Ortsverband Pullach

Entwicklungshilfe im Großen und im Kleinen

Abasha

MdB, Dr. Wolfgang Stefinger und das Abasha Teams vertreten durch Tamara Ehm und Sandro Stock (3. Und 4. Von Links) eingerahmt von den Alt Bürgermeistern Ludwig Weber und Juergen Westenthanner (rechts und dritter von rechts) sowie der Bürgermeisterkandidatin Christine Eisenmann (Mitte), den Veranstaltern und einigen der weiteren Gäste
Alter
MdB, Dr. Wolfgang Stefinger und Mitglied des Kreisvorstandes Sebastian Westenthanner vor dem Abasha Rollup.

MdB, Dr. Wolfgang Stefinger über Entwicklungshilfe der Bundesrepublik Deutschland; Tamara Ehm und Sandro Stock über Abasha
Die Pullacher CSU, SEN, FU und JU hatten den Bundestagsabgeordneten von München Ost Dr. Wolfgang Stefinger und den Abasha e.V. am vergangenen Donnerstag ins Vereinsheim des Bürgerhauses zur Veranstaltung: „Fluchtursachen und internationales Engagement“, geladen.
25 Gäste - nicht alle von der CSU - waren der Einladung am heißen 1. August um 4 Uhr Nachmittags ins Vereinsheim der Bürgerhauses gefolgt. Heinrich Fischer, der Vorsitzende der Senioren Union, führte in die Veranstaltung ein und übergab das Wort an Dr. Wolfgang Stefinger, dem Ehrengast der Veranstaltung. Die Herausforderungen an Deutschland und an die EU sind gewaltig, wenn man sich nur die Flüchtlingsströme über das Mittelmeer nach Europa oder das ungebrochene Bevölkerungswachstum von Afrika auf über 2 Milliarden Menschen bis 2050 von derzeit gut einer Milliarden ansieht. Die Entwicklung muss in den Ländern forciert werden, um die Fluchtursachen an der Wurzel zu heilen.
Leichter gesagt als getan bei Regierungen und Regimen, die zu großen Teilen weder demokratisch noch rechtsstaatlich sind. Entwicklungshilfe erfordert Erfahrung, Professionalität und viel Fingerspitzengefühl, um die nötige Hilfe zur Selbsthilfe, mit den eingesetzten Mitteln, zu ermöglichen. Einige erfolgreiche Beispiele aus dem Entwicklungsministerium von Gerd Müller wurden aufgezeigt und im Gegensatz zu den Militärausgaben ist Deutschland mit rund 0,6% (25 Milliarden €) des Bruttoinlandproduktes für die Entwicklungshilfe zumindest knapp am Zielkorridor der 0,7% und deutlich über den USA - mit derzeit lediglich 0,2%. Entwicklungshilfe hat auch eine geopolitische Komponente, wenn man die Entwicklungsländer politisch nicht gänzlich an das wirtschaftlich äüßerst aktive China verlieren möchte. Wolfgang Stefinger wies auf die zahlreichen Fördermöglichkeiten im Entwicklungsminiterium von Gerd Müller hin, um die man sich bewerben kann, wenn man selbst aktiv werden möchte.
Dies war dann auch der Übergang zu Abasha, dem jungen Verein, der sich kürzlich im Isaranzeiger vorstellte.
Auf Folien mit hohem Engagement vorgetragen wurden die Gründung und die ersten Aktivitäten von Abasha vorgestellt.
Seit mehreren Jahren unterstützt der Zusammenschluss junger Menschen, der seit diesem Jahr ein Verein ist, das Drop and Ride Projekt in Kabul. Der Name dieses ersten Projektes leitet sich vom Weglegen der Waffe (Drop) und dem Fahrradfahren (Ride) als Alternative her. Drop and Ride war zunächst aus der Eigeninitiative einer afghanischen Jugendgruppe entstanden, welche sich das Ziel gesteckt hatte, einen Mountainbike-Verein zu gründen. Ein Crowdfunding organisiert von den späteren Gründern von Abasha brachte genügend Geld zusammen, um einen Container voller modernem Fahrradequipment auf dem langen Weg mit Zug und LKW von Bremen nach Kabul zu schicken. Nicht nur einmal wusste man tagelang nicht mehr, wo der Container war,wenn wieder einmal eine schwierige Grenze überquert werden musste, wusste Sandro Stock zu berichten. Auch soziale Problematiken werden über den Sport thematisiert, berichtete Tamara Ehm. So vermittelt das selbstorganisierte Fahrradtraining gezielt Werte wie Respekt, Fairness und Selbstbewusstsein. Gerade für die Mädchen ist das eine Möglichkeit, stark zu werden, sich stark zu fühlen und damit erkennen auch die Jungs an, dass die Mädchen stark und selbsbewusst sind.
Fokus für dieses Jahr liegt auf dem Aufbau eines Bildungsprogramms insbesondere einem weiterführenden Englischkurs. Englisch gilt in Kabul als Türöffner für die berufliche Karriere. Durch die geplanten Kurse sollen Mitglieder zudem vor allem im Bereich Kommunikation ihre Fähigkeiten ausbauen, damit sie ihre Vision für ein zukünftiges Afghanistan mit der Welt teilen und sie verbessern zudem ihre beruflichen Perspektiven.
In der angeregten Diskussion ging es hin und her zwischen der Großen Entwicklungshilfe, die vom Bundestagsabgeordneten Stefinger vertreten wurde und den kleinen aber nicht minder wichtigen Aktivitäten wie die von Abasha, die zusammen viel bewegen können. Der Ingenieur Abdelgafar Ismail, der schon des öfteren in Pullach zu Gast war, erzählte über die Situation aus der Sicht seiner Heimat im Sudan - wie wichtig es sei, Strukturen in seiner Heimat zu schaffen, damit die jungen Menschen den gefährlichen  Weg übers Mittelmeer nach Europa gar nicht erst antreten.
Nach zwei Stunden wurde den Referenten gedankt. Abasha freute sich mit dem „Call-to-Action“ Klick Button auf weitere Vereinsbeitritt. Mehr erfahren auf www.abasha.de