Meldung

Zum Überblick

CSU Mellrichstadt

Mellerschter Runde vom 30.11.2014

 

Mellrichstadt. (frr) Markus Groenen war selbst gespannt, welche Themen die Besucher bei der neuesten „Mellerschter Runde“ der Orts-CSU aufgreifen würden. Er hatte durchaus vor, das Gespräch frei laufen zu lassen und nur notfalls koordinierend einzugreifen. Das war dann aber auch nur einmal nötig. Ansonsten sprachen die zahlreichen Besucher (eine junge Familie mit Baby war auch dabei) in der Gaststätte „Freddy am Markt“ am vergangenen Sonntag eine Reihe von rein Mellrichstadt betreffenden Punkten an, so dass ein ergiebiges Gespräch über Lokalprobleme zustande kam. Den Wert der Diskussionen sah der CSU-Ortsvorsitzende nicht nur im Gedankenaustausch als solchem, sondern auch in der Botschaft, die von den Denkanstößen der Besucher an die anwesenden Stadträte ausging. Er forderte die Anwesenden darum auf, mitzuteilen, was sie als Bürger drückt und was sie freut. Groenen selbst ist Stadtrat, und dabei waren auch seine Amtskollegen Christian Herbig und Markus Beck.

Eingeladen war die gesamte (lokal-)politisch interessierte Bürgerschaft Mellrichstadts. Wegen des Sonntagsgottesdienstes war der Beginn diesmal auf elf Uhr verlegt worden, dafür dauerte der Frühschoppen auch ein bisschen länger. Markus Groenen konnte als besondere Gäste Mellrichstadts Altbürgermeister Helmut Will und seinen Vater, Senator a. D. Karl Groenen begrüßen. Dieser machte auch den Anfang und fragte, ob es für das Hainberg-Areal, Mellrichstadts ehemalige Kaserne, ein Gesamtkonzept der Weiterverwendung gebe.

Groenen konnte aus seiner Kenntnis als Stadtrat mitteilen, dass dieses Aral als reines Gewerbegebiet ausgewiesen ist. Teile davon seien im Besitz der Stadt, andere noch im Besitz der Bayerischen Landesbau. Diese Gesellschaft veranlasse recht zögerlich den Abriss der letzten zum Rückbau freigegebenen ehemaligen Kompaniegebäude. Die Abrissfirma werde nur so weit tätig, wie ihre Leistungen auch bezahlt werden. Unfair fand Groenen, dass die Landessiedlung die bestehenden Kasernengebäude für die Unterkunft von Asylsuchenden und Flüchtlingen angeboten hat, gegen den erklärten Willen des Mellrichstädter Stadtrats. Helmut Will wies darauf hin, dass u. U. auch Gewerbegebiete für die Flüchtlinge bereitgestellt werden könnten, wenn die hohe Politik so entscheide. Das konnte Groenen nicht ausschließen, doch sagte er, dass die Stadt weiterhin Druck auf die Landessiedlung ausübe, die restlichen Abrissarbeiten in Auftrag zu geben.

Albert Wüchner wollte wissen, was mit dem illegal bewohnten Gebäude vor dem Hainbergareal inzwischen geschehen sei. Groenen bestätigte, dass hier ein rechtswidriger Zustand herrsche, das betroffene Gebäude gehöre nämlich auch zu dem Gewerbegebiet. Er bezeichnete es als ärgerlich, dass der Besitzer des Baus sich trotz seiner Kenntnis über den notariellen Vertag hinweg gesetzt habe. Nicht die Stadt sei es, die aktiv werden müsste, sondern das Landratsamt, mit dem die Stadt auch im Gespräch sei. Den „Schwarzen Peter“ aber hätten die Mieter, die ihrem Vermieter gegenüber auch schon ihrem Missmut Luft gemacht hätten. Einige seien schon ausgezogen.

Jochen Stäblein regte an, einen Brennholz-Lagerplatz für die Stadt und von der Stadt im Hainberg-Areal auszuweisen. Groenen wusste zu berichten, dass diese Idee schon im Stadtrat diskutiert und verworfen worden war, mit der Begründung, die Ablagerung von Altholz könnte zu einem Schandfleck werden und erst recht Interessenten von einer Niederlassung in der ehemaligen Kaserne abhalten.

Das Thema der Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen, speziell in der Berufsschule von Mellrichstadt, wurde etwas länger besprochen. Zurzeit gebe es keine Entwicklung, es herrsche noch viel Ungewissheit, sagte Groenen. Das Gebäude wird auch immer noch für die Berufsschulung von jungen Malern und Verputzern gebraucht, die man nicht einfach während des Schuljahrs daraus verweisen könne. So äußerte sich auch Wolfgang Hippeli, der selbst an der Berufsschule Unterricht erteilt. Der Umbau des Schulgebäudes in ein Wohnhaus könnte mit hohen Kosten verbunden sein.

Albert Wüchner sorgte sich um die Betreuung der zu erwartenden Asylantenkinder. Groenen versicherte, dass die Stadt die zentrale Organisation in der Hand behalten wolle, dass sie aber auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen sei und dass schon etliche Bürger ihre ehrenamtliche Hilfe angeboten hätten. U. a. auch die Volkshochschule, die mit ihrem Projekt „KuBik“ in Bad Königshofen schon gute Erfahrungen bei der Arbeit mit jugendlichen Aussiedlern gesammelt habe. In der Erstaufnahmeeinrichtung Zirndorf habe Groenen mit den anderen Stadträten gesehen, dass das Zusammenleben ganz unterschiedlicher Menschen gut funktioniere. Norbert Wüchner erinnerte daran, dass die Menschen aus den anderen Kulturen mit ganz anderen Lebensgewohnheiten in so banale Dinge wie die sachgerechte Benutzung der deutschen Hygieneeinrichtungen eingewiesen werden müssen.

Das schwere Hochwasser bei der Berufsschule im vergangenen Jahr war den Mellrichstädtern noch in böser Erinnerung. Sie befürchteten, dass sich das wiederholen könnte, und darum wollte Helmut Will wissen, welche Maßnahmen im Sinne von Wasser-Auffangbecken erwogen werden. Groenen bestätigte, dass eine dauerhafte Lösung her müsse, und die werde auch oberhalb des Klippergrabens angedacht. Die bisher gefundene Lösung an der Furt sei unbefriedigend wegen einer ungenügenden Planung, die Stadt habe auch nicht vor, diese Lösung zu akzeptieren.

Weitere Gesprächsthemen waren die Reinigung und Instandhaltung des Kirschgartens als Naherholungsgebiet vor allem auch für Familien mit Kleinkindern und die Freilegung des alten Zugangs zum sog. „Herrlesbrönn“, einer Quelle in der Nähe des Mühlgrabens bei der Industriestraße. „Die Klöße werden noch nicht verkocht sein“, vermutete Groenen gegen halb eins und zeigte sich zusammenfassend über den Zuspruch und die regen Gespräche bei der neuesten „Mellerschter Runde“ sehr befriedigt.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.