Ortsverband Übersee

CSU-Ortsverband

Unser Landkreis und die Energie

Die CSU-Mittelstands-Union Traunstein mit ihrer rührigen Vorsitzenden Anna Marx rief - und über 100 Gäste kamen: Am 13.9.2022 abends nach Fridolfing

an den Firmensitz der Rosenberger Hochfrequenztechnik. Das vor über sechzig   Jahren   dort   gegründete   Familienunternehmen   ist   heute   als Firmengruppe mit Vertriebs- und Fertigungsstandorten rund um den Globus vertreten. Insgesamt 14.800 Beschäftigte tragen   zu über 1,5 Mrd. EUR Umsatz   dieses   Weltmarktführers für High-Tech-Verbindungslösungen bei. Sie beruhen auf der Hochfrequenz-, Fiberoptik- und Hochvolt-Technologie. Damit sorgen sie für die zuverlässige Übertragung von Signalen, Daten und Leistungen   in   anspruchsvollen Einsatzbereichen   (Mobil-   und Telekommunikation, industrieller   Messtechnik,  Automobil-,   Medizin-   und Industrie-Elektronik, Datentechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik). Über 600 Ingenieure streben danach, die Rosenberger-Gruppe stets an der Spitze des technologischen Fortschritts zu halten und dabei auch Nachhaltigkeit und Energiesparsamkeit in der Produktion zu beachten. Nach einer informativen Betriebsführung und Vorstellung des weiterhin durch drei Brüder der Gründerfamilie Rosenberger geleiteten Unternehmens sprach Landrat Walch in wie immer engagiertem Vortrag zu den Themen „Energie und aktuelle Entwicklungen im Landkreis Traunstein“. Beim anschließenden geselligen Beisammensein ergaben sich noch viele anregende Gespräche unter   den   Teilnehmern   aus Mittelstand, Kommunen   und   weiteren Interessierten.   Auch   der   CSU-Ortsverband-Übersee   war   mit   dem Ortsversitzenden Jan Kühne und dem Mitglied Prof. Dr. Bernhard Knittel vertreten.

Hierbei wurde mit unserem Landrat Sigi Walch auch die neue Bundesgesetzgebung „zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land“ erörtert. Bekanntlich muss Bayern aufgrund des im nächsten Februar in Kraft tretenden Gesetzes bis zum Jahresende 2032 insgesamt 1,8 % der Landesfläche als Standorte für Windräder ausgewiesen haben. Dem bekannten Argument, dass in Bayern weniger Wind weht als im Norden und dafür die Sonne stärker strahlt, hat der Bundestag durch den genannten Prozentsatz Rechnung getragen: Windreichere Bundesländer müssen bis zu 2,2 % bereitstellen.

Wie sich die für Bayern geltende 1,8 %-Vorgabe auf die einzelnen Landkreise und Kommunen auswirken wird, ist noch offen. Vermutlich werden wir uns aber auch im Landkreis Traunstein spätestens im nächsten Jahrzehnt, an das eine oder andere Windrad gewöhnen müssen.

Wir sollten nicht vergessen: Die Energiewende ist bitter notwendig, nicht nur wegen der dramatischen Klimaveränderung. Die Erpressbarkeit Deutschlands durch Staaten unter einer verbrecherischen Führung wie Russland muss dringend und so schnell wie möglich zu Ende gehen. Die Folgen erleben wir in diesem Herbst und Winter so drastisch wie nie.

Die Umsetzung der Energiewende stellt auch unsere Gemeinden vor eine große Herausforderung, bietet aber auch zukünftige Chancen. Aus Verantwortung für die Wertschöpfung seiner Bürgerinnen und Bürger und deren Nachhaltigkeit muss Übersee zusammen mit den umliegenden Gemeinden sowie dem Landkreis rechtzeitig umfassende Lösungsansätze für erneuerbare Energien suchen und erarbeiten. Hierzu bedarf es dringend eines Zusammenschließens nicht zuletzt mit unseren Landwirten und Waldbauern, damit rechtzeitig zukunftsfähige gemeinsame Projekte entstehen können.

Die Gemeinde Übersee hat die besten Voraussetzungen für eine in überschaubarer Zukunft energieautarke Kommune. Unsere Strukturen liefern hierfür eine gute Basis. Entscheidenden Anteil wird das Einsparen von Energie haben. Doch wir alle werden anderseits weiterhin mehr Energie für Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung zur Erhaltung unseres Wohlstands benötigen. Zur weitblickenden Vorsorge hierfür sind Verantwortung und Handlungsbereitschaft unserer Gemeinde und ihrer Mandatsträger gefordert.

Jan Kühne, Ortsvorsitzender CSU-Übersee