenfahrrädern und die Vorgabe, künftigen
Neubaugebieten mit CO2-neutraler Energieversorgung auszustatten.

In den Diskussionsbeiträgen wurde betont, wie wichtig auch die energetische Sanierung von
Gebäuden, der Austausch alter Ölheizungen sowie der Ausbau der Fernwärme aus
regenerativen Energieträgern sei.


Florian Wieser
Ortsvorsitzender CSU Grafing