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Bürgerversammlung für die Orsteile Michelau / Neuensee

Wo drückt den Michelauern der Schuh? Diese Frage stand unausgesprochen im Raum bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Spitzenpfeilsaal. Schon die vergleichsweise geringe Teilnehmerzahl ließ vermuten, dass wirklich brennende Fragen nicht anstanden.

So hatte Bürgermeister Helmut Fischer reichlich Gelegenheit seinen Be-richt „zur Lage der Nation“ abzuliefern. Und der reichte von den Gemeindefinanzen bis hin zu den Großprojekten im Gemeindebereich. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die Angelegenheit der Kerngemeinde und von Neuensee. Die Bürgerversammlung für die übrigen Ortsteile fand am gestrigen Mittwoch in Schwürbitz statt.

Was die Finanzen der Großgemeinde anbelangt, so ist die Haupteinnahmequelle die Einkommenssteuerbeteiligung mit knapp 2,3 Millionen Euro. Der Anteil der Gewerbesteuer ist zurückgegangen und beträgt nur noch 1,2 Millionen Euro. Die Photovoltaik rentiert mit 57 000 Euro pro Jahr. Demgegenüber stehen erhebliche Belastungen.

Aufgrund der guten Einnahmen im Jahr 2012 beläuft sich die Kreisumlage auf gut 2,7 Millionen Euro die für die Gemeinde natürlich deutlich zu Buche schlagen. Die größten Defizitträger sind die Schulen (rund 500 000 Euro), die Kindergärten (rund 500 000 Euro), das Hallenbad mit 257 000 Euro, die Mainfeldhalle mit 115 000 Euro und das Deutsche Korbmuseum mit 85 000 Euro. Damit beträgt der Schuldenstand am Ende des Jahres 4 750 000 Euro, das sind rund 740 Euro pro Erwachsenen (Landesdurchschnitt 751 Euro).

Wie in den zurückliegenden Jahren überstiegen die Sterbefälle (66) die Ge-burten (44) deutlich. Damit hat Michelau (Stand 31. Oktober) 6392 Einwohner. Dennoch herrscht in der Korbmachergemeinde ein rege Bautätigkeit. Es gab insgesamt über vierzig Bauanträge. In Michelau selbst gibt es noch eine ganze Reihe privater Bauplätze. In Neuensee kann die Gemeinde am Kreuzhof zehn Plätze zur Verfügung stellen.

Noch keine „Blaue Flagge“

Geringer als im Vorjahr sind auch die Besucherzahlen im Deutschen Korbmuseum (6889/7444) und am Rudufersee (36 000/38 000). Ein Plus verzeichnet man im Hallenbad (12 072/12615). Für den Rudufersee bewirbt sich die Gemeinde um die „Blaue Flagge“. Diese setzt jedoch eine laufende Überwachung des Badebetriebs voraus, was derzeit nicht möglich ist.

Einen breiten Raum nahmen die Themen Wasser und Abwasser ein. Im Wasserschutzgebiet zeichnet sich die Umsiedlung der Flächen einer Baumschule ab. „Ein Problembereich gehört damit der Vergangenheit an“, so Fischer. Bei umfangreichen Netzspülungen im Südwesten von Michelau wurden nicht unerhebliche Ablagerungen entfernt. Um die Wasserverluste einzudämmen wurden zahlreiche Hausanschlüsse neu erstellt oder saniert. Die durch den Brand bei der Firma Metob entstandenen Kosten für das Wasser (rund 65 000 Euro) wurden erstattet.

Ab Januar 2015 stiegt der Wasserpreis um fünf Cent pro Kubikmeter, die monatliche Grundgebühr wurde um 50 Cent angehoben. Am Abwasserpreis ändert sich dafür nichts abgesehen von der Anhebung der monatlichen Grundgebühr auf 1,50 Euro. Erhebliche Aufwendungen zeichnen sich im Abwasserbereich ab. Hier muss 2015 eine neue Schlammpresse angeschafft werden. Gesamtkosten: 160 000 Euro. Die turnusgemäßen Kanaluntersuchungen im Wasserschutzgebiet Michelau kosteten 50 000 Euro. Auch die Strecke zwischen Marktzeuln und den Regenüberlaufbecken Schwürbitz wurde untersucht. Große Mengen Sand mussten entfernt werden (Mehrkosten bis 65 000 Euro). Langfristig muss der Abwasserzweckverband ein größeres Belebungsbecken in der Kläranlage einbauen lassen. Die Kosten dafür werden sich auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen.

50 Jahre Wasserversorgung

Für 2015 plant die Gemeinde einen „Tag der offenen Tür“ im Wasserwerk und in der Kläranlage. Damit feiert man 50 Jahre Wasserversorgung in Michelau.

„Es hat sich ganz schön was getan“, so Bürgermeister Helmut Fischer der abschließend eine Fülle von Projekten und Großprojekten aufzählte, die 2014 realisiert wurden. Dazu gehörten die Werkstätten für Behinderte in Neuensee, der Umbau und die Erweiterung des Rathauses, die Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes der Evangelischen Kirche, die Erweiterung der Kinderkrippenplätze in Michelau, Schwürbitz und Neuensee, der Abschluss des Wanderwegenetzes und die Reparaturarbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße Schwürbitz/Michelau.

In der Johann-Puppert-Schule wurden ein Klassenzimmer neu gestaltet und Stühle für den Computerraum angeschafft. Die Stützpunktfeuerwehr Michelau erhielt zwei neue Fahrzeuge und es wurde ein Teil der neuen Funkgeräte für den Digitalfunk angeschafft. Der „Pfad der Flechtkultur“ wurde abgeschlossen, Gehsteigabsenkungen wurden vorgenommen (für Behinderte) und an einigen Stellen das Pflaster erneuert. Die schon seit einem Jahrzehnt geplante Deichnachrüstung (Hochwasserdamm) für Michelau und Schwürbitz befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Die Umsetzung ist für 2015 bis 2017 geplant (Kosten 8,25 Millionen Euro/Eigenanteil Gemeinde 750 000 Euro).

Auch im Ortsteil Neuensee wurden mehrere Sanierungen im Straßenbereich und an den öffentlichen Gebäuden vorgenommen. Die Ortskerngestaltung einschließlich der Baumaßnahmen am Rathaus soll 2015 abgeschlossen sein. Für die Wehren in Neuensee und Lettenreuth steht die Anschaffung von zwei neuen Fahrzeugen an. Hinzu kommen weitere Brückensanierungen im Gemeindegebiet und sonstige Reparaturmaßnahmen.