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CSU Mellrichstadt

Dämmerschoppen mit Steffen Vogel, MdL

 
Drei Politiker, die beim jüngsten CSU-Dämmerschoppen kompetent über bayerische und lokale Themen Auskunft geben konnten: Landrat Thomas Habermann, MdL Steffen Vogel sowie der Stadtrat und CSU-Ortsvorsitzende Markus Groenen.

 

Mellrichstadt. (frr) Es war mehr als nur ein oberflächlicher Gedankenaustausch, zu dem sich rund zwei Dutzend Bürger aus Mellrichstadt und Umgebung am vergangenen Sonntag zum „Dämmerschoppen“ in „Raum 7“ eingefunden hatten. Vielmehr war bei allen Diskutanten die Sorge um die eigene Stadt, um den eigenen Landkreis und um die Region zu erkennen.

Zu „Bürger reden, Politiker antworten“ hatte der Ortsverband der CSU Mellrichstadt eingeladen. Die Politiker, die Antwort geben sollten, waren MdL Steffen Vogel und einige Mellrichstädter Stadträte sowie Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann. Sie begrüßte der CSU-Ortsvorsitzende Markus Groenen, selbst Mitglied im Mellrichstädter Stadtrat, zusammen mit Senator a. D. Karl Groenen, Alt-Bürgermeister Helmut Will und allen anderen Gästen.

Eines der ersten Themen war der Bau eines weiteren Supermarkts in Mellrichstadt nahe der Sondheimer Straße im Auftrag einer großen Lebensmittel-Firmenkette. Markus Groenen versicherte den Anwesenden, dass es sich dabei keineswegs um einen Aprilscherz handelt. Umso skeptischer waren diese wegen der Auswirkungen auf die bereits vorhandenen Lebensmittelgeschäfte, besonders auch im Stadtzentrum.

Sorge bereitete einigen Bürgern der angedachte Bau eines Hühnermastbetriebs in der Nähe des Suhleturms. Davon sei das größte Areal betroffen, wo die Stadt noch Baugrund für Privat-Eigenheime ausweisen kann, erinnerte Dr. Klaus Reder. Carl-Christian Bittorf befürchtete, dass dort durch den Mastbetrieb potenziell der Wert des Gebiets als Naherholungsbereich eingeschränkt werden könnte. Markus Groenen zeigte Verständnis für „die privatwirtschaftliche Entscheidung“ des expansionswilligen Bauern und billigte ihm zu, dass er wie jeder Unternehmer auch an die Rentabilität seines Betriebs denken muss.

Ein weiteres, kritisch diskutiertes Thema war die mögliche Verlegung der SuedLink-Trasse durch das Ellenbachtal bei Eußenhausen. MdL Steffen Vogel nannte es einen großen Erfolg der bayerischen Politik, dass die Stromkabel unterirdisch verlegt werden müssen, hatte aber auch viel Verständnis für die Befürchtung der Eußenhäuser um ihr von der Trasse tangiertes Trinkwasser-Einzugsgebiet. Landrat Habermann wie Vogel favorisierten grundsätzlich eine Trassenführung, eng an der A 7 entlang. Beide forderten auch, dass die betroffenen Landwirte angemessen entschädigt werden.

Kritisch beleuchteten die Besucher auch die Einführung der Maut für Pkw. Vogel verkannte nicht, dass dadurch zunächst einmal die Mobilität für Pendler verteuert wird. Überlegungen, eine kilometerabhängige Maut einzuführen, gibt es zurzeit nicht, sagte Habermann und kritisierte seinerseits die politischen Gegner der CSU, denen es weniger um die Sache ging als darum, der CSU eine politische Niederlage zuzufügen.

Der weitaus größere Teil der Befragten wünscht sich die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, wie Thomas Habermann konstatierte. Steffen Vogel stand dem trotzdem skeptisch gegenüber. Er sah, welche Kosten diese Umrüstung von G 8 auf G 9 verursachen wird. In ganz Deutschland gebe es nur das achtjährige Gymnasium, außer in Bayern. Dr. Reder setzte aber hinter die Qualität der außerbayrisch zu erwerbenden Hochschulreife ein Fragezeichen und sprach sich für die Variante mit neun Jahren aus, mit Blick auf die reduzierte Belastung der Schüler bei gleichzeitiger Gewährleistung des bayerischen Abiturniveaus. Das jüngst in Mellrichstadt von Kultusminister Spaenle vorgelegte Konzept für das neue G 9 mit einer verkürzenden „Überholspur“ sei für ihn überzeugend. Vogel wie auch der Landrat verlangten, dass, wenn schon das Gymnasium massiv gefördert wird, auch die anderen Schularten im Rahmen eines Gesamtkonzepts mitberücksichtigt werden. Ein Raumproblem hätte beispielsweise das Martin-Pollich-Gymnasium in Mellrichstadt nicht, wenn die Schulzeit der Gymnasiasten wieder auf neun Jahre verlängert wird, sagte Habermann, der Hausherr dieser Landkreisschule.

Mit Interesse nahmen die Besucher die Informationen zum einem dritten bayerischen Nationalpark entgegen, der u. U. in der Rhön etabliert werden könnte. Ein solcher Nationalpark sei ein gut gemeintes Angebot der bayerischen Staatsregierung an eine Region, sagte Habermann, das aber nur dann verwirklich wird, wenn die betroffenen Anwohner es auch wirklich wollen. Mit dem Biosphärenreservat Rhön ließe sich ein weiterer Nationalpark aber nicht verbinden, führte der Landrat aus, die beiden Konzepte stehen in krassen Gegensatz zueinander.

Fast schon emotional wurde die Vereinheitlichung des Trinkwasserpreises für Mellrichstadt und seine Ortsteile diskutiert. Dabei wurde Mühlfeld ziemlich deutlich kritisiert für seinen Wunsch, nun an die Mellrichstädter Gruppe angeschlossen zu werden und die Kosten auf die Bürger der Gesamtstadt umzulegen. Das wurde als eine Ungerechtigkeit den anderen Ortsteilen gegenüber angesehen, die ihre Trinkwasseranlagen mehrfach in Eigenregie und mit Eigenkosten saniert hatten.

Die rund drei Stunden dauernde Begegnung der Bürger mit den Lokalpolitikern klang mit der Diskussion um die Nachfolge an der CSU-Spitze aus. Vogel sprach sich im Einvernehmen mit den meisten Anwesenden für eine weitere Kandidatur von Horst Seehofer als Bayerischer Ministerpräsident aus, da die CSU mit diesem Kandidaten am ehesten einen Wahlerfolg bei den Landtagswahlen 2018 erwarten könne. Später könne sich dann ein CSU-Nachfolger, etwa Markus Söder, als Kandidat für das höchste bayerische Regierungsamt bewerben.

 

 

 

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