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Aus dem Stadtrat

Rüdiger Pompl wird Ehrenbürger

 

Gemäß Artikel 16 der Bayerischen Gemeindeordnung können Gemeinden Persönlichkeiten, die sich besonders um sie verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernennen. Von diesem Recht ist in der Vergangenheit durch die Stadt Lauf bereits mehrmals Gebrauch gemacht worden. Derzeit existiert jedoch kein lebender Ehrenbürger.

Nachdem der langjährige ehemalige erste Bürgermeister der Stadt Lauf, Herr Rüdiger Pompl, mittlerweile seine politische Tätigkeit beendet hat, sahen wir es an der Zeit einen zweiten Anlauf zu wagen und konnten tatsächlich alle Bürgermeister und Fraktionen dafür gewinnen, einen gemeinsamen Antrag zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde zu unterzeichnen und anschließend im Stadtrat zu beschließen.

Herr Pompl wurde in einer politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeit zum ersten Bürgermeister der Stadt Lauf gewählt und führte dieses Amt 29 Jahre lang mit großer Umsicht und Geschick aus. Ihm gelang es durch seine ruhige und sachliche Art große Harmonie in den Stadtrat zu bringen. Er beteiligte alle Gruppierungen frühzeitig an wichtigen Entscheidungen und erreichte damit, dass ein Großteil der Abstimmungen einstimmig getroffen wurden.

Auch bei den städtischen Bediensteten war er ein hochgeschätzter Dienstvorgesetzter. Obwohl er der Verwaltung einen hohen Spielraum gewährte, setzte er durch seine Kompetenz und seine Fähigkeit Aufgaben vorausschauend zu bemerken, zu analysieren und sachgerecht umzusetzen maßgebliche Akzente. In seiner Amtszeit entwickelte sich Lauf finanziell, sozial und kulturell zu einer liebens- und lebenswerten Stadt.

 

In seiner Amtszeit wurden trotz hoher Investitionen die Schulden der Stadt Lauf um 36 % von 18,4 Mio EUR im Jahr 1979 auf 11,8 Mio EUR im Jahr 2008 gesenkt.

Der Neu- Um- und Erweiterungsbau von Kläranlagen und Kanälen in der Kernstadt und in den Ortsteilen war eine hervorragend bewältigte Mammutaufgabe.

Die Altstadt wurde saniert und zu einem Schmuckstück der Stadt Lauf, in der auch der neugeschaffene ÖPNV seinen Platz fand.

Schon lange bevor die Diskussion um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz einsetzte, hatte Rüdiger Pompl erkannt, wie wichtig Kindergärten als vorschulische Einrichtungen sind. Auf sein Betreiben hin schnürte der Stadtrat ein Paket, das allen Kindern ab drei Jahren einen Kindergartenplatz sicherte. Kinderkrippen und die Sprachförderung kamen hinzu. Die Stelle eines Streetworkers wurde geschaffen. Entstanden ist auch das beliebte Laufer Ferienprogramm.

Ohne Rüdiger Pompl würden heute weder das Dehnberger Hoftheater, noch die Musikschule in der jetzigen Form existieren. Das Stadtarchiv wurde von der Ehrenamtlichkeit und Nebentätigkeit in die Professionalität geführt und ist zu einer viel beachteten und beanspruchten Einrichtung geworden. Zu einem Juwel in der Museumslandschaft Bayerns ist unserer Industriemuseum geworden.

Durch Intervention Rüdiger Pompls haben die eigentlich damals schon gescheiterten Verhandlungen doch noch zur Gründung des Zweckverbandes Volkshochschule „Unteres Pegnitztal“ geführt. Neben dem bereits erwähnten Dehnberger Hoftheater hatte Rüdiger Pompl maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung bzw. den Erhalt des Kammerkonzerts, des Künstlerkreises, des Kunstförderpreises und der Märchentage.

Der Blick von Rüdiger Pompl ging weit über die Laufer Kirchtürme hinaus und orientierte sich an einem geeinten Europa. Die Städtepartnerschaften mit dem französischem Brive la Gaillarde und dem schwedischen Nyköping (beide seit 1985) sowie dem griechischen Drama (seit 2008) legen hiervon Zeugnis ab. Zudem wurde das Fest der Nationen eingeführt, um für ein friedliches Miteinander von ausländischen und deutschen Mitbürgern zu werben. Freundschaftliche Kontakte wurden zu den Städten Tirschenreuth, Oberwiesenthal und Zeulenroda aufgenommen und gepflegt.